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Ein Schnapserl aufs neue Jahr gönnen sich Wolfgang Schwind (l.) vom ausrichtenden Kulturkreis, Bürgermeister Adolf Hornsteiner (r.) und die fünf Musikanten (ab 2. v. l.) Heinz und Josef Stieglmeier, Korbinian Sprenger, Stefan Jais sowie Anton Sprenger. 

Neujahrsansprache in Mittenwald

Bürgermeister appelliert an das Wir-Gefühl

Gesellschaftskritik übt der Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner bei seiner Neujahrsansprache. Auch wehrt er sich gegen die Verunglimpfung einiger Gemeinderäte.

Mittenwald – Deutliche Worte hat Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) bei seiner Neujahrsansprache gewählt. „Unsere Gesellschaft hat sich leider nicht zum Positiven entwickelt“, rief er den rund 100 Zuhörern vom Rathausbalkon entgegen. „Denn zu viele Menschen stellen das eigene Ich in den Vordergrund.“ Die Bürger in der Europäischen Union seien gut beraten, „mit Demut unseren in der Vergangenheit erwirtschafteten Wohlstand nicht als selbstverständlich zu erachten“.

Seinem Publikum versicherte Hornsteiner, dass die Gemeindeverwaltung alles versuchen werde, die großen Herausforderungen im neuen Jahr anzupacken und diese zu meistern. Er sparte dabei auch nicht mit Kritik an einzelnen Bürgern, die 2017 teilweise weit unterhalb der Gürtellinie Entscheidungen zur Daseinsvorsorge wie Hochwasser- und Lawinenschutz, Ausbau des Kranzberggebiets sowie Hotel- und Turnhallen-Pläne gebrandmarkt hatten. „Die Gemeinderäte werden teilweise verunglimpft“ – und das mitunter in nicht tolierbarem Maße. Die Folge: „Die Motivation der ehrenamtlich tätigen Räte wird dadurch sicher nicht verbessert.“

Deshalb appellierte der selbst vielfach massiv gescholtene Gemeindechef an die Vernunft der Bürger. „Wenn alle das Wir in den Vordergrund stellen, dazu Verständnis für Maßnahmen und Entscheidungen der Gemeindeverwaltung aufbringen, dann sehe ich eine gute Entwicklung für unseren Ort voraus.“

Die kernige Rede des Bürgermeisters hatte dazu geführt, dass Wolfgang Schwind, der Vorsitzende des veranstaltenden Isartaler Kulturkreises, sich veranlasst sah, seinem Vorredner Flankenschutz zu geben. So bat Schwind „um mehr Respekt und Ruhe im Umgang miteinander“.

Wolfgang Kunz


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