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Auf Recherche: Der Belgier Luc Roger lebt seit drei Jahren in Mittenwald und forscht über König Ludwig II. 

Auf heißer Spur

Belgier (66) will Betrug um König Ludwig II. aufdecken 

Die Audienz eines US-amerikanischen Journalisten bei König Ludwig II. vor 131 Jahren soll rein erfunden sein. Der Belgier Luc Roger (66), der seit Jahren in Mittenwald wohnt, will den womöglich größten journalistischen Schwindel des 19. Jahrhunderts aufdecken. Eine Geschichte, wie sie Hollywood nicht besser hätte schreiben können.

Mittenwald – In einer hellen Wohnung in Mittenwald sitzt ein Mann an einem Tisch und schreibt. Akribisch tippt er Wort für Wort in seinen Computer, immer mehr Ungereimtheiten fallen ihm auf. Luc Roger ist hinter einer heißen Spur her, der Wahl-Mittenwalder ist einem unglaublichen Skandal auf den Fersen. Seine Enthüllung dürfte einen sensationellen Bericht von vor über 131 Jahren als plumpe Fälschung enttarnen.

Der US-Amerikaner Lew Vanderpoole soll 1886 angeblich ein Interview mit dem König Ludwig II. geführt haben. Dabei soll der Regent angeblich ganz offen über seinen Wahnsinn gesprochen und sich anschließend mit Tränen in den Augen verabschiedet haben. Eine Geschichte, zu gut, um wahr zu sein? Roger glaubt die Antwort zu kennen. Und sie lautet „Ja“. Denn alleine die Tatsache, dass König Ludwig niemals mit einem Journalisten sprach, macht Vanderpooles Erklärung fadenscheinig.

König Ludwig II. hat Luc Roger schon immer fasziniert

Roger kennt sich mit König Ludwig II gut aus. Schon als Student faszinierten den Belgier die zahlreichen Geschichten über den Märchenkönig. „Auch bei den Franzosen und Belgiern übt er eine Faszination aus“, sagt der ehemalige Schuldirektor und Gymnasiallehrer. An der Universität interessierte sich Roger für die Darstellung von König Ludwig in der französischen Literatur. Bedeutende Historiker, Dichter und Schriftsteller aus Frankreich haben sich ab Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Märchenkönig beschäftigt. Die bayerischen Königlichen Schlösser sowie die Passionsspiele in Oberammergau wurden zu dieser Zeit zu bedeutenden Reisezielen.

1993 reiste Roger schließlich zum ersten Mal nach Bayern. „Acht Monate lang lebte ich in München.“ Auch wenn er die Stadt vor allem aus kulturellen Gründen liebt, verlor er sein Herz an einen anderen Ort: Mittenwald. Hier scheint er seinem König näher zu sein, als sonst wo. „Die königlichen Berghütten über dem Walchensee, das Königshaus am Schachen und die Schlösser Linderhof und Neuschwanstein sind alle in unmittelbarer Nähe.“ Hier fand er die Muse, um sich intensiver mit dem Märchenkönig zu befassen. In seinem Blog mu nichandco.blogspot schreibt er seither regelmäßig nicht nur Opernkritiken, sondern widmet seinen Ehrgeiz und sein Engagement voll und ganz Ludwig II.

Ein Interview mit dem „Kini“? Roger bezweifelt dies und nennt Gründe

Eines Tages fiel ihm bei seinen Studien ein Zeitungsartikel in die Hände, der 1886 und damit nach dem Tod des Königs erschien und der vom Interview Vanderpooles handelte. Dieser soll aufgrund eines Erbschaftsproblems eine Audienz beim König bekommen haben. Das bezweifelt Roger. Vanderpoole wäre die einzige Ausnahme überhaupt gewesen, der als Journalist diese Gnade zuteil geworden wäre, betont er. Denn diesem Berufsstand soll Ludwig II. ganz und gar nicht zugetan gewesen sein. Nicht zuletzt wegen einer angezettelten Pressekampagne gegen den Komponisten Richard Wagner, den der bayerische König sehr verehrt haben soll.

Rogers Thesen erhärteten sich, als er auf alte Artikel über den merkwürdigen Autor stieß. So wurde 1887 oft über Betrügereien Vanderpools berichtet. Sogar verklagt und verhaftet wurde er wegen „literarischen Betrugs vom Cosmopolitan Magazine in New York“, erzählt Roger.

Der Bericht Vanderpooles jedoch, der kurz nach dem Tod des Königs veröffentlicht wurde, kam zu der damaligen Zeit einer Sensation gleich. Eine Sensation, wenn auch nicht mehr in diesem Ausmaß, dürfte auch die Enthüllung von Luc Roger sein. Und wer weiß, vielleicht ist es nicht die letzte interessante Geschichte, die der Belgier aufdecken will.

Josef Hornsteiner

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