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Streitthema im Bauausschuss

Mittenwald bekommt keine weiteren Hundetoiletten

Mittenwald - Für den Antrag des Tierschutzvereins gab es keine Mehrheit unter den Gemeinderäten. Appell an Hundebesitzer, benutzte Tüten ordnungsgemäß zu entsorgen.

Sie sind das Streitthema schlechthin – die roten, gefüllten Kotsäckchen, die ihren Weg nicht in die Hundetoilette, sondern in den Wald und auf die Wiesen finden. Der Tierschutzverein Mittenwald plädierte nun an die Gemeinde, vor allem in den Außenbereichen mehr Hundekot-Entsorgungs-Stationen zu errichten. Die Frage im Bau- und Umweltausschuss war, wer sie letztlich entleeren muss. Eigentlich könnte man meinen, dass eines schon Kindern beigebracht wird: Wer in der Natur, etwa in den Bergen, ist und dort Müll verursacht, der packt ihn auch wieder ein und entsorgt ihn ordnungsgemäß. Schwarze Schafe gibt es aber nicht nur unter Wanderern, sondern auch unter Hundebesitzern in Mittenwald. Sie waren Thema in der Ausschuss-Sitzung der Gemeinderäte. Denn zum Beispiel an der Isar entlang in Richtung Bundeswehr-Kasernen ist der Anblick oft erschreckend. Rote, gefüllte Hundekotbeutel, wohin das Augen blickt. Auf dem Gehweg, in der Wiese, unter den Blumen. Manchmal findet man die Tütchen sogar fein säuberlich an einen Ast gebunden, anderes Mal liegen sie unachtsam weggeworfen nur wenige Meter neben einer der 22 „Hundetoiletten“ in der Marktgemeinde. „Man findet sie sogar an Stellen, wo wirklich nur wenige Leute hinkommen“, sagt Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) verständnislos.

Im Gremium ging es um ein Schreiben von Christine Sprenger, Vorsitzende des Mittenwalder Tierschutzvereins. Sie bat die Gemeinde darum, weitere Hundetoiletten im Ort aufzustellen. Allerdings müsse die Leerung und Säuberung „auf alle Fälle durch und auf Rechnung des Marktes Mittenwald erfolgen“. Und genau hier liegt der Hund, beziehungsweise in diesem Fall das „Hundehäufchen“, begraben. Zwar „würden wir die Anschaffungskosten bezahlen“, erklärte Tierschützerin Sprenger als Besucherin in der Sitzung. Nicht aber Leerungen. Doch die Investition wäre laut Bürgermeister Hornsteiner gar nicht das Problem. „Wir müssten zusätzliches Personal einstellen“, meinte er mit Blick auf die Arbeit. Da würden dann schnell mal „Kosten im fünfstelligen Bereich“ zusammenkommen.“ Vor allem wäre der Aufwand für die Mitarbeiter zu hoch – gerade wenn der Außenbereich abgefahren werden müsste. Momentan übernehmen der Bauhof und die Gärtnerei die Leerung der Hundetoiletten praktisch im Vorbeigehen, da es eigentlich gar nicht deren Aufgabe wäre. Umso mehr appelliert Hornsteiner dringend an die Vernunft und Eigenverantwortung der Hundebesitzer, die Tüten ordnungsgemäß zu entsorgen.

Gemeinderat Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) regte an, die anfallenden Kosten doch über eine Erhöhung der Hundesteuer zu finanzieren. „Da würden wir aber den Großteil der vorbildlichen Hundebesitzer bestrafen“, ist sich Hornsteiner sicher. Denn auch bei diesem Thema wäre es nur „ein geringer Prozentsatz“, der mit ihren Tüten die Natur belastet. Für Sprenger ist es jedoch nicht zumutbar, dass Hundebesitzer „die Tüten bei einem Spaziergang stundenlang mittragen müssen“,  schreibt sie in ihrem Antrag. Sie wären zwar als geruchsneutral ausgeschrieben, allerdings würden sie trotzdem nach einiger Zeit enorm stinken. Weshalb Schmitz weiter vorschlug, dass der Tierschutzverein nach einer Alternative für die bisherigen Tüten suchen und diese der Gemeinde vorstellen sollte. Denn dann könnte der Bau- und Umweltausschuss über künftig geruchsneutralere Alternativen abstimmen. Für den Antrag über die weiteren Hundetoiletten gab es keine Mehrheit im Ausschuss.

Josef Hornsteiner

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