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Die Schafe kommen bald wieder ins Tal.

Die Rückkehr nach der Katastrophe

Almabtrieb 2019 nach schlimmen Felsstürz im Isartal: Das Unglück schweißt zusammen

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Am 31. August beginnt der Abtrieb der Ziegen, gefolgt von den Schafen und Rindern. Heuer stehen die Abtriebe im Zeichen der Solidarität. Bergschafzüchtern haben im Juli über 180 Tiere verloren.

Oberes Isartal – Die Isartaler halten zusammen, wenn es darauf ankommt. Von allen Seiten haben Menschen nach dem tragischen Bergunglück mit über 180 toten Schafen am Predigtstuhl im Juli für die geschädigten Halter gespendet. Sogar das diesjährige Plakat des „kleinen Regionalmarkts“ in Mittenwald ziert das Foto einer Schafherde. „Wir spenden den kompletten Erlös der Forst- und Weidegenossenschaft“, sagt Andreas Hillejan, Mitinitiator, Inhaber und Chefkoch des Marktrestaurants am Dekan-Karl-Platz. Ihn bewegte das Unglück. Auf dem Regionalmarkt am Samstag, 7. September, im Biergarten des Gasthofs Stern kochen er und weitere heimische Gastronomen je 100 Probierportionen regionaler Gerichte und Produkte zu je drei Euro das Stück – alles für den guten Zweck.

Auch der Schafabtrieb, der am selben Tag stattfindet, wird heuer nicht wie gewohnt als großes Fest zelebriert, sondern als Zusammenkunft im Zeichen der Solidarität: Es gibt keine Prämierung und auch keine Musik, dafür wird der Erlös jedes verkauften Getränkes und jeder Brotzeit den Bergschafzüchtern zugute kommen.

Spenden werden nun gebündelt an die geschädigten Schafhalter übergeben

Peter Reindl, Chef der Mittenwalder Forst- und Weidegenossenschaft, ist sprachlos gegenüber dieser geballten Spendenfreude. Er wird jetzt alle eingegangen Gelder sammeln und den Schaferern übergeben. Wann, ist noch offen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit aber während der Almabtriebe und -feste in den kommenden Wochen.

Über Tage hinweg war unklar, ob der Abtrieb der Schafe nach dem Unglück heuer überhaupt stattfinden wird. Schließlich ist er ein wichtiger Bestandteil des touristischen Herbstprogrammes der Alpenwelt Karwendel. „Wir waren stets mit den Verantwortlichen in Kontakt“, sagt Patrick Wagner, Veranstaltungsmanager der Tourismus-GmbH. „Wir hoffen, dass viele Menschen kommen werden“, sagt Wagner. Die Touristiker haben bereits vor dem Unglück fleißig die Werbetrommel gerührt. In vielen Magazinen und im Hörfunk werden die Isartaler Almabtriebe angepriesen. Sogar mit der Deutschen Bahn gibt es eine Kooperation. „Da liegen Flyer aus und in den Bahnhöfen hängen Plakate.“

Die Almabtriebe und Bauernwochen sind eine wichtige Bereicherung, um die Sommersaison touristisch zu verlängern. „Wir haben viele Urlauber, die extra deshalb her kommen“, sagt Wagner.

Nicht zuletzt deshalb sind die Tourismusverantwortlichen der Alpenwelt über die vielen finanziellen Hilfen froh, die den Fortbestand der Mittenwalder Schafherde und damit auch die Isartaler Kulturlandschaft sichern.

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