Schuften für die WM: (v. l.) Hubert Buchwieser, Anton Hutter und Johann Oswald bringen die Kabine der Amateure für die zwölf Schiedsrichter auf Vordermann. foto: pawlovsky

Mission Verschönerung

Garmisch-Partenkirchen - Am 11. Dezember beginnt die U20-Weltmeisterschaft im Olympia-Eissportzentrum. Dafür bringen die Mitglieder des SC Riessersee Eishockey e. V. Kabinen auf Vordermann.

Irgendwo in den Katakomben des Olympia-Eissportzentrums dröhnt eine Kreissäge, im Foyer riecht es nach frischer Farbe und auf den Gängen stehen Zementsäcke. Bevor am Sonntag, 11. Dezember, die U20-Eishockey-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen beginnt, gibt es noch einiges zu tun. Denn während die Deutsche Nationalmannschaft in der Division I die „Mission Aufstieg“ ausgerufen hat, heißt es im Stadion derzeit „Mission Verschönerung“.

„Wir wollen uns als guter Gastgeber präsentieren“, sagt Johann Eitzenberger, Geschäftsführender Beamte der Marktgemeinde. Deshalb wird seit knapp drei Wochen in Eigenleistung fleißig gewerkelt - vor allem im Bereich des Altbaus. „Der neue Teil genügt den Anforderungen“, erklärt Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Dort stehen fünf Kabinen zur Verfügung. „Wir brauchen aber sechs und eine zusätzliche für die Schiedsrichter.“ Eigentlich gebe es für alle Mannschaften genug Umkleideräume, aber aus der sechsten können die Profis des SC Riessersee für die WM-Woche nicht ausziehen.

Johann Oswald, Vorsitzender des mitveranstaltenden SC Riessersee Eishockey e. V., ist deshalb persönlich im Einsatz. Derzeit erneuert der Fliesenleger-Meister die Sanitäranlagen in der Kabine der Amateur-Mannschaft. Während der WM sind dort die zwölf Referees der International Ice Hockey Federation (IIHF) untergebracht. Auch die Kabine der Schüler wird renoviert. Sie soll der Mannschaft aus Großbritannien zur Verfügung stehen. „Wir machen viel selber, aber die Gemeinde unterstützt uns sehr“, sagt der SCR-Vorsitzende. Die Kommune stelle das Material zur Verfügung und beauftragte einen Maler, das Nordfoyer, den ersten Stock und das Parterre zu streichen, erklärt Eitzenberger.

Oswald will nun noch die Türen im Altbereich säubern. Helfen werden ihm dabei die Eltern des SCR-Nachwuchses. Auch der Kraftraum muss aufgeräumt und einige Geräte neu angeschafft werden. „Diesen Bereich richten wir für die WM bärig her.“ In den Gymnastik-raum ziehen die Pressevertreter ein. DEB-Generalsekretär Reindl geht davon aus, dass aus jedem Teilnehmer-Land einer kommt. Zudem berichten Sport 1, der Bayerische und der Österreichische Rundfunk.

Im neuen Teil des Eissportzentrums schlägt unter anderem die deutsche Mannschaft ihr Quartier auf. Sie soll die Kabine der SCR-Jugend bekommen. Die Vergabe des Gäste-Umkleideraumes wird anhand der Tabelle entschieden. Sicher ist, dass die Internationale und Nationale Doping-Agenturen WADA und NADA in den Räumen der Eiskunstläufer untergebracht werden.

Aber auch rund um das Ereignis gibt es für die Veranstalter von SCR und DEB noch einiges zu tun. Den Sanitäts-, Ordnungsdienst und die Feuerwache hat Oswald bereits organisiert. Ebenso den Fahrdienst, den Heini Zolk vom örtlichen ADAC übernimmt. „Das ist eine super Sache“, meint der SCR-Vorsitzende. Rund um die WM seien außerdem etwa 60 freiwillige Helfer, sogenannte Volunteers, im Einsatz, erklärt Hubert Buchwieser, SCR-Jugendwart und Leiter des WM-Organisationskomitees.

Ob die getroffenen Vorbereitungen reichen, überprüft kommende Woche Hannes Ederer, Stellvertretender Generalsekretär der IIHF. „Ich bin schon gespannt, was der sagt“, betont Oswald. Reindl ist aber guter Dinge: „Organisieren können wir Deutschen.“

Julia Pawlovsky

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