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Bahnhof Mittenwald: Gemeinde in der Zwickmühle

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„Wir haben nicht die Absicht, das Gebäude zurückzukaufen.“
Ein Sprecher der Deutschen bahn
„Wir haben nicht die Absicht, das Gebäude zurückzukaufen.“ Ein Sprecher der Deutschen bahn

Mittenwald - Die Verkaufsabsichten der Ideal Mobil AG treffen die politisch Verantwortlichen ins Mark. Vor allem deswegen, weil die Kommune nun vielleicht ein marodes Bahnhofsgebäude ablösen muss.

Die politischen Brände gehen im neuen Jahr nicht aus: Erst macht die Baufirma pleite, die das Wohn- und Geschäftshaus am Dekan-Karl-Platz hochziehen soll. Nun der überraschende Rückzieher der Ideal Mobil AG. Das Münchner Unternehmen hatte im Januar 2007 die Mittenwalder Station angeblich zu einem Schnäppchenpreis gekauft, um sie für viel Geld in einen Wohlfühl-Bahnhof umzuwandeln. Pustekuchen - wegen des gescheiterten Finanzierungskonzepts macht Firmenchef Thomas Walter eine Rolle rückwärts. Nun will er die 99 Jahre alte Immobilie „zum Selbstkostenpreis“ wieder los werden.

Doch an wen? Die Deutsche Bahn AG winkt sofort ab: „Wir haben nicht die Absicht, das Gebäude zurückzukaufen“, stellte gestern ein Sprecher des Unternehmens unmissverständlich klar. „Doch wir sind mit der Gemeinde im Gespräch, eine Lösung zu finden.“ Die DB sieht sich dabei als Brückenbauer zu potenziellen Investoren. Aber die werden aufgrund der zu erwartenden Renditechancen und des Sanierungsaufwands - im Raum stehen rund 800 000 Euro - nicht unbedingt Schlange stehen. Die Marktgemeinde sitzt also in der Zwickmühle.

Denn nachdem Bahnhofstraße, Bahnhofsplatz und die Gleisanlagen für einige Millionen Euro tourismusort-gerecht modernisiert und kosmetisch behandelt wurden, kann sie sich eine brachliegende, über Jahre hinweg verfallende Ruine nicht leisten. Die „Gefahr einer Ruine“ sieht SPD-Gemeinderat Rudi Rauch. „Daher brauchen wir eine möglichst schnelle Lösung.“

In diesem Zusammenhang empfiehlt sich der Blick nach Krün. Dort hat die Gemeinde im Dezember 2008 für einen niedrigen sechsstelligen Betrag den Klaiser Bahnhof erworben. „In unserer Situation war’s die richtige Entscheidung“, meint Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Für rund 240 000 Euro - davon 50 Prozent staatliche Zuschüsse - hat die Gemeinde das 2000-Quadratmeter-Areal saniert. Durch Mieteinnahmen werden inzwischen pro Jahr fünfstellige Einnahmen generiert. „Der Bahnhof ist somit kein Zuschussbetrieb“, erläutert Schwarzenberger.

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