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Einen Auszählmarathon meistern die Verwaltungsangestellten.

Wahlkrimi in Mittenwald

Hauchdünnes Ja zum Schwimmbad

Kopf-an-Kopf-Rennen beim Mittenwalder Bürgerentscheid: Am Ende musste nach  - einem Auszähl-Marathon die Stichfrage entscheiden. Sie fiel denkbar knapp aus: 50,2 Prozent der gültigen Stimmen votierten für den Hallenbad-Neubau, 49,8 Prozent dagegen.

Mittenwald – „Ich bin vorsichtig optimistisch“, meinte SPD-Gemeinderat Rudi Rauch, „aber ich hab’ mir schon gedacht, dass es knapp wird“. Zwei Stunden hatte sich der bekennende Schwimmbad-Befürworter am Sonntagabend die Auszählung im Ägidus-Jais-Saal gegönnt, ehe er sich mangels belastbarer Ergebnisse zur Brotzeit verabschiedete. Das endgültige Resultat lag tatsächlich erst um 22.05 Uhr vor – und es war denkbar knapp. Die Stichfrage musste entscheiden: Mit 1951 (Bürgerentscheid I) zu 1934 Stimmen (Ratsbegehren) siegten die Hallenbad-Befürworter hauchdünn. Damit sind die Würfel gefallen. Doch ein deutliches Votum sieht anders aus.

Insgesamt haben 3951 Mittenwalder ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 64,6 Prozent entspricht. Ein Wert mit dem Zweiter Bürgermeister Gerhard Schöner (CSU) alles andere als zufrieden ist. „Ich bin echt enttäuscht, bei einer solchen Entscheidung hätte ich mir 80 Prozent erwartet, denn diese, egal wie sie ausfällt, müssen alle mittragen.“

Josef Schandl (Freie Wähler) von der Pro-Bad-Fraktion meinte: „Wenn man an die vergangenen Wochen denkt und die Bürger hört, dann müsste eine überwältigende Mehrheit pro Bad herauskommen.“ Letztlich waren es 17 Stimmen oder 0,2 Prozent mehr – ein Wimpernschlag. Wie die Verantwortlichen im Gemeinderat mit diesem Ergebnis verfahren, bleibt die spannende Frage. Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), ein Gegner des Hallenbad-Neubaus, meinte in einem ersten Statement: „Es wird eine Herausforderung, hier wieder Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Mir wäre es lieber gewesen, wenn das Votum deutlicher gewesen wäre.“

Die Ergebnisse:

Bürgerentscheid I: 2053 Ja-Stimmen, 1696 Nein-Stimmen, 202 ungültige Stimmen.

Bürgerentscheid II/Ratsbegehren:2112 Ja-Stimmen, 1496 Nein-Stimmen, 343 ungültige Stimmen.

Stichfrage: 1951 Stimmen (50,2 Prozent) für Neubau Hallenbad – 1934 Stimmen (49,8 Prozent) für „Zukunftsprojekte des Marktes“, 66 ungültige Stimmen.

Wahlbeteiligung: 64,6 Prozent (3951 von 6316 Stimmen).

Manuela Schauer/Christof Schnürer

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