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Für zwei Jahre gewählt: (vorne v. l.) Katharina Sörgel, Hans Neuner, Simon Schermak, Rudi Haller, Gerhard Schöner, (hinten v. l.) Max Schmid, Bernhard Adam, Sebastian Sailer, Alois Knilling, Alois Holler, Ludwig Hornsteiner, Adolf Hornsteiner, Dieter Schermak, Martina Sailer, und Harry Schilling.

Haller verteidigt Hornsteiner

CSU Mittenwald: Kräftiges und Deftiges vom Wadlbeißer

Der CSU-Ortsverband Mittenwald bestätigt den Vorsitzenden Haller im Amt. Und der „ewige Rudi“, der in seine dritte Dekade geht, hat nichts von seiner Angriffslust verloren. Der ehemalige Berufssoldat feuert einige Salven gegen die politischen Mitbewerber ab.

Mittenwald – Rudi Haller (57) lacht gerne und viel. Doch der wiedergewählte Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Mittenwald, der seit 1997 bei den Schwarzen an der Spitze steht, beherrscht auch die Rolle des Wadlbeißers. Vor allem wenn die politische Konkurrenz seinen Parteifreund und Bürgermeister Adolf Hornsteiner aufs Korn nimmt. Dann feuert der pensionierte Berufssoldat eine kräftige Salve zurück.

„Wir schätzen uns glücklich, einen solchen tatkräftigen und ehrgeizigen Gemeindechef zu haben, der mit Verhandlungsgeschick und Demut seine Aufgaben angeht“, meinte Haller am Freitagabend während der Jahresversammlung im Gasthof Gries. Offenbar hatte der „ewige Rudi“ das Bedürfnis, dem scheinbar angezählten Hoffnungsträger im Rathaus flankierend zur Seite zu stehen, als er dessen Erfolge auflistete – sei es die Lösung auf dem Fibinger-Areal, die Hochwasser-Verbauung oder seine Rolle bei diversen G7-Zuschüssen.

„Wenn dann die Freien Wähler behaupten, keine Informationen aus dem Rathaus zu erhalten, dann ist dies schlichtweg falsch“, grollte Haller. Denn der Bürgermeister lade alle vier Wochen die Fraktionssprecher zum Gedankenaustausch dorthin ein. Haller kommt deshalb zu dem Schluss: „Wer nicht informiert ist, hat es entweder vergessen, nicht richtig mitgeschrieben oder bei Abwesenheit versäumt, einen Stellvertreter zu schicken.“ Und Haller legt noch einen drauf: „Ich wäre in meiner Zeit als Gemeinderat froh gewesen, wenn uns solche Informationen gegeben worden wären.“ Der CSU-Vordenker spielt damit auf seine Mandatszeit zwischen 1996 und 2007 an. Damals hieß der Rathauschef Hermann Salminger von den Freien Wählern.

Dessen schwarzer Nachfolger, der zuletzt einige Nackenschläge (Bürgerentscheid, Karwendelbahn) einstecken musste, sind solche Worte Balsam für die Seele. „Es ist eine schöne Erfahrung zu sehen, wie Ihr zusammensteht, und wie bemerkenswert der Rudi diesen Ortsverband führt“, offenbarte Hornsteiner. Im Gegensatz zu seinem Parteifreund wollte der Bürgermeister nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen und schlug versöhnliche Töne an – beispielsweise beim Hallenbad-Neubau, der mit gerade mal 17 Stimmen Mehrheit per Bürgerentscheid auf den Weg gebracht wurde. „Jetzt müssen Gemeinsamkeiten gefunden und keine neue Gräben aufgemacht werden.“ Die Umsetzung bleibt spannend, weil der Berg an Vorhaben wächst und zwangsläufig andere Projekte in den Hintergrund treten. Die Haushaltsberatungen bergen jedenfalls wieder Sprengstoff. „Ohne Schulden wird es nicht gehen“, glaubt Hornsteiner. Gleichzeitig beschwört er das Miteinander. „Denn Kontroversen bringen uns nicht weiter.“

Eine Lanze für seine Mittenwalder Parteifreunde brach auch der Krüner Bürgermeister und Bezirkstagsabgeordnete Thomas Schwarzenberger. „Ihr habt verantwortungsvolle Politik betrieben und von anderer Seite viel Unsachlichkeit erfahren“, steht für diesen fest. „Durch Themen wie Karwendelbahn und Hallenbad hat die Außenwahrnehmung der Marktgemeinde gelitten, die so zum eigentlichen Verlierer wurde.“ Besser wäre für Schwarzenberger „die Abarbeitung des von der Gemeinde erstellten Programms gewesen und dann das Bad in Angriff zu nehmen.“ Letztlich versuchte sich auch der Krüner als Motivator: „Ich hoffe, dass ihr Euren Mut behaltet und weiter so gut arbeitet, denn in den nächsten fünf Jahren stehen mehrere Wahlen an.“

Gewählt:

Vorsitzender: Rudi Haller – Zweite Vorsitzende: Gerhard Schöner, Hans Neuner, Alois Knilling – Schriftführer: Simon Schermak (für Katharina Sörgel) – Schatzmeisterin: Martina Sailer – Beisitzer: Bernhard Adam (für Helmut Hornsteiner), Alois Holler, Ludwig Hornsteiner, Katharina Sörgel (für Uschi Kilian), Sebastian Sailer, Dieter Schermak, Max Schmidt und Harry Schilling – Kassenprüfer: Gerd Gaupp und Alois Lipp.

Wolfgang Kunz

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