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Sie kandidieren: (v.l.) Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn. 

CSU-Parteitag in Hamburg

CSU im Isartal: Das ist der Wunschkandidat für Merkel-Nachfolge

Wer übernimmt den Vorsitz der CDU und damit den aussichtsreichen Posten auf eine Kanzler-Kandidatur? Die Antwort auf diese Frage gibt es am heutigen Freitag. Christdemokratische Bastion im Landkreis ist mit drei CSU-Bürgermeistern das Isartal. Dort sind sich die Schwarzen in punkto Merkel-Nachfolge einig.

Isartal – Mit dem Parteitag in Hamburg wird Geschichte bei den Christdemokraten geschrieben. Nach 18 Jahren „Mutti“ ein Nachfolger für Bundeskanzlerin Angela Merkel gewählt. Ein demokratischer Prozess, den Kreis-CSU-Chef Dr. Michael Rapp als „erfrischend und positiv“ bezeichnet. Wem er dabei seine Stimme gegeben würde – Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Jens Spahn – um diese Antwort laviert er ein bisschen herum. „Alle drei Kandidaten sind kompetent“, betont Rapp. Und gibt letztlich doch preis, dass er Kramp-Karrenbauer bei der Abstimmung die meisten Chancen einräumt. Persönlichen politischen Kontakt hatte er mit keinem der potenziellen Merkel-Nachfolger, sie haben dem Landkreis in den vergangenen Jahren keinen Besuch abgestattet.

Anders ist es bei den Nachbarn in Bad Tölz-Wolfratshausen. Gleich zwei Mal war Merz bei Terminen auf dem Reutberg. Daran liegt es aber nicht, dass CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber sich „ohne Wenn und Aber“ für ihn ausspricht. Merz würde die CDU „ein Stück weiter in die Mitte rücken und wieder konservativere Wähler binden“. Das sieht Parteikollege und Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner auch so. Und beleuchtet eine weitere Komponente an, die für Merz spricht. Nach jedem konjunkturellen Aufschwung wie dem jetzigen folge erfahrungsgemäß eine Talfahrt. Dafür hält er den Wirtschaftsexperten bestens gerüstet. Auch Krüns CSU-Bürgermeister Thomas Schwarzenberger sieht für Merz „einen leichten Vorteil. Es ist aber nicht alles Gold, was glänzt“. Unter anderem stehe er für eine andere Politik als Kramp-Karrenbauer. „Mit ihr würde es wohl in der Richtung weitergehen“, wie sie Merkel vorgegeben hat.

Die Folge daraus ist für Hansjörg Zahler, schwarzer Bürgermeister in Wallgau, eine „Sozialdemokratisierung der CDU“. Diese habe vielleicht anfangs noch funktioniert, dann aber zu „Exzessen geführt“. Knackpunkt ist für alle hiesigen CSU-Vertreter die Flüchtlingsfrage. Deshalb spricht sich Zahler „eindeutig“ für Merz aus.

Wer letztlich das Rennen macht, diese Entscheidung wird mit Spannung erwartet. „Sie hat eine große Tragweite“, sagt Rapp mit Blick auf die nächste Kanzler-Kandidatur der CDU in der Zeit nach der Ära Merkel.

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