Trauriger Anblick: Das ehemalige Kinderkurheim am Schmalensee bei Mittenwald verfällt zusehends.
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Trauriger Anblick: Das ehemalige Kinderkurheim am Schmalensee verfällt zusehends.

Verwaltungsgericht soll entscheiden

Ehemaliges Schmalensee-Kinderkurheim: Eigentümer wollen bauen

  • VonChristof Schnürer
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Bauen im Außenbereich ja oder nein? Diese Frage soll das Verwaltungsgericht demnächst am ehemaligen Kinder-Kurheim in Mittenwald klären.

Mittenwald – Über 6000 Quadratmeter in Traumlage – auf der einen Seite Schmalensee und Buckelwiesen, auf der anderen baut sich majestätisch das Karwendel auf. Für Immobilien-Gourmets klingt diese Beschreibung natürlich verlockend – wenn da nicht dieser Haken wäre: Bauen im Außenbereich nicht möglich.

Diese Meinung vertreten im Falle des ehemaligen Mittenwalder Kinderkurheims sowohl die Marktgemeinde als auch das Landratsamt. Die Eigentümer dieses inzwischen aufgeteilten Areals wollen das nicht akzeptieren und beschreiten den Klageweg. Aus diesem Grund nimmt die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts München am Donnerstag, 9. September, das strittige Grundstück vormittags mit den Besitzern sowie Vertretern des Landratsamts in Augenschein, wie es im Juristendeutsch heißt.

„Die Kläger begehren jeweils die Erteilung einer Baugenehmigung für eine künftige Wohnnutzung der (Bestands-)Gebäude“, teilt VG-Pressesprecherin Susanne Beer gegenüber dem Tagblatt mit. Das Landratsamt sei bei der Ablehnung der Anträge davon ausgegangen, dass die Ursprungsgenehmigung in der Zwischenzeit erloschen und damit von einer sogenannten Außenbereichslage auszugehen ist. „Da dort das Wohnen nur unter sehr engen Voraussetzungen möglich ist, die hier aus Sicht des Landratsamts nicht einschlägig waren“, sagt Beer weiter, „hat es die Erteilung der Baugenehmigung abgelehnt“. Das sehen die drei Klageparteien – zwei Privatpersonen und eine Immobilien-GmbH – und ihre Anwälte freilich komplett anders.

Die Geschichte um das ehemalige Kinderkurheim am Schmalensee, das seit bald 15 Jahren geschlossen ist, wird also um ein Kapitel fortgeschrieben. Die einst florierende Einrichtung mit 116 Betten und einer jährlichen Auslastung von 85 Prozent wechselte zuletzt mehrmals den Eigentümer. Im April 2010 führten Tagblatt-Recherchen zur Archon Group nach München. Diese wiederum gab die brachliegende Fläche an ihre Tochtergesellschaft, die Kreta-Immobilien-GmbH in Hof, weiter. Vor einiger Zeit haben sich anscheinend neuerdings die Besitzverhältnisse geändert.

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