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Die Treue in Person: Sektionschef Max Schmidt (l.) gratuliert (ab 2. v. l.) Rupert Scherbl, Georg Kolbmann, Sigi Müller, Adolf Schöffel, Willi Mangold und Jan Wolter, die seit 60 Jahren dem Alpenverein Mittenwald angehören. 

Positive Bilanz bei Alpenvereinssektion Mittenwald

Bergfreunde verzeichnen dickes Plus

Mehr Mitglieder und höhere Übernachtungszahlen in den Hütten: Die Sektion Mittenwald des Deutschen Alpenvereins entwickelt sich prächtig.

Mittenwald – Zum 143. Mal tagte die Sektion Mittenwald des Deutschen Alpenvereins (DAV) im Gasthof Postkeller. Vorsitzender Max Schmidt freut sich über eine wachsende Mitgliederzahl – allein im vergangenen Jahr kamen 229 neue hinzu. Allerdings gab es „auch sehr viele Kündigungen“. Dennoch zieht Schmidt eine stolze Bilanz: „Die Sektion ist mittlerweile auf 3085 Mitglieder angewachsen.“ Davon kommen 1400 aus Mittenwald und Umgebung.

Und auch bei den Hütten sieht es gut aus. 2016 konnte die Brunnsteinhütte ein Rekordergebnis einfahren. So wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um satte 16 Prozent gesteigert, die Übernachtungen legten um 14 Prozent zu. „Zum ersten Mal wurde die 3000er Marke überschritten“, verkündet Schmidt auf der Jahresversammlung stolz. 3020 Gäste übernachteten 2016 in der DAV-Hütte. Die Pächterfamilie Barbara und Hans-Peter Gallenberger war aber nicht nur mit der Bewirtung fleißig, wie der Vorsitzende feststellte: „Sie warben auch 40 neue Mitglieder für uns.“

Auf der Krinner-Kofler-Hütte (Hertha Klotz) nächtigten trotz der kurzen Öffnungszeit von dreieinhalb Monaten mehr als 900 Bergsteiger. „Das ist ein sehr guter Wert.“ Dort wurde eine neue Solaranlage installiert, die nun genügend Strom für die Beleuchtung liefert.

Und auch die Mittenwalder Hütte konnte ihre Übernachtungen steigern. 1069 Bergsteiger ließen sich die Speisen und das Bier der Pächter Bernhard Kriner und Luise Schelhas schmecken. Dabei war das Jahr für die beiden alles andere als leicht: Aufgrund der Lawinenverbauung an der Rainlähne musste die Talstation ihrer Material-Bahn verlegt werden. „Der Termin der Schließung wurde leider schon von Oktober in den September vorverlegt“, berichtete Schmidt – also noch vor Ende der Bergsaison 2016. Somit blieb den Wirtsleuten nichts anderes übrig, als im September noch einen Vorrat für über vier Wochen auf 1518 Höhenmeter zu transportieren. Der Abtransport des Leerguts, der Lebensmittel und der sonstigen Ressourcen erfolgte dann per Hubschrauber.

„Insgesamt hatten wir im vergangenen Jahr 4989 Übernachtungen auf unseren Hütten“, fasste Schmidt zusammen – 500 mehr als 2015. Diese Zahl freut auch den Referenten der Krinner-Kofler-Hütte, Rolf Graich. Er erledigt dieses Amt bereits seit 50 Jahren. Daneben sind Marinus Zwerger für die Brunnsteinhütte und Hans Neuner für die Mittenwalder Hütte zuständig.

Die Sektion zeichnet auch für das 70 Kilometer lange Wege- und Steignetz verantwortlich. Für deren Instandhaltung wurden 293 ehrenamtliche Stunden investiert. Allein der Mittenwalder Klettersteig forderte 100. Die restliche Arbeitszeit verteilte sich auf Karwendel- und Leitersteig, Alter Steig, Lindenkopf und Wettersteingebiet.

78 Jubilare erhielten heuer seitens der Sektion eine Ehrung, 27 hatten sich zur Jahresversammlung angemeldet. Eine ganz besondere Würdigung für ein Mittenwalder Urgestein wäre darunter gewesen: Heinrich Hornsteiner („Tschulli Heini“) wäre für 70 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet worden. Leider musste er aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Die Geehrten:

25 Jahre: Beate Müller, Erwin Müller, Veronika Sprenger, Ingrid Lutz, Christine Simon, Barbara Gallenberger, Erika Wackerle, Alexandra Schaidhammer, Frank Neumayr, Fritz Neumayr, Simon Ostler, Frank-Peter Schad Rettenberg, Christian Schaeblen; 40 Jahre:Petra Ostler, Franz-Paul Reindl, Rainer Egger, Anton Nußbaumer, Alois Fichtl, Peter Wagner; 50 Jahre: Willi Hennings, Rosemarie Mayr-Görlich, Ottmar Mayr, Schober Else; 60 Jahre: Adi Schöffel, Georg Kolbmann, Jan Wolter, Willi Mangold, Sigi Müller, Rupert Scherbl; 70 Jahre: Heinrich Hornsteiner (Tschulli).

Josef Hornsteiner

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