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In Mittenwald fand der Volksschauspieler sein Glück

„Dahoam is dahoam“-Darsteller Hermann Giefer wird 70

Vor gut 50 Jahren stand er zum ersten Mal vor der Kamera. Über Werbespots landete Hermann Giefer beim Fernsehen. Und blieb dem treu. Heute feiert der beliebte Schauspieler einen runden Geburtstag. 

Mit seinem Namen können die wenigstens etwas anfangen. Doch die meisten kennen sein markantes Gesicht. „Ach der!“, meinen nicht wenige beim Anblick von Hermann Giefers unverwechselbarem Konterfei. Kein Wunder, immerhin ist der Schauspieler seit mehr als drei Dekaden eine feste Größe in der deutschen Film- und Fernsehbranche. Ob bei „Forsthaus Falkenau“ oder „Der Bergdoktor“ – Giefer hatte gleich in acht populären Serien eine durchgehende Rolle. Am Mittwoch feiert dieser kernige Charakterkopf aus Mittenwald seinen 70. Geburtstag.

Dreharbeiten zur Fernsehserie "Dahoam is dahoam" in Mittenwald auf dem Kranzberg. Nach dem Regen muss Maskenbildernerin Angelika Bunde dem heimischen Schauspieler Hermann Giefer die Haare richten.

Und der dreifache Vater und fünffache Opa strotzt nur so vor Tatendrang. „Es könnte besser nicht sein“, zeigt sich Giefer mit dem Erreichten mehr als zufrieden. Wenn’s nach ihm ginge, könnte er noch lange Zeit in der Daily Soap „Dahoam is dahoam“ im Bayerischen Fernsehen den Martin Kirchleitner mimen. Eine Rolle, die er seit neun Jahren verkörpert und die ihm auf der Zielgeraden seiner Karriere noch einmal einen gewaltigen Popularitätsschub verlieh.

Dabei sollte der Gast- und Landwirtssohn aus Immendorf bei Koblenz mal in die Fußstapfen seines Vaters Hein treten. Für den war die Vorstellung, sein einziger Sohn würde einmal einen akademischen, geschweige den künstlerischen Beruf ergreifen, undenkbar. „Pädagogische Straßenkehrer haben wir schon genug“, herrschte er den Stammhalter nicht nur einmal an. Beim Filius biss der gestrenge Papa jedoch auf Granit. „Ich war ein Träumer und habe diese Träumerei nie aufgeben“, meint Hermann Giefer rückblickend.

Hermann Giefer und Pierre Brice. 

Erstmals vor der Kamera stand der Naturbursch aus Rheinland-Pfalz in Mittenwald. Jener Ort, in dem er seinem Herzblatt Sofie begegnete und wo er eine neue Heimat fand. Als strammer Gebirgsjäger sollte er vor gut 50 Jahren für die Bundeswehr Reklame machen. „Ab diesem Zeitpunkt war ich von der Filmerei infiziert.“ Über unzählige Werbespots und -aufnahmen landete Giefer beim Fernsehen. Immer half ihm dabei sein unverkennbares Gesicht.

Über die unsäglichen Sexfilmchen in den Achtzigern („Drei Lederhosen in St. Tropez“) lacht er noch heute. Denn er war weiß Gott nicht der Einzige aus der seriösen Zunft, der in diesen Klamaukstreifen mitwirkte. Unvergessen für ihn bleibt auch sein Engagement in Bad Segeberg, als er als Old Shatterhand neben Pierre Brice (Winnetou) reiten durfte. „Das reine Gänsehautgefühl.“ Und das möchte er noch lange Zeit am TV-Set genießen.

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