Bozner Markt
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Großes Medieninteresse: Der Bozner Markt in Mittenwald zog Fernsehteams an, die das historische Spektakel mit seinen Ständen, Schänken, Gauklern, Händlern und Musikern mit der Kamera einfingen. 

Organisatoren ziehen positive Bilanz

Bozner Markt: Regen? Na und! 

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die Zeitreise ins Mittelalter – vorbei. Mittenwald ist nach dem Bozner Markt wieder in der Gegenwart angekommen. Die guten Erinnerungen und Erkenntnisse verblassen bei den Organisatoren des Spektakels aber nicht so schnell.

Mittenwald – Der Rauschebart ist ab. Am letzten Bozner-Markt-Tag wurde der Gesichtsmähne von Adolf Hornsteiner (CSU) der garaus gemacht. Trotzdem stellt es ihm knapp zwei Wochen nach dem Historienspektakel noch immer die Haare auf. Allerdings an den Armen. „Ich bekomme Gänsehaut“, sagt Mittenwalds Bürgermeister, wenn er an das aufopferungsvolle Engagement aller Mitwirkenden zurückdenkt. Vor allem das des Organisationskomitees (OK). Zwei Jahre Vorbereitung – das kostet Nerven. Den Lohn für den Einsatz haben die Verantwortlichen in den neun Markttagen bekommen. „Alle waren von A bis Z begeistert“, sagt der Rathauschef. Das Schönste dabei: Es gab keinen dramatischen Zwischenfall, alles ist „hervorragend abgelaufen“.

Seine Erleichterung kann Hornsteiner nicht verbergen. Schließlich musste das Orga-Team bei der achten Auflage einen Aspekt ernster nehmen als noch vor fünf Jahren: die Sicherheit. „Es passiert ja schon fast wöchentlich was“, sagt der Bürgermeister. Das verschärfte Konzept ging auf. In dem Zusammenhang bringt der Rathauschef auch den Herrgott ins Spiel.

Trotz Schlecht-Wetter-Tage Besucherzahlen von 2012 erreicht

Wer es dagegen nicht ganz so gut mit den Mittenwaldern meinte, war Petrus. Drei Schlecht-Wetter-Tage bescherte der ihnen. Zwei mehr als 2012. Von insgesamt neun Markttagen also Zweidrittel. Dennoch findet Hornsteiner: „Das ist eine gute Quote.“ Zumindest ging man besuchermäßig nicht baden.

Genaue Zahlen können Sabrina Blandau, Geschäftsführerin der Alpenwelt Karwendel GmbH, und er noch nicht nennen. Ebensowenig Einnahmen und Ausgaben – die Auswertung dauert etwa ein halbes Jahr. Aber so viel verraten die beiden: Ein neuer Rekord blieb wohl aus, die 100 000er Marke von 2012 habe der Bozner Markt aber sicher erreicht. Ähnlich verhält es sich bei den Weinmengen. Marion Neuner von der Brauerei Mittenwald bleibt noch unkonkret, wie viel Edelvernatsch geflossen ist. „In etwa so viel wie beim letzten Mal.“ Damals wurden rund 16.000 Liter konsumiert.

Die schönsten Bilder vom Bozner Markt in Mittenwald

Der Regen stellte die Verantwortlichen dennoch vor Herausforderungen. Aufgrund der schlechten Wetterprognosen für den Freitag wurde das Rahmenprogramm kurzerhand abgesagt. Das Positive dabei: Die Kooperation mit den Beteiligten wie Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und Security verlief einwandfrei. Das gilt auch für den Abschluss-Sonntag. Kurzfristiges Handeln war gefragt. Weil zu viele Menschen die Feuershow an der Hochstraße bestaunen wollten, verlegte man den Programmpunkt an die Bahnhofstraße. „Wir brauchten den Raum“, sagt Hornsteiner.

Auf Tagesausflügler gesetzt

Was bei Blandau neben der „großartigen Gemeinschaftsleistung des Ortes“ – allein an den 40 Handwerksständen und 17 Schänken beteiligten sich „vorsichtig geschätzt“ um die 900 Personen – nur gute Erinnerungen hervorruft, ist das gewachsene Medieninteresse. Die Alpenwelt Karwendel hat die Werbung im Vorfeld intensiviert, stärker auf München, das Allgäu und Südtirol konzentriert, um Tagesausflüger anzulocken. Ebenso setzte der Tourismusverbund auf Kooperationen und füllte die eigene Bozner-Markt-Homepage mit Inhalten sowie zum ersten Mal mit kurzen Imagefilmen, die bis zu 150 000 Leute erreichten. Doch auch die Nachfrage stieg im Gegensatz zur letzten Auflage. Die Liste ist lang: Titelseite und größere Berichte in überregionalen Magazinen und Tageszeitungen, Radiobeiträge und Fernsehberichte unter anderem auf dem Südtiroler Sender RAI, im chinesischen Fernsehen und im Bayerischen Rundfunk mit zwei Live-Schaltungen. Der Bozner Markt erhielt in den neun Tagen fast so etwas wie Promi-Status. „Es ist das Aushängeschild der Alpenwelt Karwendel geworden“, betont Hornsteiner. „Mit internationalem Publikum.“ Gut für den Tourismus. Zumindest hofft man auf Effekte der großen Werbe-Reichweiten. „Jeder Gast, der zum ersten Mal da war, ist ein potenzieller Gast für die Zukunft“, erläutert Blandau. Und das unabhängig vom dem Historienspektakel.

In den kommenden Monaten setzen sich Blandau, Hornsteiner und das OK zusammen, werten Zahlen aus, beraten über Verbesserungspotenziale. Denn 2022 steigt der nächste Bozner Markt – und die Barthaare sprießen wieder. 

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