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Behördenverlagerung: Auf der Wiese soll die Sonderprüfstelle entstehen. 

Bauvorhaben in Mittenwald 

StoV-Gelände: Da entwickelt sich was

Auf dem Gelände der ehemaligen Standortverwaltung könnte sich in naher Zukunft einiges tun. Der Mittenwalder Marktgemeinderat steht weder einem Behördenbau noch Sozialwohnungen auf dem brach liegenden, innerörtlichen Areal im Weg.

Mittenwald – „Eine sehr erfreuliche Entwicklung.“ Der Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) sieht der Zukunft auf dem innerörtlichen Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (StoV) äußerst positiv entgegen. Das Gleiche gilt für den Marktgemeinderat, der nun einen Vorbescheid zum Neubau einer Eichtechnischen Sonderprüfstelle des Landesamts für Masse und Gewichte (LMG) einhellig absegnete.

So soll der künftige Behörden-Komplex im Anschluss an den bestehenden StoV-Verwaltungstrakt auf einer Fläche von 2750 Quadratmetern entstehen. Die Konzeptskizze des beauftragten Staatlichen Bauamts Weilheim sieht einen zweigeschossigen, abgewinkelten Riegel im Norden, ein vorgelagertes Solitärgebäude (Kubus) und einen im Süden liegenden erdgeschossigen Baukörper vor. Darin beheimatet sind Mess-, Labor-, Technik- und Verwaltungsräume für insgesamt zehn Mitarbeiter. Dieses Projekt steht in Zusammenhang mit der von der Staatsregierung forcierten Behördenverlagerung von der Stadt aufs Land. Die Verkehrsbelastung soll sich im Bereich Tiefkarstraße nur marginal erhöhen. Die Verwaltung geht nach Rücksprache mit dem Staatlichen Bauamt von „maximal 60 Fahrzeug-Bewegungen pro Tag“ aus – also akzeptabel.

Kein Wunder, dass der Marktgemeinderat dem Vorhaben – wann auch immer es realisiert wird – positiv gegenüber steht. „Das ist ein wichtiger Schritt für nicht störendes Gewerbe“, sagte Klaus Zwerger (Bürgervereinigung). „Diese Chance kriegen wir wahrscheinlich nicht mehr.“ Wenn der Rest des Geländes beim Markt Mittenwald verbleibt, „dann wäre das für uns nicht hinderlich“, ergänzte CSU-Fraktionssprecherin Regina Hornsteiner.

Eine Gegenstimme (Josef Schandl/Freie Wähler) gab’s bei einem weiteren Zukunftsprojekt auf dem StoV-Areal: dem Bau von Sozialwohnungen für 150 Menschen – 100 Plätze für anerkannte Asylbewerber, 50 für sozial bedürftige Einheimische. „Wenn der Markt Mittenwald selbst in die Situation kommt, das Gelände zu kaufen, dann sollte er es auch entwickeln können“, meinte Schandl. Mit der gemeinsam von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) und Bürgermeister Hornsteiner unterzeichneten Erklärung zur künftigen Nutzung des ehemaligen StoV-Verwaltungsgebäudes ist dies bekanntlich nicht mehr zu 100 Prozent möglich. Das Arrangement mit Müller sieht folgendes vor: Der Freistaat Bayern verzichtet auf eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Im Gegenzug verpflichtet sich die Marktgemeinde im Rahmen des Wohnungspaktes Bayern zum Bau der Sozialwohnungen. Dafür gibt der Freistaat gegenüber der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BimA), die Eigentümerin des StoV-Areals ist, die Fläche zugunsten der Gemeinde Mittenwald frei. Ein gelungener Kompromiss findet Vize-Rathauschef Gerhard Schöner (CSU). „Ich bin heilfroh, so eine Lösung ausgearbeitet zu haben.“

Christof Schnürer

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