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Mystische Stimmung: Weihbischof Bernhard Haßlberger zelebriert vor 200 Gläubigen die Gatterlmesse auf der Zugspitze.

Gottesdienst auf Deutschlands höchstem Berg

Gedenken an die Kollegen

Grainau - Im Rahmen der Gatterlmesse wird den Polizeibeamten und Bergfreunden gedacht, die auf der Zugspitze den Tod gefunden haben

Nebelschwaden zogen über die Berggipfel, Dohlen kreisten über die Hänge und nur ab und an blinzelte die Sonne durch dichte Wolkenfelder. Es war eine mystische Stimmung hoch oben auf der Zugspitze in knapp 3000 Metern Höhe. Doch die Besucher der Gatterlmesse ließen sich von den niedrigen Temperaturen – im Tal waren es 28, hoch droben gerade mal 8 Grad Celsius – nicht abbringen, den Toten zu gedenken, die auf dem höchsten Berg Deutschlands ihr Leben gelassen haben: Den Polizeibeamten der bayerischen Grenzpolizei und dem österreichischen Bergtouristen, die im Dezember 1952 am Zugspitzgatterl von einer Lawine verschüttet worden waren, den Angehörigen der bayerischen Polizei, die in Ausübung ihres Dienstes den Tod fanden, sowie allen Bergfreunden, die im Zugspitzgebiet tödlich verunglückt sind.

Der seit 1953 traditionell am zweiten Sonntag im September gefeierte Gottesdienst fand auch dieses Jahr wieder direkt an der Kapelle Maria Heimsuchung, dem höchstgelegenen Gotteshaus Deutschlands, statt. Als das Bläserensemble des Polizeiorchesters Bayern mit einem Choral den Gottesdienst, der von Weihbischof Bernhard Haßlberger zelebriert wurde, eröffnete, saßen und standen die etwa 200 Gläubigen, die gekommen waren, vor der Stein-Kapelle auf dem Zugspitzplatt und lauschten den Klängen – und danach den Worten des Bischofs.

Haßlberger erinnerte an die Polizeibeamten, die in Ausübung ihres Berufes hoch oben am Berg ihr Leben gelassen hatten. Er wandte sich mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ an die Beamten, die den Bürgern Schutz und Sicherheit gewährten. „Gott möge sie beschützen.“ Aber auch für alle anderen Menschen, die hier den Tod fanden, so der Bischof, „wollen wir heute beten.“ Und Robert Kopp, der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, erklärte: „Es ist immer wieder schön, in dieser einmaligen Atmosphäre auf dem höchsten Punkt in Deutschland an die verstorbenen Kollegen zu erinnern.“

Im vergangenen Jahr waren es trotz besseren Wetters deutlich weniger Besucher gewesen, die den Weg hinauf auf die Zugspitze gefunden hatten. Das mag vor allem auch damit zusammenhängen, dass kürzlich ein 65-jähriger Wanderer hier tödlich abgestürzt ist (wir berichteten) und sich in der vergangenen Saison weitere Unglücksfälle im Bereich der Zugspitze ereignet haben. „Die Menschen werden nachdenklicher“, meinte Kopp. Und Haßlberger ergänzte: „In dieser grandiosen Bergwelt wird ein jeder demütig."

Barbara Falkenberg

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