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Areal mit Zukunft: Auf dem Sportgelände an der Edelweiß-Kaserne soll sich einiges verändern.

Sporthallen-Pläne in Mittenwald

Aus null mach' zwei

Mittenwald - Derzeit wird in Mittenwald lebhaft über die Realisierung einer Mehrfachsporthalle auf dem Schulgelände diskutiert. Die Bundeswehr kann da bereits Konkreteres vorlegen. 

Mittenwalds Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) aus dem Sack gelassen. Er bestätigte gegenüber einem staunenden Publikum während der Bürgerversammlung in der vollbesetzten TSV-Halle, die Bundeswehr plane auf ihrem Areal den Bau einer Dreifach-Sporthalle. Zwar wollten die Gebirgsjäger den Ball noch flach halten. Doch nicht zuletzt wegen des Vorpreschens des Bürgermeisters bestätigt der Standortälteste das kostenträchtige Projekt.

Konkret gesagt: Dort, wo sich derzeit der Fußballplatz vor den Kasernen erstreckt, plant die Bundeswehr einen neuen Sportkomplex. Oberstleutnant Andreas Bockmann gibt zu verstehen, dass der Baubeginn für Mitte 2018 vorgesehen sei. Mehr noch: „Das komplette Gelände dort soll neu konzipiert werden“ – und zwar vom Bundesamt für Infrastruktur, Dienstleistungen und Umweltschutz in München. Geplant ist eine Verlegung des Fußballfelds Richtung Isar. Auf der somit frei werdenden vorgelagerten Fläche soll dann die neue Halle entstehen. „Die Bauzeit wird rund zwei Jahre betragen, die Gesamtkosten belaufen sich auf ungefähr 3,7 Millionen Euro“, teilt Hauptmann Matthias Rehse, Presseoffizier im zuständigen Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in der Karwendel-Kaserne, mit.

Doch was passiert dann mit den beiden bestehenden Hallen? „Diese sind nach den heutigen Bundeswehr-Bestimmungen nicht mehr ausreichend“, sagt Rehse. Die Sportstätte in der Karwendel-Kaserne sei ebenso in die Jahre gekommen und „entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards“. Das gilt auch für das Pendant in der benachbarten Edelweiß-Kaserne. Ursprünglich war das Gebäude einmal ein Materiallager der „Jager“ und wurde in der Folgezeit umgestaltet. „Mit einer Standardhalle ist dieses atypische Konstrukt nicht zu vergleichen“, bekräftigt der Presseoffizier. So könnten dort etwa keinerlei Sportturniere stattfinden.

Somit besteht aus Sicht der Bundeswehr-Verantwortlichen dringender Handlungsbedarf. Aber kann von dem künftigen Angebot auch die breite Mittenwalder Öffentlichkeit profitieren? Der Bürgermeister sagt definitiv nein. „Ich glaube nicht, dass die Bundeswehr am eigenen Bedarf vorbeiplant“, betonte Hornsteiner, als er mit dieser Frage bei der Bürgerversammlung konfrontiert wurde. „Nie und nimmer“ könnten die anfallenden 4000 Hallenstunden der örtlichen Vereine pro Jahr in den Gebirgsjäger-Einrichtungen abgefangen werden.

Somit geht die Debatte über die Realisierung einer kommunalen Dreifach-Sporthalle auf dem Areal der Grund- und Mittelschule weiter. Einer, der dabei mächtig anschiebt, ist der turn-affine Gemeinderat Stefan Schmitz (Bürgervereinigung). „Breitensport ist ein wichtiger Baustein für die Volksgesundheit“, wiederholt der drahtige 50-Jährige gebetsmühlenartig sein Hauptargument. Womit er sich vor allem bei Schwimmbad-Befürwortern keine großen Freunde macht.

Dem streitbaren Schmitz ist das herzlich egal. Er wirft viel lieber die (rhetorische) Frage auf: „Wie kann es sein, dass Eltern mit ihren Nachwuchstalenten bis nach München fahren müssen, um dort zeitgemäß trainieren zu können?“ In der altehrwürdigen TSV-Halle (über 100 Jahre alt) und in der Schulhalle (über 50 Jahre alt) ist dies jedenfalls nicht möglich. Schmitz fordert daher den vorrangigen Bau einer Mehrfach-Sporthalle am Mauthweg – nicht zuletzt um den Schulstandort Mittenwald attraktiv zu halten.

Zurück zur Bundeswehr. Diese sei schon allein aus quantitativen Gründen zum Handeln gefordert, verdeutlicht Pressesprecher Rehse. „Die Anzahl der Soldaten in Mittenwald ist in der Vergangenheit auf circa 1300 Frauen und Männer angestiegen.“ Auch der 39-jährige Offizier nimmt sportbegeisterten Mittenwaldern schon im Vorfeld die Illusion, die Halle könne ebenso zivil genutzt werden.

Immerhin werden künftig die Angehörigen beider Kasernen Sport in einem Komplex ausüben. „Da müssen die Zeiträume für die Vereine nochmals geprüft werden.“

Übrigens: Es gibt bereits Pläne, wie die alten Sporteinrichtungen genutzt werden können. So soll zum einen in die Halle der Edelweiß-Kaserne ein Konditions- und Fitnessraum eingerichtet werden und zum anderen ist daran gedacht, den Komplex in der Karwendel-Kaserne in eine Kletterhalle umzufunktionieren. Was bleibt, ist die Vision, dass es in einigen Jahren möglicherweise zwei moderne Dreifach-Sportstätten gibt. Aus null mach’ zwei – sozusagen. Geradezu Idealzustände in der bisherigen Hallen-Diaspora Mittenwald.

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