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Nicht immer war der Himmel über der Hochlandhütte weißblau.

Isartaler Bergsaison geht zu Ende 

September vermiest Spitzensommer

Der durchwachsene Altweibersommer hat die ansonsten positive Bilanz in der heimischen Bergwelt ein kleinwenig verhagelt. Nach Kirchweih geht nun auch in der Hochland-, der Mittenwalder und der Brunnsteinhütte die fünfmonatige und sehr arbeitsreiche Saison zu Ende.

MittenwaldFür die Wallgauer Familie Müller geht am Kirchweihsonntag, 15. Oktober, der dritte Bergsommer zu Ende. Ab Montag macht sie die Hochlandhütte (1630 Meter) winterfest. „Dann können wir in die Berge gehen“, scherzt Stefan Müller, der auf eine gute Saison zurückblicken kann. „Wir sind zufrieden.“ Daran kann auch der durchwachsene September mit seinen Wetterkapriolen nichts ändern.

Hochlandhütte.

Seitdem Müller und seine Frau Birgit die Alpenvereinsunterkunft an Christi Himmelfahrt (25. Mai) öffneten, zog es unzählige Bergsteiger hinauf zur Hochlandhütte (45 Betten). Dort nächtigten die zurückliegenden fünf Monate rund 2800 Besucher. „So um den Dreh“, meint Stefan Müller. Im Laufe der kommenden Woche werden er und seine Gattin aufräumen. Unterstützung erhalten sie von ihrem Sohn Martin (17), der sich dafür extra frei genommen hat. Wanderer, die dann dort oben vorbeischauen, müssen nicht verdursten. „Zum Trinken gibt’s schon noch was“, sagt der Hüttenwirt, „aber keine Brotzeit mehr.“

Im Mai 2015 folgten die Müllers in der Hochlandhütte Hans Dreßl, der sich gemeinsam mit seiner Frau Irmgard Kasy-Dreßl 37 Jahre um das Wohl seiner Gäste kümmerte. „Für uns geht damit ein großer Traum in Erfüllung“, betonte Müller damals, als er den Zuschlag vom Alpenverein erhielt. Bis zum heutigen Tag hat der ehemalige Krüner Bergwacht-Bereitschaftsleiter seine Entscheidung nicht bereut. Schon jetzt überwiegt bei ihm und seiner besseren Hälfte die Vorfreude auf den Bergsommer 2018.

Brunnsteinhütte:

Dreamteam: Wirt Hans-Peter Gallenberger und sein Esel Frederico (7).

Ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat Hans-Peter Gallenberger (59). Der Dauerbrenner der Brunnsteinhütte (1560 Meter) steht kurz vor Vollendung seines 36. Bergsommers. Dieser war bis einschließlich August ein hervorragender. Doch dann kam der September mit vier nasskalten Sonntagen. „Das hat uns schon weh getan.“ Ist aber vom Mai und Juni die Rede, dann nimmt der „Galli“ den Begriff „Supermonate“ in den Mund. Unterm Strich machten die Wirtsleut in der 42-Betten-Unterkunft nicht ganz so viel Umsatz wie 2016 – und das obwohl mehr Übernachtungen (3100) zu Buche stehen als im Vorjahr (3026).

Kommende Woche – nach getaner Arbeit – werden Barbara und Hans-Peter Gallenberger wieder hinunter ins Tal ziehen – selbstredend ist der siebenjährige Esel Frederico auch dabei. Doch im Gegensatz zu den anderen Hüttenwirten wollen die Gallenbergers – schönes Wetter vorausgesetzt – ihr Alpen-Refugium zudem in der kalten Jahreszeit an den Wochenenden öffnen. So handhaben sie es seit eh und je.

Mittenwalder Hütte:

Schluss ist nach Kirchweih-Sonntag auch in der Mittenwalder Hütte (1518 Meter/26 Betten). Mit knapp 1000 Übernachtungen hat Wirt Bernhard Kriner (56) annähernd das gleiche Ergebnis wie 2016 erzielt. „Wir können uns nicht beklagen“, meint der Krüner, auch wenn der viel zitierte September „schon nachgelassen“ hat. Kein Problem für Kriner war der einwöchige Ausfall des Versorgungslifts. Der Grund war bekanntlich der Bau des Lawinenschutzwalls in der Rainlähne, wo die Lifttrasse verläuft. Schon jetzt freut sich Kriner auf seinen sechsten Bergsommer 2018. Auch im nächsten Jahr soll die Musik bei ihm oben nicht zu kurz kommen – egal ob bayerische Volksmusik oder flotter Boogie-Woogie.

Dammkarhütte/Soiernhaus:

Übrigens: Die Saison in der Dammkarhütte (1667 Meter) ist bereits seit 1. Oktober zu Ende. Im Soiernhaus (1616 Meter) lief der Betrieb bis einschließlich 8. Oktober.

Hütten-Finale

in der Mittenwalder Hochlandhütte am Kirchweih-Sonntag, 15. Oktober: Bevor die Gastgeber-Familie die Alpenvereinsunterkunft winterfest macht, soll’s noch einmal gesellig werden. Ab 11 Uhr spielt die Andakar-Musi auf. In der Brunnsteinhütte läuft der Betrieb noch bis Dienstag, 17. Oktober. Am Kirchweih-Montag gibt’s obendrein ab 11 Uhr Musik von den Karwendel-Buam. In der Mittenwalder Hütte geht die Saison am Kirchweih-Sonntag ohne Muisk zu Ende.

Christof Schnürer

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