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Dubiose Stromanbieter sind derzeit in Mittenwald aktiv.

Alarm bei der Karwendel, Energie & Wasser GmbH

Stromverträge: Tricksereien am Telefon

Mittenwalder werden derzeit mit unerlaubter Telefonwerbung konfrontiert. Dubiose Strom-Anbieter sind auf Kundenfang.

Mittenwald – Die Masche ist immer die gleiche: In der Regel erhalten die Stromkunden einen Anruf, dessen Rufnummer mit der 030 beginnt. Eine seriös klingende Stimme gibt vor, ein Partner der ortsansässigen Karwendel Energie und Wasser GmbH (KEW) zu sein. Vorgeschlagen wird ein unkomplizierter Tarifwechsel, um in den Genuss eines angeblichen Sparangebots zu kommen; abgefragt werden unter anderem Zählerstand und -nummer.

Wer sich darauf einlässt, erlebt nach einiger Zeit ein böses Erwachen: Der Getäuschte wird mit der Kündigung seines Stromvertrags bei der KEW und mit dem Wechsel des Stromversorgers konfrontiert. Die neuen Konditionen halten häufig nicht das, was anfänglich versprochen wurde. In der Regel steigen die Preise dann im zweiten Jahr deutlich an, so dass oftmals erhaltene Bonusvorteile schnell aufgebraucht sind. Einen ungewollten Versorgerwechsel kann der Kunde nur vermeiden, wenn er innerhalb von 14 Tagen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht und die KEW informiert.

Der Geschäftsführer der KEW, Matthias Pöll, staunte nicht schlecht, als ein älterer Mittenwalder bei ihm im Büro stand und sich darüber beschwerte, „warum die KEW unbedingt will, dass ich den Vertrag wechsle“. Schnell war klar, dass es sich hier erneut um unlautere Machenschaften handelte. Pöll kennt die Methode: „Sie rufen, oftmals in Verbindung mit unserem Namen, bei Kunden an, um an Informationen zu kommen, die eine Kündigung des bei uns bestehenden Stromversorgungsvertrages ermöglichen.“ Die Nummern finden die Konkurrenten ganz einfach im Telefonbuch. Da mehr als 90 Prozent der Mittenwalder ihren Strom von der KEW beziehen, ist die Trefferquote recht groß. Entscheidend für die fragwürdigen Firmen sind die Zählernummern sowie die vollständige Anschriften.

Deshalb rät Pöll zur Vorsicht: „Wir rufen unsere Kunden nicht ungebeten an und wollen etwas aufschwatzen. Bitte geben Sie deshalb am Telefon an keinen unautorisierten Daten wie Zahlerstand oder Zählernummer heraus.“ Um gegen lästige Werbeanrufe vorgehen zu können, bietet die Bundesnetzagentur Informationen – im Internet unter www.bun desnetzagentur.de oder unter Telefon 02 91/99 55 206.

Diese sogenannten „Cold Calls“ (unerlaubte Telefonwerbung) sind in Deutschland verboten. Verbraucher müssen in den Erhalt solcher Anrufe ausdrücklich eingewilligt haben. Und diese Einwilligung muss schon vor dem Anruf vorliegen. Die Einholung zu Beginn des Gesprächs ist unzulässig. Dies ist im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb geklärt. Die Bundesnetzagentur kann unerlaubte Telefonwerbung mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 300 000 Euro ahnden.

Josef Hornsteiner

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