+
Charme und Charakter hat das stillgelegte Postgebäude von 1914 im Bahnhofsviertel.

Ehrgeiziges Projekt in Mittenwald

Museumspläne für das verwaiste Post-Gebäude: So steht der Gemeinderat dazu

  • schließen

Am Gemeinderat soll’s nicht scheitern. Einhellig begrüßt das Gremium die Museumspläne für das verwaiste Mittenwalder Postgebäude. Mit einem klaren Bekenntnis (18:0) unterstützt das Kommunal-Parlament ohne Wenn und Aber das ehrgeizige Projekt einer Münchner Künstlerin.

Mittenwald – Gelb ist nicht nur die Farbe der Missgunst, sondern auch der Anstrich des Mittenwalder Postgebäudes. Doch langsam ist der Lack ab an dem 1914 errichteten Solitärgebäude am Bahnhofsplatz. Immerhin: Vor bald neun Jahren (12. Mai) wurde die Filale der Deutschen Post AG geschlossen. Der gelbe Riese verfiel zusehends in einen Dornröschenschlaf. Selbst der ehemalige Staatssekretär Wolfgang Gröbl aus Miesbach, der mit Geschäftspartnern die Immobilie vor dem Hintergrund eines Hotelbaus in der Nachbarschaft gekauft hatte, schaffte es nicht, die schlummernde Schönheit mit neuem Leben zu erfüllen.

Das könnte jetzt einer kunstsinnigen Frau aus München gelingen. Sie möchte ihre 2015 erworbene Immobilie in ein Museum umwandeln. Mit der Frau in Kontakt zu treten, ist schwierig. Über ihren Anwalt lässt sie via Presse-Mitteilung in puncto Kunstmuseum wissen: „Hierin sollen Werke (Gemälde, Papierarbeiten, Skulpturen) der klassischen Moderne gezeigt werden.“ Aber auch jungen, zeitgenössischen Künstlern will man in der Post ein Forum geben. Allgemein solle das Vorhaben „eine Ergänzung zur bereits bestehenden Museumslandschaft im Voralpenland“ sein.

Im Marktgemeinderat stießen am Dienstagabend die Pläne der Münchnerin auf breite Zustimmung. Mit 18:0 segnete das Gremium deshalb die notwendige Änderung des Bebauungsplans Nummer 42 (Dammkar-/Bahnhofstraße) ab. Der Tenor im Rat zu den Museums-Visionen war beinahe schon überschwänglich. „Eine sehr positive Entwicklung für Mittenwald“, urteilte Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Gleichzeitig berichtete der Rathauschef von „einer Vielzahl von Gesprächen mit dem Landesamt für Denkmalschutz“. Denn selbstverständlich steht der 104 Jahre alte, wuchtige Komplex unter dessen Oberhoheit.

Von einer „kulturellen Bereicherung“ sprach Gemeinderat Rudi Rauch (SPD). Dieter Schermak (CSU) sieht das Ganze auch aus einem anderen Blickwinkel. „Wir bekommen eine Attraktion, die nichts kostet.“ Den allgemeinen Frohsinn fasste der Bürgermeister mit folgendem Satz treffend zusammen: „Ich bin auch froh, dass alle froh sind.“

Laut Marktbaumeister Ralf Bues soll die künftige Sehenswürdigkeit aus drei behindertengerechten Baukörpern bestehen. „Die bestehenden Gebäude sollen hierbei möglichst erhalten bleiben und der Innenhof zu einem Kommunikationspunkt mit Café ausgebaut werden“, heißt es dazu in der Presse-Mitteilung der Eigentümerin. In puncto Realisierungszeitraum wird auf einen „Präsentationstermin mit den Architekten“ verwiesen, die die Details erläutern sollen, „sobald es der konkrete Planungsstand zulässt“.

Dass offenbar in naher Zukunft Veränderungen in dem gelben Haus eintreten, freut einen Gemeinderat besonders: Klaus Zwerger (Bürgervereinigung). „Es ist wichtig, dass sich was tut“ – in einem Gebäude, das beinahe 50 Jahre der Arbeitsplatz des pensionierten Postbeamten war.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lückenschluss im Radwegenetz
Für die Radfahrer ist eine Tour rund um den Riegsee nun attraktiver geworden: Auf einer Strecke von 250 Metern nördlich des Sees wurde im Herbst vergangenen Jahres ein …
Lückenschluss im Radwegenetz
Garmischer Ortsdurchfahrt wird streckenweise saniert
Die Arbeiten sind nötig: Autofahrer müssen sich ab Montag auf Verkehrsbehinderungen auf der B23 einstellen - für etwa drei Wochen.
Garmischer Ortsdurchfahrt wird streckenweise saniert
SEK-Einsatz in Psychiatrie: Mann (31) droht mit Suizid 
Aufregung in den Mittagsstunden: In der kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Garmisch-Partenkirchen wehrte sich ein Mann gegen eine Verlegung in eine andere Station - und löste …
SEK-Einsatz in Psychiatrie: Mann (31) droht mit Suizid 
Krün: Mitfahrerbänke sollen Verkehr entlasten
Die Idee klingt vielversprechend: Sogenannte Mitfahrerbänke, eine Variante des Trampens, sollen den Verkehr entlasten. Nun wird auch im Isartal über die Einführung eines …
Krün: Mitfahrerbänke sollen Verkehr entlasten

Kommentare