+
Immer was los: Während des Bozner Markts ist das Mittenwalder Zentrum meist gut gefüllt, wie das Foto, aufgenommen in der Hochstraße, eindeutig beweist. 

Mittenwald präsentiert Zahlen 

Bozner Markt: Bilanz mit einer schwarzen Null

Der Bozner Markt (5. bis 13. August) war im abgelaufenen Jahr unbestritten der Jahreshöhepunkt in Mittenwald. Nachdem nun das mittelalterliche Volksfest abgerechnet ist, zieht die Gemeinde Bilanz – eine alles in allem zufriedenstellende.

Mittenwald – Über fünf Monate liegen die unbeschwerten August-Tage inzwischen zurück, als sich Mittenwald zum achten Mal seit 1987 in sein mittelalterliches Gewand warf. Und einmal mehr war der Bozner Markt sowohl für die Gemeinde als auch für die Standbetreiber, sonstigen Mitwirkenden und natürlich die zahlreichen Gäste geradezu maßgeschneidert. „Wir vom Organisationskomitee sind sehr zufrieden“, bringt es Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) auf den Punkt.

Schon kurz nach Abschluss des Historienspektakels teilte Sabrina Blandau, die Geschäftsführerin der Alpenwelt-Karwendel-Tourismus-GmbH, mit, dass in den neun (Feier-)Tagen über 100 000 Besucher gekommen seien. Wie schon 2012 wurde also die magische Marke geknackt.

Es mussten noch einige Monate ins Land gehen, bis jetzt nach Eingang so gut wie aller Rechnungen belastbare Zahlen auf den Tisch gelegt werden konnten. Insgesamt verkaufte man im vergangenen August 26 633 Tageskarten. Zum Vergleich: Beim Bozner Markt 2012 mit einem Traumsommer waren es 30 210. Den Rückgang führt der Bürgermeister ganz klar auf das Wetter zurück. „Da machen sich die drei Regentage bemerkbar“, verdeutlicht Hornsteiner. Diese These stützt der Umsatz bei den Wochenzeichen, die bekanntlich im Vorfeld der Marktwoche veräußert werden. Zu diesem Zeitpunkt spielten Regen oder Sonne keine Rolle. Mit 1312 Wochenzeichen gegenüber 1283 (2012) erzielten die Veranstalter ein leichtes Plus.

Um den Bozner Markt überhaupt realisieren zu können, musste die Marktgemeinde finanziell in Vorleistung gehen. 192 000 Euro stehen auf der Ausgabenseite. Die Einnahmen belaufen sich auf 228 000 Euro. Die Werbekosten der Alpenwelt Karwendel in Höhe von 55 000 Euro sind in dem kommunalen Budget nicht enthalten, ebenso wenig die Sponsoring-Einkünfte von 30 000 Euro. Zieht man also das daraus resultierende Minus von 25 000 Euro von dem Gemeindegewinn (36 000 Euro) ab, verbleiben 11 000 Euro Guthaben. „Wir gehen also mit einer schwarzen Null heraus“, schlussfolgert der Bürgermeister. Zumal die Eigenleistung und der Personalaufwand der Kommune gar nicht in dieses Zahlenwerk einfließen. „Die sind kostenmäßig nicht erfasst.“ Zum Glück: Denn dann müsste um ein Vielfaches mehr von Seiten des Mittenwalder Steuerzahlers investiert werden.

Das alles überstrahlt aber der enorme Image-Gewinn für Mittenwald durch den Bozner Markt. Wie hoch der Werbewert dieser exponierten und einzigartigen Veranstaltung ist, darüber kann nur spekuliert werden. Mindestens genauso erfreulich ist für Hornsteiner das Thema Sicherheit. Alles in allem ist die achte Auflage „schadens- und unfallfrei“ vonstatten gegangen. In der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Wein. Über 16 000 Liter Edelvernatsch soll schätzungsweise durch die Kehlen geflossen sein. Und zwar einwandfreier, wie im Rathaus mit Nachdruck betont wird. Die immer wiederkehrenden Gerüchte, beim Ausschenken des Roten werde fleißig gepanscht, verweist der Bürgermeister ins Reich der Fabel. „ Uns vom OK ist nichts bekannt.“

Christof Schnürer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Open Air im Kloster: Picknick mit Prokofjew
Zu einer einzigartigen Musikbühne wird im Juni der Innenhof des Benediktinerklosters Ettal.
Open Air im Kloster: Picknick mit Prokofjew
Absurd: Neue Fluchttüren in Grundschule eingebaut, die man nicht öffnen kann
Unglaublich, aber wahr: In der Grundschule Burgrain blockieren neu angebrachte Querbalken die Notausgänge. Die Hintergründe zu diesem pikanten und absurden Fehler.
Absurd: Neue Fluchttüren in Grundschule eingebaut, die man nicht öffnen kann
Schützenplatz: Wohl keine Kosten für Anlieger
Gute Nachricht für die Anlieger des Murnauer Schützenplatzes. Im Rathaus geht man davon aus, dass von den Anwohnern keine Straßenausbaubeiträge mehr verlangt werden. …
Schützenplatz: Wohl keine Kosten für Anlieger
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück
Wäre der Stand-Up-Paddler wenige hundert Meter später ins Wasser gestürzt, hätte er vielleicht nicht überlebt. Doch dem Ort und den Menschen dort verdankt er nun sein …
Starnberger See: Stand-Up-Paddler stürzt unterkühlt ins Wasser - er hatte Riesenglück

Kommentare