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Drei Kreuzchen müssen auf diesem Stimmzettel gemacht werden

Hallenbad - Ja oder Nein 

Bürgerentscheid in Mittenwald: Sonntag ist Stichtag

Mittenwald steht vor einer richtungweisenden Entscheidung: Hallenbad – ja oder nein? Die Antwort auf diese spannende Frage schlummert in den gut gefüllten Wahlurnen, die an diesem Sonntag um punkt 18 Uhr im Rathaus öffentlich geleert werden.

Mittenwald - „Sonntag ist Stichtag“ – auf diese einfache Formel bringt es der Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Für ihn geht es bei dem Bürgerentscheid/Ratsbegehren nicht nur um die Frage Hallenbad – ja oder nein?, sondern um viel mehr – „um die Ausrichtung Mittenwalds für die nächsten 25 Jahre“. 

Bis Sonntag um 18 Uhr können diejenigen, die den zwischen 10. und 14. Januar zugestellten Stimmzettel noch nicht ausgefüllt haben, ihr Votum abgeben. Drei Kreuze sollten auf dem weißen Blatt gemacht werden. Ein Grund, warum sich die Auszählung, die um punkt 18 Uhr im Ägidius-Jais-Saal (Rathaus, Erster Stock) in aller Öffentlichkeit beginnt, möglicherweise hinauszögern könnte. Das amtliche Endergebnis wird sowieso erst um 22 Uhr nach Rücksprache mit Vertretern der Bürgerinitiative und des Ratsbegehrens von Abstimmungsleiter Josef Stieglmeier bekanntgegeben. „So wollen es das Wahlrecht und unsere Satzung.“

Wer sich wundert, warum auf dem zugesandten roten Umschlag, in dem sich der Abstimmungsschein und der Stimmzettel befinden, eine Nummer versehen ist, für den hat der Ordnungsamtschef eine plausible Antwort parat. Jedem Bürger wurde im Vorfeld eine Nummer zugeordnet. Das ist in sofern wichtig, falls beispielsweise ein Mittenwalder sein Votum abgibt, vor dem Stichtag allerdings stirbt. Dann wird sein Kuvert anhand der Nummer herausgefischt. Denn Tote haben bekanntlich kein Stimmrecht. Das geschehe natürlich alles unter Wahrung des Wahlgeheimnisses, versichert Stieglmeier. Niemand erfährt, wo der Bürger X sein Kreuzchen gemacht hat.

In den zurückliegenden drei Wochen haben sich die versiegelten Boxen, die während der Dienstzeiten im Einwohnermeldeamt immer unter ständiger Kontrolle stehen, ansehnlich gefüllt. Am Donnerstag sollen es rund 3500 Umschläge gewesen sein, an Spitzentagen trudelten um die 300 ein. „Je mehr es sind, umso besser ist es fürs Ergebnis“, verdeutlicht der Geschäftsführende Beamte Hermann Baier. Was er damit sagen möchte: Nur durch eine hohe Wahlbeteiligung wird der Bürgerwille klar zum Ausdruck kommen.

Bei aktuell 6350 stimmberechtigten Mittenwaldern haben bislang ungefähr 55 Pozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. „Wir hoffen, dass es noch 60 bis 65 Prozent werden“, meint Baier.

In Mittenwald hat es im Gegensatz zu anderen Landkreis-Kommunen erst einen Bürgerentscheid gegeben. Am 17. Dezember 2000 erteilten die Mittenwalder dem Bau eines Veranstaltungssaals auf dem damaligen Franziskanergelände eine klare Absage. 80,19 Prozent stimmten gegen die Pläne der Gemeinde. Die Wahlbeteiligung seinerzeit: 51,3 Prozent. Diese Marke wurde beim noch heißer diskutierten Hallenbad bereits geknackt.

Kurzentschlossene,

die ihre Stimme noch abgeben wollen, sollten schnell machen. Bis Sonntag, 18 Uhr, ist ein Votum möglich. Spätestens dann muss der ausgefüllte Wahlzettel samt Unterschrift im Rathaus-Briefkasten (Eingang) eingeworfen worden sein.

Christof Schnürer

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