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Viele Helfer bringen das Projekt auf den Weg: (v.v.l.:) Christoph Feldmeier, Nartan Beate Feldmeier, Annette Wagner, Gabriele Zahler, (h.v.l.) Marina Kirchmayer, Barbara Conradi-Rutz, Ursula Köhler, Christa Knödler, Martin Kriner, Brigitte Kemper, Ulrich Pedrotti, Rosemarie v. Kramer, Katharina Floßmann), Barbara Lampe und Gabriele Bierling.  

Sechs Stück stehen im Ort

Mitfahrbänke in Oberammergau eingeweiht 

Die Idee ist so einfach wie gut: Ältere Menschen, die nicht mehr mobil sind, setzen sich auf eine spezielle Bank und werden von Autofahrern mit freien Plätzen mitgenommen. Ein Angebot, das es nun in Oberammergau gibt.

Oberammergau – Ein weißes „M“ auf orangefarbenem Grund. Darunter das Logo der Oberammergauer Frauenliste. Dieses Zeichen wird den Dorfbewohnern in Zukunft öfter ins Auge stechen, denn es ziert die sechs neuen türkiesblauen Mitfahrbänke, die seit Kurzem überall im Ort stehen. Sie sollen Menschen ohne Auto zu mehr Unabhängigkeit verhelfen. Nun wurden sie im Rahmen einer kleinen Feier am Max-Streibl-Platz eingeweiht.

Weil man in Oberammergau zum Teil weite Wege zurücklegen muss, um ins Zentrum oder zu den Supermärkten zu gelangen, sind vor allem die älteren Einwohner auf Unterstützung angewiesen. Die Idee, wie man Abhilfe schaffen könnte, keimte bereits vor Jahren in Gemeinderats-, und Frauenlistenmitglied Anette Wagner. Denn damals sah sie einen Bericht im Fernsehen über Mitfahrbänke in Speyer. „Wir haben hier so viele Single-Senioren, die für ihre Besorgungen immer auf Hilfe angewiesen sind“, erklärt sie. „Mitfahrbänke können ihnen zu mehr Mobilität verhelfen.“ Als sie vor etwa sechs Monaten ihre Gedanken zum Thema bei der Frauenliste aussprach, ging man sofort begeistert an die Umsetzung. „Das allerkleinste Problem war es, Sponsoren zu finden“, verrät die Vorsitzende Barbara Cunradi-Rutz. Das Ehepaar Christoph und Nartan Beate Feldmeier finanzierte gleich über die eigene Hebammenpraxis und die Gartenbaufirma die Bank am Max-Streibl-Platz. Auch sie sind von der Initiative begeistert. Idee. „Ich fahre so oft allein im leeren Auto“, sagt Nartan Feldmayer. „Da ist für einen Mitfahrer immer Platz.“ Auch Gabriele Zahler von der Stern-Apotheke war schnell dabei. „Ich finde die Idee grandios. Das fördert das Miteinander im Ort.“ Außerdem könne man, indem man einen Mitfahrer mitnimmt, einen Beitrag leisten, der nichts kostet.

Als Dritter im Bunde beteiligte sich der V-Markt an der Aktion. Dort genügte ein Anruf. Die Entscheidung fiel innerhalb weniger Stunden. Für Filialleiter Ulrich Pedrotti eine Selbstverständlichkeit. „Ich kenne die Situation im Ort. Die großen Läden liegen alle draußen und sind ohne fahrbaren Untersatz schwer zu erreichen.“ Überzeugt von der Idee zeigte sich auch die Gemeinde. Diese steuerte die Aufstellarbeiten im Wert einer Bank bei. Außerdem fördertLeader das Projekt mit 1000 Euro. Den Rest stemmt die Frauenliste mit den Einnahmen aus ihrer Aktion „Adventsgeschenke“. Die sechs Bänke am Max-Streibl-Platz, V-Markt, Aufackerstraße, Kofelau, Rainenbichl und in der Parkbucht der ehemaligen Post, sind mit ihrem Logo gut zu erkennen. Wer mitgenommen werden möchte, setzt sich einfach drauf und wartet ab.

Beate Berger

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