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Als Dankeschön für die geleistete Arbeit übergibt FCM-Vorsitzender Hannes Ostler (l.) den Bescheid über die Spende an Bürgermeister Adolf Hornsteiner. 

Kuriosität unterm Karwendel

Finanzspritze mal anders herum: Fußballverein spendet an Gemeinde

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Im Normalfall läuft‘s anders herum, da gewährt die Gemeinde einem Verein gerne mal einen Zuschuss. Die Mittenwalder Fußballer haben den Spieß nun umgedreht.

Mittenwald – Er wollte seinem Sohn beim Fußball zuschauen. Die Jugend des FC Mittenwald trat gegen den TSV Murnau an. Das Wetter – nass. Adolf Hornsteiner (CSU) war noch nicht ganz auf dem Gelände, „da hab’ ich das Elend schon gesehen“, erzählt er heute, neun Jahre später. Eine Seite glich mehr einer Tümpellandschaft als einem bespielbaren Rasen. Er ging weiter, hörte wie die Murnauer Funktionäre schimpften. „Der allerschlechteste Platz in Bayern“, sollen sie gesagt haben, „sei der in Mittenwald“, Dann erkannten sie den Bürgermeister und bombardierten ihn mit Kritik. Heute lacht er darüber, weil der FCM inzwischen über einen „Top-Platz“ verfügt.

Der Markt hilft dem Verein, diesen in seiner Qualität zu erhalten. Das weiß der Vorstand zu schätzen. Deshalb hat er sich einstimmig entschlossen, das Engagement der Gemeinde mit einer Spende von 1000 Euro zu belohnen. „Das ist nicht alltäglich“, betont Hornsteiner. In der Regel läuft das Spielchen andersherum. Umso mehr freut’s ihn. Als so außergewöhnlich empfindet Klubchef Hannes Ostler die Geste gar nicht. „Wir wollten nur einen kleinen Beitrag leisten“, sagt er. „Das hatten wir schon länger vor.“

Es ist als deutliches Zeichen für die gute Zusammenarbeit zu werten, die sich gerade in den vergangenen Jahren als intensiv herausstellte. „Der Fußballplatz hat eine Geschichte“, sagt Hornsteiner, „die nun ein glückliches Ende gefunden hat.“ Bedingt durch den G7-Gipfel in Schloss Elmau 2015. Damals erkannte der Freistaat die Notwendigkeit, dass der Platz saniert werden müsste. Los ging’s. Keine einfache Angelegenheit. „Wir haben unsere Erfahrungen mit der Rasenqualität sammeln müssen“, erzählt der Bürgermeister. Und hebt das Engagement einer Person besonders heraus: das von Josef Fütterer, dem Chef der Gemeinde-Gärtnerei. 2017 wurde schließlich das Günter-Kausch-Stadion eingeweiht – ganz ohne Tümpellandschaft.  

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