Klare Forderung: (v.l.) Vize-Landrat Anton Speer, Rudi Kühn (ÖDP), Clemens Schwaller (stellvertreternder BDM-Kreisvorsitzender), Brigitte Taffertshofer (stellvertretender BDM-Kreisvorsitzende), Hans Foldenauer (BDM-Sprecher) und Hans Leis (BDM-Kreisvorsitzender). Foto: Schauer

Milchpreis: Bauern schlagen Alarm

Uffing - Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) im Landkreis fordern höhere Preise. Sie wollen 50 Cent pro Liter.

Nicht nur Milch kann irgendwann sauer werden, sondern auch Hans Leis. Richtig sauer sogar. Auf die Palme hat den Kreisvorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) eine Aussage des Bayerischen Bauernverbandes gebracht. Dieser zufolge sei es nicht von Bedeutung, wie hoch der Milchpreis ist: „Das geht nicht, wenn man von nachhaltiger Landwirtschaft redet“, empörte sich Leis bei der BDM-Mitgliederversammlung im Uffinger Gasthof zur Post. Denn der niedrige Milchpreis, gepaart mit dem Strukturwandel, der eine Erweiterung der Höfe verlange, sorge dafür, dass Bauern das Aus drohe.

Bundesweit geben jährlich fünf Prozent der Milchviehhalter ihren Betrieb auf, schilderte BDM-Sprecher Hans Foldenauer den Ernst der Lage - zum Teil verschuldet dadurch, dass die Verbrauchszahlen nicht so steigen, wie es die Agrarpolitik vermutet hatte. Wie gravierend die Lage im Landkreis, in dem pro Jahr rund 29 Millionen Kilogramm Milch produziert werden, aussieht, kann Leis nicht beziffern. Aber die Dynamik nehme auf jeden Fall zu. „Wir dürfen die Höfe nicht ausgebeutet an die nächste Generation übergeben, sondern zukunftsfähig“, untermauerte Foldenauer.

Für dieses Ziel wird mit Vehemenz gekämpft. Derzeit liegt der Milchpreis bei 32,5 Cent pro Liter. Nach Auffassung des BDM viel zu wenig. Auf ihren neuen Schildern haben die Mitglieder schon die aktuelle Forderung festgehalten: 50 Cent pro Liter. Vize-Landrat Anton Speer (Freie Wähler) befürwortet diese Absicht. „Wir brauchen einen höheren Preis, um die steigenden Kosten zu decken.“

Denn Erzeugerkosten und Erlöse der Landwirte klaffen auseinander. Dies, hieß es, belege ein Gutachten der Erzeugergemeinschaft MEG Milch Board. In Bayern belaufen sich die Produktionskosten demnach auf 51,03 Cent. Mit dem momentanen Milchpreis werden gerade mal 75 Prozent dieser Kosten getilgt. Damit sei der Wert wieder fast auf das „Katastrophenjahr 2009 mit 70 Prozent“ zurückgefallen, verdeutlichte Hermann Fischer, MEG Milch Board-Beiratsvorsitzender. „Wir müssen dieser Talfahrt entgegenwirken.“

Mit dieser Meinung liegt Fischer auf einer Wellenlänge mit dem BDM, der sich inzwischen weniger auf Aktionen besinnt. „Die Arbeit läuft mehr im Hintergrund ab“, erklärte Leis. „Wir agieren mehr auf der politischen Ebene, nur dort ist etwas erreichbar.“

Dauerpräsent wird der BDM von 10. bis 12. April bei der Agrarministerkonferenz in Berchtesgaden sein. Auch Leis hat für seinen Kreisverband mit zirka 170 Mitgliedern einen Bus organisiert, der zur Kundgebung am Donnerstag fährt. (mas)

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