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Einige Umschläge sind im Rathaus Garmisch-Partenkirchen schon eingegangen. Mehrmals täglich leert Thomas Bader den Briefkasten.

Stand jetzt in Mittenwald, Murnau und Garmisch-Partenkirchen: Alles im Griff

Bürgermeister-Stichwahl per Brief: Kuverts zugestellt, Desinfektionsmittel bereit

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Wegen Corona müssen alle Bürgermeister-Stichwahlen per Brief erfolgen. In Mittenwald, Murnau und Garmisch-Partenkirchen ist man gerüstet. Desinfektionsmittel stehen auch bereit.

Update, 27. März: Am 29. März ist Stichwahl in mehreren Kommunen im Landkreis. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen am Wahltag lesen Sie hier live im Ticker für die Region Garmisch-Partenkirchen.

Landkreis – Briefwahlen liegen im Trend. Der Anteil steigt seit Langem. An diesem Sonntag wird er bei 100 Prozent liegen. Denn der Ausflug in Wahllokale entfällt. Die Stichwahl der Bürgermeisterkandidaten in Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und Murnau darf nur per Brief erfolgen. Das hat die Bayerische Staatsregierung wegen der Corona-Pandemie entschieden. Die Rathäuser haben reagiert. Alle stellen den freiwilligen Helfern Desinfektionsmittel und Handschuhe zur Verfügung. Im Isartal stand man vor einer besonderen Herausforderung.

Mittenwald: Stichwahl zwischen Hornsteiner und Corongiu

Wahlergebnis vom 15. März in Prozent: 
Adolf Hornsteiner (CSU) 45,73
Enrico Corongiu (SPD) 31,03

Egal, wie arbeitsintensiv die Vorbereitungen auf die Stichwahl in Mittenwald waren, nun ist der Markt gut aufgestellt für das Duell Adolf Hornsteiner (CSU) gegen Enrico Corongiu (SPD). Bis dahin mussten die Verwaltungsangestellten im Rathaus ordentlich schwitzen. Es war ein Wettlauf mit der Zeit, die Briefwahlunterlagen allen Bürgern zur Verfügung zu stellen. Erst am Freitagvormittag gegen 11.15 Uhr bekam das Rathaus die Kuverts. 18 Leute waren in der Folge damit beschäftigt, sie mit den nötigen Etiketten zu versehen. „Ausgetragen haben wir dann in zwei Schichten“, sagt der Geschäftsleitende Beamte Hermann Baier. Am Freitagnachmittag rückten 17 Kindergärtnerinnen aus, um Straßenzug für Straßenzug die Umschläge in die Briefkästen zu schieben. Am Samstag waren die Rathaus-Mitarbeiter an der Reihe. „Wir haben es geschafft, bis 12 Uhr alle Unterlagen rauszubringen.“ Auch der Sonntag ist mittlerweile geregelt. Der Markt kommt ohne externe Wahlhelfer aus. 32 Angestellte aus der Verwaltung übernehmen den Job des Auszählens, acht je Briefwahlbezirk. „Räumlich haben wir sie gut verteilt, zwei Gruppen sind im Rathaus, zwei in der Schule.“ Baier und das Wahlamt rechnen mit rund 4000 Kuverts – bei 6213 Wahlberechtigten –, die am Sonntag zu öffnen sind. „Denn geringer dürfte die Beteiligung auf keinen Fall ausfallen.“ In Gefahr könnte die Stichwahl nur kommen, sollte sich die Corona-Lage im Ort bis zum Wochenende enorm verschlechtern. Momentan aber geht Baier davor aus, dass die Wahl stattfindet. Mit den ersten Eilmeldungen aus den vier Bezirken rechnet er nach gut einer Stunde, also gegen 19 Uhr.

Garmisch-Partenkirchen: Stichwahl zwischen Meierhofer und Koch

Wahlergebnis vom 15. März in Prozent:
Elisabeth Koch (CSU) 44,71
Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) 21,74

Amtsinhaberin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) gegen Herausforderin Elisabeth Koch (CSU): So heißt das Duell der starken Frauen in Garmisch-Partenkirchen. Viele Bürger würde es ins Rathaus locken. Menschen, die vor Ort am Bildschirm das Ergebnis erwarten, diskutieren und analysieren würden. Doch das wird es in diesem Jahr nicht geben, das Rathaus bleibt wegen der Corona-Pandemie zu. „Das ist natürlich sehr schade“, sagt Rathaussprecherin Ute Leitner. Schade für die Garmisch-Partenkirchner, schade um die Stimmung, die Gespräche. Für diesen Punkt aber gibt es keine Lösung, zur Schließung keine Alternative. Alle anderen Herausforderungen hat die Gemeindeverwaltung nach eigener Aussage bewältigt. „Stand jetzt haben wir alles im Griff“, sagt Leitner. Die Briefwahlunterlagen gingen rechtzeitig raus. 21 584 Kuverts wurden gepackt und verschickt. Dabei halfen Kindergärtnerinnen fleißig mit. „Eine tolle Sache“, sagt Leitner. Sonst hätte das Rathaus wohl einen Tag länger gebraucht.

Für die Stichwahl stehen rund 100 Wahlhelfer zur Verfügung, mehrheitlich Mitarbeiter, doch auch ein paar externe Männer und Frauen sind dabei. Um sie bestmöglich zu schützen, zählen sie die Stimmen im Kongresshaus aus, verteilt auf mehrere Räume. Dort lässt sich der Abstand von zwei Metern zueinander einhalten. In 14 Briefwahlbezirken sind die Bürger zum Wählen aufgerufen. Ob sich die reine Briefwahl auf die Beteiligung auswirkt – möglich, sagt Leitner. Positiv wie negativ, da wagt sie keine Prognose. Egal, wie viele Menschen ihre Stimme abgeben: Zwischen 19.30 und 20 Uhr will der Markt unter www.buergerservice.gapa.de ein vorläufiges Ergebnis verkünden. Gejubelt oder getrauert wird dann zuhause in den Garmisch-Partenkirchner Wohnzimmern.

Murnau: Stichwahl zwischen Beuting und Zoepf

Wahlergebnis vom 15. März in Prozent:
Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum Murnau) 41,46
Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) 19,03

9600 Briefwahlunterlagen hat das Murnauer Rathaus verschickt, alle wurden rechtzeitig zugestellt. Da gab es laut Sprecherin Annika Röttinger keine Probleme. Bis zum frühen Dienstagnachmittag jedoch lagen in der zuständigen Abteilung noch nicht viele ausgefüllte Stimmzettel vor. „Nach unserer Beobachtung ist die Wahlbeteiligung noch etwas zurückhaltend“, sagt Röttinger. Daher ruft sie im Namen der Marktgemeinde noch einmal alle Bürger auf, ihr Wahlrecht zu nutzen. In acht Briefwahlbezirken entscheiden sich die Murnauer zwischen Amtsinhaber Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Herausforderer Philipp Zoepf (Mehr Bewegen). Pro Wahllokal stehen sechs Helfer – ausschließlich Rathaus-Mitarbeiter – zur Verfügung, die wie immer in verschiedenen Klassenzimmern der Mittelschule auszählen. Mit diesem Team lässt sich die Arbeit gut bewältigen. Das erste Ergebnis kündigt Röttinger für etwa 19 Uhr an. Es wird auf der Homepage des Landratsamtes unter www. lra-gap.de bekannt gegeben.

Abgabefrist für die Briefwahlunterlagen

Die Briefwahlunterlagen können bis Sonntag, 29. März, in die Briefkästen der Rathäuser eingeworfen oder per Post geschickt werden. Entscheidend ist nur: Bis spätestens 18 Uhr müssen sie eintreffen.

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