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Im Gespräch: (v.l.) Bürgermeister Dr. Michael Rapp, Kommandeur Dirk Kutscher und Landrat Anton Speer.

Millionen-Investition in Kaserne

Murnau - Die Bundeswehr investiert kräftig in den Standort Murnau. Dies gab Dirk Kutscher, Kommandeur des in der Werdenfelser Kaserne stationierten Führungsunterstützungsbataillons 293, im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs bekannt.

Dazu hatten die Marktgemeinde und das Militär in das Offizierheim am Kemmelpark eingeladen. In den nächsten Jahren sollen laut dem Oberstleutnant „mehrere Millionen Euro“ in die Sanierung der Gebäude und in den Neubau fließen. „Die Entscheidung pro Murnau als Bundeswehrstandort wird nun in Form von Baumaßnahmen greifbar“, erklärte der Diplom-Ingenieur vor den geladenen Gästen.

Für die Marktgemeinde ist dies zweifelsohne eine gute Nachricht. Damit steigt die Chance, dass die Kaserne als wichtiger Arbeitgeber vor Ort dauerhaft erhalten bleibt. Wie bereits berichtet, stand die Einrichtung schon zweimal vor dem Aus. Dass die Immobilien an der Weilheimer Straße modernisiert werden, ist überfällig. Pläne hatte es schon früher gegeben, sie wurden aber im Zuge der Diskussion über die drohende Auflösung auf Eis gelegt. Die Gebäude sind teilweise in die Jahre gekommen und gelten als nicht mehr zeitgemäß. Das Vorhaben verfolgt ein neues Nutzungskonzept. Demnach sollen reine Bürokomplexe und davon getrennt Unterkünfte mit Doppelzimmern entstehen. Bislang sind diese beiden Bereiche mitunter unter einem Dach vereint. Auch das markante Stabsgebäude im Eingangsbereich soll auf Vordermann gebracht werden. Außerdem ist vorgesehen, eine große Halle zur Unterbringung der empfindlichen Technik und für Ausbildungszwecke zu errichten.

Die Experten des Murnauer Bataillons sind vor allem dafür zuständig, Kommunikationseinrichtungen zu installieren. Auslandseinsätze gehören mittlerweile zum Alltag. 2013 wurden 29 Soldaten nach Afghanistan, 23 in den Kosovo und einer in den Südsudan geschickt. Insgesamt absolvierten sie 5800 Einsatztage. Die Personalstärke in der Kaserne soll aufgestockt werden. Derzeit sind am Staffelsee rund 300 Soldaten stationiert, Ziel sind 600. Kutscher geht von einem moderaten Wachstum im Zuge der Strukturreform der Bundeswehr aus, die jetzt Schritt für Schritt zum Tragen kommt und flache Hierarchien schaffen soll. Der Kommandeur ist davon überzeugt, dass nach dem Wegfall der Wehrpflicht genügend Nachwuchs gefunden werden kann. Dies sei zwar eine „Herausforderung“. Aber: „Die Bundeswehr ist ein sehr attraktiver Arbeitgeber.“ Zeitsoldaten verließen nach ihrem Dienst die Streitkräfte mit einer „zivil anerkannten, gerade im Bereich der Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen herausragenden Qualifizierung“.

Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) ging in seiner Rede auf die Ortsentwicklung ein und zog eine positive Bilanz. „Wir sind gut aufgestellt und zum Motor des Landkreises Garmisch-Partenkirchen geworden“, sagte der Kommunalpolitiker, der sich um das Amt des Landrats bewirbt. Als wichtige Meilensteine nannte er unter anderem die Entwicklung des Kemmelparks zu einem Wohn- und Gewerbegebiet, die Sanierung des Bahnhofs und den Ausbau zum Schulzentrum. Auch finanziell sei der Ort gut aufgestellt. „Wir können wirtschaftlich optimistisch nach vorne blicken“, sagte Rapp. Doch es gibt auch Probleme. Dazu zählt der Immobilienboom. Rapp: „Wohnen zu angemessenen Preisen ist mehr und mehr unmöglich geworden.“ (as)

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