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Bürgermeister Hansjörg Zahler (l.) informiert sich vor Ort am sogenannten Kaltwassergraben.

Umweltminister sichert Hilfe zu

Alarm im Isartal: Schuttkegel im Kaltwassergraben wächst und wächst

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Der sogenannte Kaltwassergraben bereitet Wallgauern und Mittenwaldern gleichermaßen Sorge. Die einen fürchten um ihr Trinkwasser, die anderen um wertvolle Weideflächen. Denn der monströse Schuttkegel nimmt dort immer größere Dimensionen an. Alle hoffen nun auf Unterstützung durch den bayerischen Umwqeltminister.

Mittenwald/Wallgau – Angesichts der aufgetürmten Geröllmengen stimmt der Name schon lange nicht mehr. „Der Kaltwassergraben müsste eigentlich Kaltwasserbuckel heißen“, verdeutlicht der Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) den Problemfall unterhalb der Schöttlkarspitze. Denn in dieser Rinne arbeiten sich Unmengen von Gestein Richtung Isartal. Oberhalb des Wallgauer Trinkwasser-Brunnens an der Au-Hütte hat sich ein riesiger Schuttkegel gebildet. „Bei jedem Unwetter schiebt er sich weiter nach draußen“, beschreibt Hornsteiner die Gefahrenlage. „Er wird immer breiter.“ Und gefährdet damit 25 Prozent der dortigen Weideflächen.

Die Wallgauer wiederum fürchten seit Jahren um ihr Trinkwasser. Denn wenn über den prall gefüllten Kaltwassergraben die Fluten mehr oder weniger ungebremst nach unten rauschen, könnte der Brunnen in der Au-Hütte unterspült werden. Ein Horrorszenario. Deshalb hatte man vor fünf Jahren einen Lenkdeich angebracht, der die Wassermassen vom Brunnen fernhalten soll.

Doch damit ist die Gefahr beileibe nicht gebannt. „Da oben liegen zigtausend Kubikmeter Kies“, sagt Hornsteiner. Aus diesem Grund nutzten die Verantwortlichen den Besuch des wahlkämpfenden bayerischen Umweltministers Dr. Marcel Huber (CSU). Dieser verschaffte sich vor Ort ein Bild von der Lage. „Es war deutlich zu spüren, dass er das Problem lösen möchte“, teilt Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) mit.

Sein Amtskollege Hornsteiner sieht in dem Interesse und den Äußerungen des Ministers einen „richtigen Schritt in die richtige Richtung – er hat das Problem erkannt“. Für Hornsteiner gibt es „nur eine einzige Möglichkeit“, das Problem in den Griff zu kriegen: „Eine kontinuierliche Kiesentnahme.“ Doch das ruft natürlich Bedenkenträger in Sachen Umweltschutz auf den Plan.

Das befürchtet vor allem Zahler. Er prophezeit: „Wenn wir dort oben keinen pragmatischen, sondern ideologischen Naturschutz machen, dann kriegen wir ein riesiges Problem.“

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