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Nicht im Arbeitskreis: Enrico Corongiu (vorne) lässt seinem Fraktionskollegen Rudi Rauch (Mitte) den Vortritt. Dankend nein sagt auch Stefan Schmitz (l.). 

Inszenierung ohne Hauptdarsteller

Hallenbad-Debatte: Corongiu nicht im Arbeitskreis

Der Arbeitskreis für den Hallenbad-Neubau ist benannt. Ein Name fehlt: der von Enrico Corongiu. Einer der Köpfe der Bürgerinitiative schickt lieber seinen SPD-Parteifreund Rudi Rauch ins Rennen. Nicht wenige fragen sich: Warum?

Mittenwald – Von diesem Gremium sollen wichtige Impulse für den geplanten Neubau eines Mittenwalder Hallenbads ausgehen. In dem soeben installierten Arbeitskreis sind alle vertreten, die im Zuge des aufgeheizten Bürgerentscheids ihre Stimme pro oder contra erhoben: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), Gemeindewerkschef Matthias Pöll, die Gemeinderäte Dieter Schermak (CSU), Florian Lipp (Freie Wähler), Klaus Zwerger (Bürgervereinigung) und Rudi Rauch (SPD) sowie Armin Görlich von der Bürgerinitiative.

Doch ein wichtiger Name fehlt: SPD-Mann Enrico Corongiu verzichtet auf eine Teilnahme – was den einen oder anderen wundert. Wär’s nicht eine ernste politische Sache, sondern ein Theater könnte man sagen: Eine Inszenierung ohne Hauptdarsteller. Denn wie kein anderer im Gemeinderat hat Bundestagskandidat Corongiu für ein Hallenbad gekämpft. Mehr noch: Er präsentierte sogar ein Finanzierungskonzept, das allerdings viele für völlig illusorisch halten. Doch das nur am Rande.

Warum lässt also ausgerechnet der akribische Arbeiter seinem Parteifreund Rauch den Vortritt? „Ich habe sicherlich die Bürgerinitiative unterstützt“, meint Corongiu, „ich war vielleicht auch das Gesicht der SPD, aber das war keine One-Man-Show, gearbeitet haben wir alle dran“. Zudem verweist der Wahlkämpfer auf einen eng getakteten Terminplan bis zum 24. September (Bundestagswahl). Gleichzeitig bestätigt Corongiu, dem Rathaus mittlerweile einen Finanzierungsplan zum Hallenbad zugestellt zu haben. Demnach soll eine solche Anlage für zehn Millionen Euro realisierbar sein.

Von diesen Zahlenspielen will Stefan Schmitz (Bürgervereinigung) nichts wissen. „Solange die Finanzlage nicht passt und 49,8 Prozent (Anm. d. Red.: Hallenbad-Gegner beim Bürgerentscheid) eine besonnene Ortspolitik wollen“, werde er gegen dieses Projekt arbeiten. „Dafür stehe ich.“ Konsequenterweise verzichtet er dankend auf ein Mitspracherecht im Arbeitskreis – was im Falle Schmitz keineswegs verwundert.

Christof Schnürer

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