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Feinarbeit: Behutsam befreit Kirchenmalerin Maria Rauchenberger die Vergoldungen an der Kanzel mit einem weichen Pinsel vom Staub vieler Jahrzehnte.

St. Nikolaus Murnau

Sanierungs-Marathon endet im Jubiläumsjahr

Murnau - Mehrere Millionen Euro fließen innerhalb von fünf Jahren in die umfassende Sanierung der Murnauer Pfarrkirche St. Nikolaus – das wohl umfangreichste Projekt, das die katholische Pfarrei je schulterte. Derzeit sind die Altäre an der Reihe.

Die Geräusche großer Spezialstaubsauger durchdringen die ansonsten übliche Stille in St. Nikolaus. Während sieben der neun Altäre bereits saniert sind, stehen jetzt umfangreiche Arbeiten an Michaelsaltar und Kanzel an, dann folgt noch die Restaurierung des Hochaltars. Mitarbeiterinnen des Gaißacher Fachbetriebs „Werkstätten Wiegerling“ sind gerade auf Gerüsten an Michaelsaltar und Kanzel damit beschäftigt, den Schmutz von Jahrzehnten zu entfernen. „Zunächst nehmen wir den Staub ab, dann reinigen wir alles mit trockenen Mikrofasertüchern“, sagt Kirchenmalerin Maria Rauchenberger. „Dann wird die Fassung gefestigt, an defekten Stellen ausgekittet und retuschiert. Ebenso werden Schäden an der Vergoldung behoben.“ Ihre Kollegin Claudia Vogt ergänzt: „Bei alten Stücken wie dem Michaelsaltar können immer wieder Schäden auftauchen, die man bisher nicht sehen konnte, zum Beispiel, wenn Teile locker sind oder ein Holzwurmbefall vorliegt. Das kann die Arbeiten natürlich verzögern.“ 

Die Restaurierung der beiden wertvollen Stücke soll nach Angaben von Pfarrer Siegbert Schindele bis Ende Juni abgeschlossen sein. Wegen Holzwurmbefalls am Michaels- und am weitaus größeren Hochaltar habe vor einigen Wochen eine Spezialfirma eine Begasung vorgenommen: „Die Altäre wurden hierfür eingerüstet, mit einer Plastikfolie luftdicht eingehaust und begast. Deshalb durfte die Kirche eine ganze Woche lang nicht betreten werden – auch nicht von Mesner Peter Schäfer und mir.“ Die Kosten für die Restaurierung der sieben bisher fertiggestellten Altäre beziffert der Geistliche mit rund 180 000 Euro, die mittlerweile durch Spenden gedeckt sind. Der Michaelsaltar wird mit weiteren 20 000 Euro zu Buche schlagen, die Kanzel mit 45 000 Euro. „Auch für die Kanzel sind sehr viele Spenden eingegangen“, freut sich Schindele, „aber für den Michaelsaltar müssen wir noch sammeln.“

Doch das größte Vorhaben dieser Sanierungsetappe steht der Pfarrei noch bevor: Nach der Firmung wird der Hochaltar ab dem 18. Juli erneut hinter einem mächtigen Gerüst verschwinden. Diese Restaurierung, hofft Schindele, werde bis Mitte Advent vollendet sein. Die Kosten könnten im Vergleich zur ursprünglichen Kalkulation (200 000 Euro) etwas günstiger ausfallen, zumal sich sieben Fachfirmen bei der Ausschreibung unterboten haben, freut sich Schindele: „Vorausgesetzt, dass nicht noch zusätzliche Schäden festgestellt werden.“

Fürs kommende Jahr kündigt der Pfarrer den Abschluss der Kirchenrenovierung an: „Dann werden die Eingangsstufen vollendet und ab Mitte Juli die Bänke entfettet und geölt, so dass wir am 300. Jahrestag der Grundsteinlegung, am 17. September 2017, einen großen Fest- und Dankgottesdienst feiern können“ – nach rund fünf Jahren Sanierungszeit. 

Heino Herpen

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