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Mann mit Visionen: Enrico Corongiu träumt von einem Sport- und Freizeitzentrum Isarauen.

Hallenbad-Debatte flammt neu auf

Die rote Hoffnung: Agenda 2025

  • vonChristof Schnürer
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Die Mittenwalder SPD hat eine Vision: Der Ortsverein träumt von einem Sport- und Freizeitzentrum Isarauen. Damit greift man eine Initiative von 2013 auf. Der entsprechende Antrag soll demnächst im Gemeinderat diskutiert werden.

Mittenwald – „Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben.“ Enrico Corongiu (SPD) klingt entschlossen. Er und sein Fraktionskollege Rudi Rauch unternehmen in Form der Agenda 2025 einen weiteren Vorstoß, doch noch ein Hallenbad zu verwirklichen. Und nicht nur das: Die Roten träumen von einem Sport- und Freizeitzentrum Isarauen mit Kinderspielplatz, Kletter- und Boulder-Möglichkeiten, Beach-Volleyballplatz, Eislauffläche und eben einem Hallenbad samt Wellnessbereich und Liegewiese auf dem Eisstadion-Areal. Damit greift die SPD ein Ansinnen von Rudi Rauch auf, der etwas ähnliches schon im Herbst 2013 forderte – und scheiterte. Nun also der zweite Versuch. Der entsprechende Antrag ist am Donnerstag im Mittenwalder Rathaus eingegangen. „Damit bieten wir eine Alternative“, meint Corongiu, der hofft, dass die „Agenda 2025“ möglichst bald im Gemeinderat diskutiert wird.

Eigentlich glaubten viele in Mittenwald, dass das Thema Hallenbad nach dem Ratsbegehren vom 10. Juni vom Tisch ist. Keineswegs findet die SPD. Es führte lediglich zu dem Ergebnis, „dass von der Mehrheit der Bürger ein Schwimmbad am Standort ,Nemayergrundstück‘ und mit einem minimalen Raumkonzept abgelehnt wurde“, heißt es in dem Schreiben der SPD-Fraktion an den Bürgermeister. „Aus unserer Sicht ist es nun notwendig, das einzig lukrative wirtschaftliche Standbein – den Tourismus – weiter zu entwickeln und eine neue Objektplanung für die kommenden 10 bis 15 Jahre in Angriff zu nehmen.“

Auch einen Finanzierungsvorschlag liefern die Sozialdemokraten. Das Projekt an den Isarauen solle „durch erhebliche Einsparungen bei den von der CSU-Mehrheit beschlossenen und geplanten Großprojekten erfolgen.“ Damit wird auf die Kranzberg-Offensive, den Sporthallen-Bau und die Modernisierung des Veranstaltungssaals abgezielt. Auf letzten soll mit Hinweis auf die beiden Pendants in Krün und Wallgau sogar ganz verzichtet werden.

Zudem hält die SPD eine Zweifach-Sporthalle für den Schul- und Vereinssport für völlig ausreichend. Hierbei zieht die Partei das Statistische Landesamt heran, die im Schuljahr 2016/2017 von 270 Erst- bis Neuntklässlern am Mauthweg spricht. „Auch wurde im Bürgerentscheid von 2017 unter anderem eine Dreifach-Turnhalle mehrheitlich abgelehnt.“

Diskussionsbedarf sieht die Zwei-Mann-Fraktion auch beim Thema Kranzberg-Modernisierung. „Die geplanten Eingriffe und Maßnahmen sind bei Weitem überdimensioniert“ – und rechtfertigen laut SPD keinesfalls eine Ausgabe von 25 Millionen Euro. Corongiu und Co. empfehlen daher eine Neubewertung und Verschlankung des Projekts. Zumal „in Zeiten des Klimawandels nicht in eine intakte Natur- und Kulturlandschaft eingegriffen werden“ sollte. Die SPD schlägt „moderate Modernisierungsmaßnahmen“ zum Beispiel „den Bau eines neuen Lifts“ vor.

Alles zusammengepackt in der Agenda 2025. Vieles davon wird wohl Wunschdenken bleiben – angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse im Marktgemeinderat.

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