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"Don Giovanni" in der Metropolitan Opera in New York.

Live-Übertragung aus der Metropolitan Opera in New York

Don Giovanni im Kinosessel erleben

Garmisch-Partenkirchen - Das Hochland-Kino in Garmisch-Partenkirchen geht neue Wege: Mit dem Projekt „MET Opera“ präsentiert das Lichtspielhaus seinen Besuchern Live-Übertragungen von neun Inszenierungen aus der berühmten Metropolitan Opera in New York.

Herzzerreißende Arien von Anna Netrebko oder Plácido Domingo. Atemberaubende, bis ins kleinste Detail geplante Kulissen. Pompöse Inszenierungen internationaler Spitzendirigenten. Wer dies einmal erleben möchte, muss eigentlich die berühmten Opernhäuser dieser Welt besuchen. Eine gehörige Portion Geld und Aufwand sind gefragt. Eigentlich. Doch schon bald kann man die großen Stars der Klassikszene auch in Garmisch-Partenkirchen bestaunen. Zwar nur auf der Leinwand. Aber immerhin. Denn: Ab morgigen Samstag präsentiert das Hochland-Kino in Live-Übertragungen eine Auswahl an Vorführungen der Metropolitan Opera (MET) in New York.

Roswitha Zellner ist schon merklich aufgeregt, wenn sie an die Premiere von „MET Opera“, wie sich das Projekt nennt, denkt. Bei der Vorführung von Mozarts „Don Giovanni“ soll möglichst alles reibungslos funktionieren. „Ich habe so etwas ja auch noch nie gemacht“, betont die Theaterleiterin des Partenkirchner Lichtspielhauses. Die Aktion bedeutet nicht nur für sie Neuland. Etwas Vergleichbares gibt es nicht im Landkreis. Opern-Fans mussten bislang nach Füssen oder Kaufering fahren, um bei ähnlichen Events dabei zu sein– oder gleich in die Staatsoper nach München gehen. Schon alleine deswegen hofft Zellner auf eine große Nachfrage. „Wir möchten der Umgebung eine unkomplizierte Möglichkeit für ein Opernerlebnis bieten.“

Bei den neun Terminen, die bis Mai 2017 geplant sind, soll nicht nur die in der Branche übliche Zielgruppe der betagteren und betuchten Kulturliebhaber angesprochen werden. Zellner will auch die Jugend für die Oper begeistern. Dabei möchte sie bewusst den Geldbeutel der notorisch klammen Altersklasse schonen. „Wenn man in ein Opernhaus geht und einen der vorderen Sitzplätze will, zahlt man oft 180 Euro oder mehr. Die Preise dort sind teilweise uferlos“, betont sie. „Bei uns erhält man eine Karte schon für 30 Euro.“ Geboten bekommt man dafür ihr zufolge einiges: Aufgrund der exzellenten Bildqualität und Kameraführung lassen sich Gestik und Mimik der Darsteller aus nächster Nähe bewundern. Kein Orchestergraben trennt die Zuschauer von der Bühne.

Trotz der verhältnismäßig günstigen Tickets will Zellner mit einer gewissen „Exklusivität“ locken. „Es soll ein besonderer Abend für alle sein. Wir rollen einen roten Teppich aus, und in den Pausen gibt es Snacks und Champagner.“ Ganz so, wie in der MET. Läuft alles nach Plan, wird also für die Gäste die Garmisch-Partenkirchner Ludwigstraße für zumindest eine Nacht zur Upper West Side von Manhattan.

Simon Nutzinger

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