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Strittiges Thema:  eschwindigkeitsmessungen wie hier am Fritz-Prölß-Platz. 

Blitzer-Offensive

Jagd auf Raser geht in Mittenwald weiter

Die Blitzer-Offensive in Mittenwald wird fortgesetzt. Das hat am Montagabend der Bau- und Umweltausschuss mehrheitlich beschlossen. Nur die Freien Wähler sträubten sich dagegen.

Mittenwald – Blitzt es in Mittenwald weiterhin regelmäßig an neuralgischen Stellen? Eine Diskussion über diese Frage ist am Montagabend im Mittenwalder Rathaus entbrannt. Der Bau- und Umweltausschuss hatte über die Fortführung der Verkehrsüberwachung durch den Zweckverband „Kommunales Dienstleistungszentrum (KDZ) Oberland“ abzustimmen. Im September 2016 wurde die Marktgemeinde Mitglied dieser Organisation. Im April 2017 nahm diese ihre Arbeit auf. Seitdem wird an sieben möglichen Standorten im Ortsgebiet Jagd auf Tempo-Sünder gemacht.

Genau ein Jahr lang wurden nun die Raser zur Kasse gebeten. Davon gibt es allerdings bei Weitem nicht so viele wie erwartet. Die Bilanz fällt deshalb mehr als erfreulich aus: Lediglich drei Prozent aller gemessenen Fahrzeuge haben die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten. Das bedeutet in Zahlen, dass nur 139 von insgesamt 3378 zu schnell unterwegs waren. „Die höchste Übertretung lag bei etwa 20 km/h zu viel“, erklärte Ordnungsamtschef Josef Stieglmeier. Die Blitzer-Offensive hat also ihr Ziel erreicht. „Bevor wir sie starteten, wurden durchschnittlich fünf Fahrzeuge in der Stunde bei Übertretungen geblitzt. Jetzt sind es nur mehr 1,6.“ Am meisten wurde an kritischen Stellen wie der Tiefkarstraße, der Innsbrucker- und der Partenkirchner-Straße geblitzt.

Allerdings leiden die Gemeinde-Finanzen unter dieser Entwicklung. Denn die Kosten für die Überwachungsstunden und für die Fallbearbeitungen lagen im vergangenen Jahr bei insgesamt 5372 Euro. Durch das vorbildliche Fahrverhalten gingen Verwarnungs- und Bußgelder in Höhe von nur 1990 Euro ein. Somit muss die Marktgemeinde nun einen Fehlbetrag von 3382 Euro an den Zweckverband überweisen.

Nach Ansicht der Freie-Wähler-Fraktion ist dies sinnlos rausgepulvertes Geld. Schon in einer Februar-Sitzung hatte Gemeinderat und Freie-Wähler-Chef Josef Schandl angeregt, die Messungen aufgrund des Fehlbetrags auszusetzen. Ins gleiche Horn stößt sein Parteikollege Florian Lipp: „Für die drei Prozent brauchen wir den Zweckverband nicht, das können wir uns sparen“, wettert er. Die Mitgliedschaft sei „unnütz wie ein Kropf“. Zumal auch die Polizei mit Laser-Messgeräten innerorts auf Raser-Fang ging. „Das reicht doch“, meint Lipp.

Die Polizei-Inspektion Mittenwald sieht das allerdings anders. Durch die Überwachung der Geschwindigkeit entstehe „ein gewisser Kontrolldruck“, der Verkehrsteilnehmer zu einem langsameren Fahren bewege. „Dadurch erhöht sich auch die Verkehrssicherheit“, wie Gemeinderat und Polizeibeamter Dieter Schermak erklärt. Es dürfe nicht suggeriert werden, „in Mittenwald kann man künftig blitzfrei durchrasen“, wie Gemeinderat Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) zu zu bedenken gibt. „Jeder Unfall, der durch eine Geschwindigkeitskontrolle verhindert wird, ist jeden Cent der 3382 Euro wert.“

Auch das Ordnungsamt empfiehlt, weiterhin die Leistungen der KDZ Oberland in einem geringfügigen Umfang in Anspruch zu nehmen. Bei Bedarf könnten durch die Überwachungstätigkeit Statistiken ausgearbeitet werden. Wie sinnvoll diese sind, zeigte erst das jüngste Beispiel an der Mittenwalder Tiefkarstraße. Dort beschweren sich Anwohner über Raser. Die Zahlen belegten allerdings, dass die Überschreitungen mit nur drei Prozent verschwindend gering sind.

Josef Hornsteiner

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