Christine Sprenger, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Mittenwald, mit ihrer Suchanzeige
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Wo ist Schorschi? Das fragt sich die Tierschutzvereins-Vorsitzende Christine Sprenger, die ihren Kater vermisst.

Tierschützer beklagen vermisste Tiere

16 Katzen in Mittenwald spurlos verschwunden

Das Schicksal vieler verschwundener Hauskatzen in Mittenwald ist ungewiss. Sehr zum Leidwesen einiger Tierfreunde, die ihre Lieblinge vermissen.

Mittenwald – Bei ihren vielen Spaziergängen rund um ihren Wohnort ist Ruth Schmaus etwas aufgefallen. „Anscheinend verschwinden bei uns im Ort viele Hauskatzen.“ Was die Mittenwalderin zu dieser Vermutung veranlasst? „Ich bemerke immer wieder die vielen Suchplakate, mit denen heimische Tierfreunde nach ihren Lieblingen fahnden.“

Das kann Christine Sprenger, die Vorsitzende des örtlichen Tierschutzvereins, nur bestätigen – nicht zuletzt weil sie eine der Betroffenen ist. „Ich vermisse seit Oktober 2020 meinen über Nacht und bis heute spurlos verschwundenen Kater Schorschi.“ In ihrer Verzweiflung hat die engagierte Tierschützerin ebenfalls an diversen Stellen – unter anderem im Schaukasten am Berggasthof Gröblalm – Hilfeaufrufe ausgehängt. Doch die Wahrscheinlichkeit auf ein Wiedersehen mit ihrem Kater strebt gegen Null. „Es ist höchst selten, dass eine verschwundene Katze wieder auftaucht“, weiß Sprenger aus Erfahrung. „Höchstens dann einmal, wenn sie irrtümlich in der Nachbarschaft eingesperrt wurde. Deshalb ist die Dunkelziffer auch entsprechend höher.“

Laut ihrer Recherche werden in Mittenwald derzeit 16 Katzen vermisst. „Manche Besitzer rufen mich an oder schreiben mir“, informiert die Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Viele kontaktieren mich auch über Facebook und stellen dort Suchanzeigen mit Bild ein.“

Der Polizei in Mittenwald ist allerdings eine Häufung von verschwundenen Katzen nicht bekannt. „Uns liegen aktuell keine Suchanzeigen von vermissten oder streunenden Katzen vor“, teilt Polizei-Hauptkommissar Emanuel Erdinger mit, der derzeit kommissarische stellvertretende Leiter der Inspektion Mittenwald. „Es sind auch keine Hinweise auf Unfälle eingegangen, bei denen Tiere getötet oder durch Anfahren verletzt worden sind.“

Auf einen Punkt möchte Erdinger noch hinweisen: „Manchmal tauchen auch Katzen nach langer Zeit wieder auf, und die Besitzer vergessen dann in ihrer Freude, die Suchplakate abzuhängen.“ Nicht zuletzt deshalb hat Tierschützerin Sprenger über entsprechende Kanäle im Internet aufgerufen, diese Plakate zu entfernen und ihr die aufgetauchten Lieblinge zu melden. „Damit wir eine korrekte Anzahl von vermissten Tieren haben und entsprechend weiter nachforschen können.“

Auch in Garmisch-Partenkirchen soll es eine nicht unerhebliche Anzahl wie vom Erdboden verschluckter Haustiere geben. Das zumindest behauptet Alexandra Märklin. Ihr zufolge gelten 27 Katzen sowie zwei Rassehunde als abgängig im Olympiaort. Die 43-Jährige vermutet gar, „dass hier vielleicht Tierfänger am Werk sind“. In diesem Zusammenhang erwähnt sie die Internet-Plattform haustierdiebstahl-in-deutschland.de. Darauf sollen „besonders die Tierfreunde im Raum Garmisch-Partenkirchen vor diesen Praktiken“ gewarnt werden. Wolfgang Kunz

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