Bernhard Kröll muss zittern. Bei ihm entscheidet das Los. fotos: fkn

Biathlon-Trainer Kröll muss zittern

Oberes Isartal - Los-Entscheid, Denkzettel, Frauen-Power - die Gemeinderatswahl vom Sonntag liefert einige kuriose Geschichten - und im Falle Wallgau viele neue Gesichter.

Am kommenden Montag wird’s spannend im Krüner Rathaus: Dann kommt um 19 Uhr der Wahlausschuss unter der Regie von Heinz Kautecky zusammen. Das ehrenwerte Gremium hat dabei eine heikle Mission zu erfüllen. Es muss per Los entscheiden, wer für die CSU in den Gemeinderat zieht: Bernhard Kröll oder Max Kriner. Beide bringen es auf 734 Stimmen. „Das ist ein absolutes Kuriosum“, meint Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) zum Patt in seinem schwarzen Lager.

Kröll, der seit sechs Jahren ein Mandat innehat, muss also zittern. Doch der Biathlon-Trainer nimmt’s sportlich. „Wie’s kommt, so kommt’s.“

Herb ist der Denkzettel, den die Wähler Georg Schober verpasst haben. Der Listenführer von Aktiv für Krün erhielt, wie von vielen erwartet, die Quittung für seine Rolle im Domain-Streit. Der 59-jährige Hotelier brachte es nur mehr auf 446 Stimmen und rutschte gerade noch so ins Kommunalparlament hinein. 2008 hatte er 925 Stimmen auf sich vereint.

Das Gegenteil ist bei Helmut Hornsteiner der Fall. Der Mittenwalder (50) rollte als Listen-Schlusslicht (Platz 20) das CSU-Kandidatenfeld von hinten auf und landete am Ende - völlig überraschend - auf Position neun. Ein Bombenerfolg für den engagierten Rettungsassistenten und Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden. „Nachher hab’ ich erst mal eine Mass getrunken, dann konnt’ ich besser schlafen“, erinnert sich Hornsteiner an die denkwürdige Wahlnacht.

Im Gemeinderat sitzt ihm künftig ein weiteres neues Mitglied, Josef Schandl (45) von den Freien Wählern, gegenüber. Der ehemalige Fingerhakler-Chef sprüht schon jetzt vor Energie. „Natürlich sitzen wir nicht drin, um alles durchzuwinken.“ Der „Freiberger“ und seine Fraktionskollegen wollen Kante zeigen. Das haben sie zuletzt auch bei einer Wahlveranstaltung getan, als sie im Beisein von Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) und Unternehmer Wolfgang Schwind dessen Ärztehaus durch die Mangel nahmen. Der Info-Abend endete dem Vernehmen nach beinahe im Eklat. Da habe sich jemand in seiner Ehre verletzt gefühlt, spielt Schandl auf Schwind senior an. Dieser wird laut Freie-Wähler-Chef vergeblich auf eine Entschuldigung warten. Für Zündstoff im Marktgemeinderat ist also gesorgt, nicht zuletzt deshalb, weil Schwinds Sohn Michael ab 1. Mai für die CSU dort Platz nimmt.

Im Wallgauer Gremium könnt’s ebenfalls spannend werden. Acht der zwölf Mandatsträger sind neu und übverwiegend jung - politisch gesehen. Benjamin ist der 24-jährige Max Hubbauer von den - wie treffend - Jungen Mitarbeitern. Unwesentlich älter sind Vroni Stelzl (33) und Julia Schwarzenberger (34), die eine drei-, die andere vierfache Mutter. Beide engagieren sich bereits im neugegründeten Verein „Wallgau aktiv“ und stehen für Frauenpower im Rathaus. „Ich wollte unbedingt rein“, betont Stelzl. Der gebürtigen Kaltenbrunnerin ist eines besonders wichtig: die Jugendarbeit. Dafür will sie kämpfen. Man glaubt’s ihr sofort. csc

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