Stimmgewaltiges Mädel: Regina Wurmer (11) hat den Förderpreis „musicaBavariae“ gewonnen.
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Stimmgewaltiges Mädel: Regina Wurmer (11) hat den Förderpreis „musicaBavariae“ gewonnen.

Regina Wurmer gewinnt Förderpreis

Junge Mittenwalderin: Das Mädchen mit der Engelsstimme

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Regina Wurmer (11) erhält den Förderpreis „musicaBavariae“ bei Enrico de Parutas Gesangswettbewerb „Engelsstimmen“ in München.

Mittenwald – Die kleinen Schritte hallen im riesigen Saal. Regina Wurmer erscheint winzig auf der 162 Quadratmeter großen Bühne in der Alten Kongresshalle in München. Sie bleibt stehen. Blickt auf tausende leere Sitze. Nur sechs Plätze in der ersten Reihe sind besetzt. Juroren. Unter ihnen Enrico de Paruta, langjähriger Moderator und Nachrichtensprecher. Er staunt, als die Elfjährige zu singen beginnt.

Regina Wurmer ist Mittenwalderin und ein Gesangstalent. Sie erlangte nun beim Wettbewerb „Engelsstimmen“ den dritten Platz unter 126 Bewerbern aus ganz Bayern. Die Schülerin erhält den Nachwuchsförderpreis „musicaBavariae“, dotiert mit 1000 Euro. Zudem erwartet sie eine professionelle Gesangsausbildung in Form von Workshops und die Aussicht, eine der begehrten Solo-Rollen bei der Weihnachtstournee „Heilige Nacht“ im Dezember von und mit Enrico de Paruta zu ergattern.

Fördert junge Talente: Enrico de Paruta.

Für den bekannten TV-Mann mit der sonoren Stimme ist diese Entscheidung eigentlich schon klar, als das aufgeweckte Mädel die Bühne betritt. „Mei ist die nett“, schwärmt der erfahrene Ansager und Produzent. „Sie hat so viel Charme und Präsenz, so viel Energie.“ Die Mittenwalderin mit ihrer engelsgleichen Stimme haben die Juroren gleich ins Herz geschlossen.

Zwei Lieder gibt sie auf der leeren Bühne zum Besten: Den alpenländischen Weihnachtsklassiker „Es wird scho gleich dumpa“ und ihr Lieblingslied „Der Heuschreck“. „Was ein g’rechter Heuschreck is, sitzt im Sommer auf der Wies’“, singt Wurmer in einer Begeisterung, die sogar ihre Mama hinter der Bühne baff macht. „Ich war aufgeregter wie sie“, gesteht Elisabeth Wurmer, die ihre Tochter beim Vorsingen in die Landeshauptstadt im Oktober begleitet hat. Ihre Tochter strotzt vor Ruhe und Gelassenheit. Wie ein echter Profi eben.

Regina Wurmer hat mit ihren elf Jahren schon jede Menge Erfahrung

Denn Erfahrung hat das Talent schon in ihrem jungen Alter zuhauf gesammelt. An unzähligen Mittenwalder Heimatabenden trat sie schon vor hunderten Gästen in der TSV-Halle auf. Bei Schulaufführungen begeistert Wurmer ebenso mit ihrer fröhlichen Art. Selbst in den Unterrichtspausen singt sie. Den größten Auftritt bislang hatte sie beim Saitenstraßen-Festival 2019 in Mittenwald. Damals trat sie mit ihrer Freundin Leni Rieger in dem vollbesetzten Bierzelt in der Kuranlage Puit auf. Lampenfieber scheint für die Isartalerin bereits mit zarten elf Jahren ein Fremdwort zu sein.

So auch im Alten Kongresssaal in München. Mit zehn weiteren Kindern und Jugendlichen ist Wurmer in die finale Auswahl gekommen. Sie ist mit Abstand die jüngste Teilnehmerin. Selbstbewusst singt Wurmer ihre Lieder. Authentisch, echt. Das merkt auch die Jury rund um de Paruta. Die Experten waren so begeistert, dass die Eltern noch am selben Abend die Nachricht erhalten: Ihre Tochter ist unter den Preisträgern. Platz drei für eine glanzvolle Aufführung.

Ausschlaggebend für den Erfolg war aber nicht nur der Gesang

Ausschlaggebend für den Erfolg war aber nicht nur der Gesang. „Unsere Teilnehmer müssen sich auch präsentieren können“, auch wenn die Kandidaten zwischen acht und zwölf Jahren noch keine Profis sind. Doch genau darum geht’s dem Moderator: Rohdiamanten den Feinschliff geben.

Am 27. Februar beginnen für Wurmer deshalb die Trainingseinheiten. Renommierte Gesangslehrer unterrichten die Elfjährige an den Wochenenden. Bringen ihr bei, die Stimme zu verfeinern, an ihrem Auftritt zu feilen und auch ihr schauspielerisches Talent zu fördern. Letzteres wird Wurmer brauchen, wenn sie bei der Weihnachtstournee mitspielt. Vielleicht sogar als Solistin. Von den 1000 Euro erhält die Hälfte das Mittenwalder Jugendorchester unter der Leitung von Sissi Gossner (Bericht folgt). Hier ist Wurmer Mitglied, singt und spielt Geige.

Die Förderung junger Nachwuchstalente ist die Basis der Engelsstimmen. Seit 2004, als Moderator de Paruta mit Carolin Reiber als Schirmherrin den Gesangswettbewerb ins Leben gerufen hat, sind bislang über 80 Kinder mit einer Fördersumme von insgesamt 85 000 Euro unterstützt worden. Nur eines ist Grundvoraussetzung: Die Liebe zur Klassik und Volksmusik.

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