Kurioses aus dem Gericht

Dreister Brezen-Dieb: Geldstrafe für renitenten Rentner

Er kann es nicht lassen: Trotz Hausverbot ist ein Rentner wieder in einen Isartaler Supermarkt gegangen. Um Ärger zu machen.

Oberes Isartal – Die Situation wiederholt sich, doch ein 76-jähriger Rentner will aus seinen Fehlern offenbar partout nicht lernen: Obwohl er wegen eines früheren Diebstahls in einem Isartaler Supermarkt Hausverbot hat, betrat er das Geschäft erneut. Wieder konnte es der Langfinger nicht sein lassen. Die Folge sind zwei weitere Delikte – Hausfriedensbruch und Diebstahl. Dafür bekam er von Amtsrichter Dr. Benjamin Lenhart nun eine ansehnliche Geldstrafe aufgebrummt.

Laut Staatsanwältin Bettina Müller habe sich der Vorfall am 21. Oktober des vergangenen Jahres gegen 15 Uhr im Supermarkt eines Dorfes im Oberen Isartal ereignet. Das Unheil nahm seinen Lauf, als der recht sprachgewandte Rentner den Laden betrat und dabei ignorierte, dass ihm dort schon vor einiger Zeit ein Hausverbot erteilt worden war. Der Stellvertretende Marktleiter, der alsbald vom Hausverbot erfuhr, verwies ihn prompt wieder des Ladens. Und er lehnte es ab, dass der Isartaler seine mitgebrachten, leeren Pfand-Wasserflaschen abgeben durfte. Auch deshalb, weil das Geschäft diese Marke nicht führt. Zusätzlich hatte sich der Senior auch noch am Regal mit den frischen Brezen bedient und zwei davon einfach in seiner Stofftasche verschwinden lassen. Der zusätzliche Erwerb zweier Weißwürste wurde ihm zudem unter Hinweis auf das Hausverbot kategorisch verweigert.

Der Vize-Markteleiter zeigte den renitenten Rentner an, der daraufhin einen Strafbefehl über 750 Euro (50 Tagessätze à 15 Euro) bekam. Da er dagegen mit einem langen Brief ans Gericht Einspruch erhoben hatte, kam es zur Verhandlung. In deren Rahmen legte der Mann sehr ausführlich dar, wie ungerecht er in dem Laden behandelt worden sei. Ehe „ich knurrend rausging und die Brezen zurückließ“.  Der als Zeuge vorgeladene Marktleiter schilderte dann den Vorfall in allen Details und hatte damit schon deshalb das Recht auf seiner Seite, weil der 76-Jährige wegen des Hausverbots den Supermarkt überhaupt nicht hätte betreten dürfen. „Dass Sie Hausverbot hatten, wussten Sie doch“, sagte Richter Dr. Lenhart.

Er rate darum dem Angeklagten dringend, den Einspruch zurückzunehmen. Denn: Wenn er ein Urteil fällen müsse, könne das nur erheblich teurer werden. „Ohnehin bewegt sich der Strafbefehl mit den 750 Euro im untersten noch vertretbaren Rahmen.“

Sicht- und hörbar widerwillig fügte sich der Mann schließlich dem Rat des Richters. Und fuhr erneut knurrend, um seine eigenen Worte zu benützen, „wieder heim ins Isartal“.

Rubriklistenbild: © dpa

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