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Lärm auf der Baustelle: Die Anwohner laufen Sturm.

Anwohner schlagen Alarm 

„An Schlaf ist nicht zu denken“: Mittenwalder verzweifeln wegen Baulärm

Nicht nur, dass die Arbeiten am künftigen Alma-Senioren-Domizil extrem schleppend gehen. Nun regt sich in Mittenwald auch noch bei den Nachbarn Unmut. Sie fühlen sich durch das in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk gestört und um den Schlaf gebracht. Mittlerweile ein Fall für das Landratsamt.

Mittenwald – Ein summendes Geräusch, das sich steigert und plötzlich endet. „So geht’s den ganzen Tag“, sagt Kurt König. Besonders nervig ist es in der Nacht. „Da ist an Schlaf nicht zu denken.“ Wie gerädert wacht der ehemalige Weltklasse-Bergläufer am nächsten Morgen auf. Was den Mittenwalder und alle Mitbewohner am Kresenzerweg 4 so auf die Palme bringt? Die vor einigen Wochen in Betrieb genommene Heizungsanlage des künftigen Alma-Senioren-Domizils. Für König und Co. ein Angriff aufs Trommelfell. „Das fühlt sich an, als hätte man einen äußeren Tinnitus.“

Inzwischen haben die lärmgeplagten Nachbarn in Sachen Immissionsschutz im Rathaus vorgesprochen. „Wir haben das Landratsamt gebeten, das Ganze zu überprüfen“, teilt Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) mit. Unabhängig davon schalteten die Bewohner des Kresenzerwegs die Kreisbehörde ein. „Wir bitten dringend darum, dass angeordnet wird, dass die Heizungsanlage umgehend, vor Belegung des Altenheims, so hergestellt wird, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten beziehungsweise unterschritten werden“, heißt es im Brief an die Kreisbehörde.

Deren Expertin Anne Hetzner hatte bereits mit den Anwohnern des Kresenzerwegs die Altenheim-Baustelle Mitte Dezember in Augenschein genommen. „Es wurde festgestellt, dass die aktuell betriebene Heizungsanlage weder fertiggestellt, noch genehmigt ist“, wird der Eigentümer-Gemeinschaft am 22. Januar per Schreiben vom Landratsamt mitgeteilt. Es setzte den Bauherrn nun bis Ende Februar eine Frist, diese Mängel zu korrigieren beziehungsweise „rechtmäßige Zustände herzustellen“.

Auch das noch, mag sich Seniorenheim-Investor Günter Klockner denken. „Ich bin genauso genervt“, versichert der Geschäftsführende Gesellschafter der MK-Immobiliengruppe. Den schleppenden Fortschritt an der Dauer-Baustelle im ehemaligen Gewa-Gebäude – im September 2015 war bereits Spatenstich – bereitet dem Unternehmer schon länger nicht Ohren- aber Kopfschmerzen. „Das ist eine Katastrophe.“ Aus unterschiedlichen Gründen – zu strenger Winter, Streit mit den Nachbarn, fehlende Handwerker – sei man gewaltig in Verzug. „Wir haben schon über zwölf Monate verloren“, verdeutlicht Klockner – und jetzt auch noch die Probleme mit den Anwohnern vom Kresenzerweg.

Ihnen gegenüber versichert der Investor: „Die Anlage ist noch nicht fertig.“ Womit er im aktuellen Fall das Blockheizkraft meint. Gleichzeitig möchte er einen „Nachtrag zur Baugenehmigung“ einreichen. Im selben Atemzug ergänzt Klockner aber: „Ich kann nicht zaubern, wir brauchen noch drei bis vier Wochen.“ Dann soll auch die strittige Abzugsanlage der Heizung eingefasst sein, so wie es auch die Ortsgestaltungssatzung der Gemeinde Mittenwald zwingend vorschreibt. Dieses Manko soll laut Marktbaumeister Ralf Bues bereits moniert worden sein. Klockner weiß das und bittet um Geduld. „Denn die ganze Nordseite ist noch nicht fertig.“ Trotzdem glaubt Klockner, dass sich das Thema Lärm in Kürze erledigt hat. Schließlich möchte er die Immobilie an den Isarauen Ende des Monats an den künftigen Betreiber Alma-Seniorenresidenz-Betriebsgesellschaft nach harten 29 Monaten übergeben können.

Christof Schnürer

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