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Die Freilicht-Arena soll an der Grenze nahe der alten Festungsmauern entstehen.

Grenzüberschreitendes Projekt

Claudianum-Aktionsplan: Mittenwald sagt Nein

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Geht es nach dem Scharnitzer Verein zur Erhaltung der Porta Claudia, soll viel mit der Festungsruine passieren. Investitionen für rund 2,4 Millionen Euro stehen im Raum. Die Mittenwalder verzichten aber auf eine Beteiligung – nicht nur aus Kostengründen.

Mittenwald – Eine Freilichtbühne, die Revitalisierung der Festungsruine, ein großer Aussichtsturm an der Ederkanzel und ein Gebirgsjägermuseum im Obermarkt: Die Pläne des Scharnitzer Vereins, der sich um die Erhaltung der Porta Claudia kümmert, sind vielfältig. Das Lebenszeichen, das die fast schon in Vergessenheit geratenen Initiatoren geben, ist groß.

Trotzdem war die Reaktion auf den Vorstoß im Mittenwalder Marktgemeinderat verhalten. Die Lokalpolitiker hatten kürzlich über eine Beteiligung an dem Mammut-Projekt „Claudianum“ – im Raumen stehen Ausgaben von 2,4 Millionen Euro – abzustimmen. Und lehnten diese ab. Warum ein oberbayerischer Ort überhaupt ein auf Tiroler Seite befindliches Projekt mitfinanzieren soll, erklärt nur ein Blick in die Vergangenheit.

Begonnen hat alles vor fast elf Jahren. Im September 2007 wurde der „Verein zur Erhaltung der Porta Claudia als Grenze und Tor“ mit Sitz in Scharnitz gegründet. Federführend war der damalige Bürgermeister und Vereinsvorsitzende Walter Lechthaler. Ihm zur Seite stand der 2007 amtierende Mittenwalder Bürgermeister Hermann Salminger (Freie Wähler). Damals hieß es: Die Beteiligung Mittenwalds sei „für das Projekt von existenzieller Bedeutung“, wie Amtsleiter Hermann Baier in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatssitzung verlas. Schließlich würde nur „für ein grenzüberschreitendes Projekt entsprechende EU-Fördergelder in Aussicht gestellt“.

Für dieses Vorhaben hatte damals das Architekturbüro Armin Walch ein erstes Konzept entworfen. Die Ideen waren ambitioniert, die Motivation groß. In insgesamt acht Prozessschritten sollte die Wehranlage in neuem Glanz erstrahlen. Ab 2008 übernahm der neu gewählte Mittenwalder Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) den Posten des Vereins-Stellvertreters. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden und Seefelder Hotelier Fritz Kaltschmid wurden im August 2008 der obere Bereich der Festungsanlage gerodet und beleuchtet.

2009 stimmte der Gemeinderat einer Beteiligung des 1,5-Millionen-Euro-Projekts „Porta Claudia – Scharnitz“ zu. Etwa 100 000 Euro war Mittenwald das damalige Ziel – der Erhalt und Erforschung der Wehranlage sowie eine neue touristische Infrastruktur – wert. Die Hoffnung lag auf einer neuen, grenznahen und wertigen Touristen-Attraktion für die Alpenwelt Karwendel.

Doch dann zogen politische Gewitterwolken bei den Tiroler Nachbarn auf. Nach der Bürgermeisterwahl 2010 entbrannten „dorfpolitische Streitigkeiten“ zwischen der neuen Rathaus-Chefin Isabella Blaha und Alt-Bürgermeister Lechthaler. Diese „schlugen auch auf das Projekt nieder“, teilte Baier aus der Stellungnahme der Verwaltung mit. Nichts ging mehr voran. „Bis dato kam es zu keinen weiteren Aktivitäten von Seiten der führenden Organe auf Tiroler Seite.“

Bis schließlich zum 5. Dezember 2017. Bürgermeisterin Blaha kam gemeinsam mit ihrem Sohn Marco Blaha (Obmann Kunst- und Kulturverein Scharnitz), der Geschäftsführerin der Euregio-Geschäftsstelle, Erna Andergassen, sowie Fabian Rößler und Peter Reindl (damals Vorstandsmitglieder Kunst- und Kulturverein Scharnitz) ins Bürgermeisterzimmer von Hornsteiner. Ihr vorgeschlagenes Konzept „Claudianum“ ähnelt den früheren Ideen des Architekten Walch.

Entstehen soll eine Porta- Claudia-Arena mit Freilichtbühne im unteren Wehranlagenbereich an der nördlichen Ortseinfahrt Scharnitz. „Da läuft jetzt die Umfahrungsstraße vorbei“, kritisierte Freie-Wähler-Chef Sepp Schandl (Freiberger) die Pläne im Gemeinderat. Mit der Straße sei das Gelände für Veranstaltungen unattraktiv.  Weitere Idee der Initiatoren: Im alten Zollgebäude soll ein Grenzbegegnungszentrum mit Galerieräumen, Cafes und Shops installiert und die Festungsruine revitalisiert werden. Auf Mittenwalder Seite ist im Zuge des Projektes an einen hölzernen Aussichtsturm auf der Ederkanzel sowie ein Gebirgsjägermuseum im Obermarkt gedacht. Aber auch das kam bei den Gemeinderäten nicht an.

„Jetzt hätten wir endlich Ruhe gehabt“, sagte Florian Lipp (Freie Wähler) die Museumspläne. Er spielte dabei auf die Demonstrationen rund um das Ehrenmal am Hohen Brendten zwischen 2002 und 2009 an. Somit hätte bei dem Projekt „den Hauptnutzen lediglich die Tiroler Seite“, wie Schandl zudem feststellte.

Für Rudolf Rauch (SPD) ist klar, dass „zuerst die Schwimmbad-Frage geklärt werden muss“, ehe der Geigenbauort solche Projekte unterstützen kann. Umsetzen müsste ein solches Vorhaben eher ein Verein, wie auch Michael Altmann (CSU) meinte. Die Gemeinde wäre dann gerne bereit, den Verein bei solchen Vorhaben lediglich zu unterstützen.

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