Der Bozner Markt 2012 in Mittenwald, Landsknechte beim Musizieren.
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Ausgespielt – zumindest vorerst: Das historische Markttreiben in Mittenwald wird es erst wieder 2024 geben.

Einstimmiges Votum im Gemeinderat

Bittere Pille für Mittenwald: Bozner Markt auf 2024 verschoben

  • vonChristof Schnürer
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Jetzt ist es amtlich: Das zuschauerträchtige Historienspektakel in Mittenwald kann im August 2022 aus mehreren Gründen nicht stattfinden. Der Marktgemeinderat gibt sich nun drei Jahre Zeit, sich organisatorisch neu aufzustellen. Das Votum dazu fiel einhellig aus.

Mittenwald – Bittere Pille für Einheimische und Urlauber: Den Bozner Markt wird es – wie von vielen befürchtet – im kommenden Jahr in Mittenwald nicht geben. Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig (21:0), das publikumsträchtige Historienspektakel (100 000 Besucher) auf 2024 zu verlegen.

Schon seit Monaten hatte sich abgezeichnet, dass die historische Marktwoche nächstes Jahr im August nicht stemmbar ist. Da ist zunächst einmal die Corona-Pandemie, die nach wie vor eine seriöse Planung dieser Großveranstaltung nicht zulässt. Darüber hinaus muss das Thema Sicherheit komplett neu überdacht werden. Das haben die völlig überlaufenen Bozner Märkte von 2012 und 2017 nachhaltig gezeigt (siehe Mittenwald). Zu guter Letzt fehlt es nach dem Rücktritt von Hanna Veit und Hermann Baier bis zum heutigen Tag an einem schlagkräftigen Organisationskomitee. Gravierende Gründe also, die neunte Auflage dieser seit 1987 laufenden Marktwoche im August 2022 abzublasen.

Leicht ist den Volksvertretern diese Entscheidung nicht gefallen. „Die Bevölkerung soll wissen“, betonte Josef Schandl (Freie Wähler), „dass der Gemeinderat zum Bozner Markt steht“. CSU-Fraktionssprecherin Regina Hornsteiner ergänzte: „Für mich steht außer Frage, den Bozner Markt zu veranstalten – wie und wann auch immer!“

Wir stellen uns der Arbeit, also gehen wir es an.

Gemeinderat Ralf Obst

Darüber soll sich nun ein interfraktioneller Arbeitskreis inklusive Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD) eingehend Gedanken machen. Die Initialzündung ist dabei von Gerhard Schöner (CSU) ausgegangen. „Ich bin froh, dass der Gerhard mit allen Fraktionen gesprochen hat“, betonte Parteifreundin Hornsteiner. Besonders gefreut hat den Ideengeber „die spontane Zusage“ der anderen Gruppierungen.

Der Arbeitskreis hat nun genügend Zeit, um die auf 2024 verschobene Marktwoche organisatorisch und konzeptionell auf ein gesundes Fundament zu stellen. „Jetzt haben wir die Möglichkeit nachzudenken“, fasste Ursula Seydel (SPD) zusammen. „Ein guter Schritt nach vorne und für die Öffentlichkeit vertretbar“, fand Zweiter Bürgermeister Georg Seitz (Freie Wähler). Ralf Obst (SPD) wiederum signalisierte Geschlossenheit: „Wir stellen uns der Arbeit, also gehen wir es an.“

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