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Alpenwelt-Card kein grenzenloses Vergnügen

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Von: Christof Schnürer

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Blitzableiter: Sabrina Blandau, die Geschäftsführerin der Alpenwelt-Karwendel-GmbH,  nimmt die Beschwerden der Gäste sehr ernst.
Blitzableiter: Sabrina Blandau nimmt die Beschwerden der Gäste sehr ernst. © Josef Hornsteiner

Der Urlauber kennt keine Destinationsgrenzen. Die Erlebnisse eines Mannes aus Berlin zeigen, dass es in puncto Gästekarte in der Alpenwelt Karwendel und darüber hinaus Luft nach oben gibt. Experten der Zugspitz-Region-GmbH wollen das erkannt haben und arbeiten an einer schlüssigen Gesamtlösung.

Oberes Isartal – Nach dem Erlebnis in den Weihnachtsferien, steht für einen Urlauber aus Berlin außer Zweifel: „Andere Touristenregionen lösen das wesentlich besser.“ Der Mann, der umweltbewusst Berge und Natur im Werdenfelser Land genießen wollte, erlebte sein blaues Wunder. In einem Brief an Sabrina Blandau, Geschäftsführerin der Alpenwelt-Karwendel-GmbH, macht der Berliner seinem Ärger ein wenig Luft und wünscht sich Lösungsvorschläge – beispielsweise eine talschaftsübergreifende Gäste-Card im Verbund mit dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV).

Folgender Ausflug veranlasste den Kurgast zu seinen Beschwerdezeilen: Am Neujahrstag ging’s für ihn und ein paar Freunde hinauf zur Zugspitze. „Ich konnte alle überzeugen, mit dem Bus zu fahren.“ Vom Quartier in Gerold bis nach Garmisch-Partenkirchen war das kein Problem. „Dann hatten wir Tickets für die Zugspitzbahn und sind mit der Zahnradbahn hoch zur Zugspitze und mit der Gondel zum Eibsee.“ Von dort sind die Urlauber bis Grainau gewandert. Für den Bus Richtung Garmisch-Partenkirchen galt die Alpenwelt-Card aber nicht. „Alle mussten zahlen.“ Im Olympiaort am Bahnhof angelangt, empfahl man den Berlinern als beste Verbindung den Zug nach Klais. „Auf den Bus von Garmisch nach Gerold hätten wir fast eine Dreiviertelstunde warten müssen.“ Die Überraschung war noch größer, als ihnen mitgeteilt wurde, dass die Gästekarte auch nicht für die eine Station in der Regionalbahn gelte. „Erneut mussten alle den vollen Fahrpreis zahlen.“ Der Kommentar eines Mitreisenden war eindeutig: „Das nächste Mal nehmen wir wieder das Auto. Das ist billiger und schneller.“

Eine Gästekarte macht doch nur dann Sinn, wenn Busse und Bahnen in der Umgebung auch genutzt werden können.

Urlauber aus Berlin

Fazit: Es bleibt ein unzufriedener Gast übrig, der möglichst klimaneutral einen Ausflug unternehmen wollte. Der Berliner weiß Gegenden, wo das bereits wunderbar klappt – beispielsweise am Bodensee. „Da können sie jeglichen ÖPNV nutzen“, erzählt der Kurgast. „Eine Gästekarte macht doch nur dann Sinn, wenn Busse und Bahnen in der Umgebung auch genutzt werden können. Für Gebietsgrenzen wie hier zwischen Mittenwald, Krün und Garmisch interessiert sich doch der Tourist nicht.“

Da muss ihm Adressatin Blandau zähneknirschend Recht geben. „Leider gibt es momentan keine Möglichkeit, auch das Schienen-Netz der DB einzubeziehen“, bedauert Blandau in der Stellungnahme gegenüber dem Urlauber. „Aber gerade die Verbindung Garmisch-Partenkirchen nach Gerold wurde vom RVO (Anm. d. Red.: Regionalverkehr Oberbayern) auf einen stündlichen Takt erhöht und ausgeweitet.“ Die Fahrt von Grainau zurück nach Garmisch-Partenkirchen sei im Rundreiseticket der Zugspitzbahn enthalten, wenn man den Zug benutzt.

Laut Blandau gehört es „zur Strategie der Alpenwelt Karwendel“, den Tourismus im Oberen Isartal „möglichst nachhaltig und umweltfreundlich“ zu gestalten. Aus diesem Grund hat man die Kooperation mit dem ÖPNV „immer weiter intensiviert und ausgebaut“. Der Startschuss erfolgte vor mehr als zehn Jahren mit der Einführung der Wander-, Ski- und Gästebusse. „Seit 2017 können zudem mit der Alpenwelt-Card die RVO-Busse im gesamten Streckennetz kostenlos von Gästen genutzt werden.“ Doch das jüngste Beispiel zeigt das Limit dieser Serviceleistung. Daher verspricht Blandau: „Wir wollen noch stärker mit den umliegenden Orten und Regionen zusammenarbeiten. Denn wir sehen, dass Gäste keine Gebietsgrenzen kennen.“

In diesem Zusammenhang verweist die Alpenwelt-Chefin auf die Zugspitz-Region-GmbH hin, die bereits an einer Lösung arbeitet. „Wie wir das umsetzen, steht noch in den Sternen“, räumt allerdings der hierfür zuständige Mitarbeiter Philipp Holz ein. Aber das Ganze solle noch „dieses Jahr eingegleist“ werden. Das Wie bleibt die spannende Frage. Denn man hat es beispielsweise mit Leistungsträgern und Verhandlungspartnern wie etwa der Deutschen Bahn zu tun.

Doch für Holz gibt es für den Feriengast 2.0 zu Digitalisierung und einer umweltschonenden Besucherlenkung keine Alternative. Schließlich soll die Region zwischen Staffelsee und Karwendel auch künftig Urlauber in ihren Bann ziehen.

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