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Die Polizei kontrolliert die Einreisenden an der Grenze. Einen Medizincheck haben sie in Österreich absolviert.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht. Im Autokonvoi oder im Bus.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht. Im Autokonvoi oder im Bus.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht. Am Bahnhof in Mittenwald geht es für einige mit dem Zug weiter.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht. Am Bahnhof in Mittenwald geht es für einige mit dem Zug weiter.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht.
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Deutsche Saisonarbeiter werden aus Österreich zurück nach Deutschland gebracht. Im Autokonvoi oder im Bus.

Rückholaktion aus dem Quarantäne-Gebiet Tirol

Corona: Deutsche Saisonarbeitskräfte kommen nach Hause - Vor Ende der Ausgangssperre

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Viel los am Grenzübergang Scharnitz/Mittenwald: Viele - die Zahl variiert zwischen 300 und 440 - deutsche Saisonarbeitskräfte wurden am Montag in Bussen und Pkw-Konvois aus Tirol in die Heimat gebracht - vor Ende der Ausgangssperre in Österreich. 

Update, 18.15 Uhr: 

Mittenwald – Die Meldung machte am Montag schnell die Runde: An der Grenze bei Mittenwald tut sich was. Gegen 11 Uhr staute sich der erste von zwei Konvois von rund 50 Fahrzeugen an der früheren Kontrollstation bei Scharnitz auf. Österreich gewährt deutschen Gastarbeitern die vorzeitige Heimreise – auf diesen Deal einigten sich die Außen- und Gesundheitsministerien beider Länder in den vergangenen Tagen. Gestern ging er im Werdenfelser Land unter polizeilicher Obhut kurzfristig über die Bühne.

Unterschiedliche Angaben zur Zahl der Rückkehrer aus dem Corona-Quarantäne-Gebiet Tirol

Unterschiedliche Auskünfte gibt es zur Zahl der rückkehrenden Saisonarbeiter, die in den Skigebieten von St. Anton am Arlberg, Ischgl, Galtür oder weiteren Gemeinden des Tiroler Paznauntals beschäftigt waren: Die Deutsche Botschaft in Wien berichtet von rund 300 Deutschen, die ausreisen durften. Das Land Tirol schreibt in einer Pressemitteilung von 440 Betroffenen, die „unter strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen ... ohne Zwischenstopp“, so heißt es in der Meldung, in ihr Heimatland rückgeführt wurden. Sicher ist, dass neben Deutschen auch rund 460 Ungarn ausreisen durften, die freilich nicht über Mittenwald nach Bayern reisten, sondern Österreich an anderer Stelle verließen.

Deutscher Botschaft zeigt sich dankbar über Ausreisemöglichkeit in der Coronakrise

Der deutsche Botschafter Ralf Beste stellt klar, dass er den beteiligten Ministerien „sehr dankbar“ sei, „dass die Möglichkeit der kontrollierten Ausreise geschaffen wurde“, die mit den Vorschriften in beiden Ländern vereinbar war. Ursprünglich hätten die Arbeitskräfte nach der Verlängerung der Ausgangssperre im Nachbarland mindestens bis 13. April bleiben müssen, daraufhin intervenierte die Botschaft bei der Regierung in Wien.

Gesammelt machten sich gestern die Konvois mit Polizei-Eskorte aus dem Bezirk Landeck auf den Weg in Richtung Mittenwald. Die Betroffenen mussten zu festen Uhrzeiten an fixen Treffpunkten erscheinen, um entweder mit dem Privat-Pkw oder von der Botschaft organisierten Bussen abreisen zu können. Wichtig: Alle Ausreisenden wurden in Österreich nach einem Medizincheck per Formular erfasst. Diese Daten werden an die jeweiligen Gesundheitsämter in der Heimatregion des Betroffenen übermittelt. Dort müssen sich die Saisonarbeiter nun nach der Rückkehr melden. Zu beachten ist weiterhin eine 14-tägige Quarantäne, auch wenn sich die Personen bereits seit 13. März in Tirol in häuslicher Isolation befunden hatten.

Bundespolizei kontrolliert an der Grenze bei Mittenwald

Die deutsche Bundespolizei war an der Grenze bei Mittenwald mit der intensiven Kontrolle der Einreisenden betraut, geleitete die Busse zum Bahnhof nach Mittenwald. Dort machten sich die Rückkehrer per Bahn über den Knotenpunkt München auf den Weg in ihren Heimatort. Einen Einreisenden kassierten die Beamten gleich ein. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. „Es war eine Geldstrafe von 1500 Euro offen, die er aber begleichen konnte, somit durfte auch er weiterreisen“, betont Matthias Knott von der Bundespolizei in München. Weitere Zwischenfälle gab es bei den Kontrollen nicht.

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Ursprüngliche Meldung: 

Die Deutsche Botschaft in Wien hat sich an deutsche Saisonarbeitskräfte gewandt, die in den Gemeinden St. Anton am Arlberg und Paznauntal tätig sind. Mit der zentralen Botschaft: Sie werden nach Hause gebracht. Bald und schnell: Am Montag, 30 März, und damit vor Ablauf der Quarantäne am 13. April 2020. An dieser Möglichkeit habe man mit dem Außen- und Gesundheitsministerium Österreichs und den Behörden in Tirol gearbeitet.

Die Heimfahrt begann am Montagmorgen mit Fahrtziel Mittenwald. Zum Teil in Bussen, die die Botschaft zur Verfügung stellte, zum Teil im eigenen Pkw. Dazu gab es klare Auflagen: Im Auto durften nur die gemeinsam fahren, die zuvor auch zusammen gewohnt haben. Und sie müssen im Konvoi fahren, einer umfasst 50 Fahrzeuge. Diesen begleitet die Polizei bis zur Staatsgrenze bei Scharnitz. 

Über 400 deutsche Saisonkräfte fahren aus Tirol nach Hause

Der Landespolizei Innsbruck zufolge waren 440 Deutsche betroffen. Sie kamen Montagmittag an der Grenze Mittenwald/Scharnitz an. Die Bundespolizei kontrolliert, so teilte ein Sprecher dem Bayerischen Rundfunk mit, die Einreisenden an der Grenze und begleitet sie zum Bahnhof in Mittenwald. Von dort dürfen sie im Zug - er verkehrt stündlich um 12.36 Uhr, 13.36 Uhr und 14.36 Uhr zum Hauptbahnhof München - selbstständig in ihre Heimat weiterreisen. 

Ein Test auf das Coronavirus findet laut Bundespolizei nicht statt. Sollte jedoch jemand Symptome zeigen, informiere man das Gesundheitsamt vor Ort. Zudem müssen sich die Arbeitskräfte laut BR nach ihrer Rückkehr unverzüglich bei ihrer Gesundheitsbehörde melden. Sie bestätigen schriftlich, keine Symptome zu zeigen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten. 

Lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Landkreis.

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