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Zwei Hornsteiners, eine Meinung: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (l.) und TSV-Chef Georg Hornsteiner freuen sich übers Ergebnis.

Zukunftsweisende Entscheidung 

Eindeutiges Votum: TSV will Verkauf seiner Sporthalle

Mit 76 Ja- und einer Gegenstimme haben die Mitglieder des TSV Mittenwald eine richtungweisende Entscheidung getroffen. Sie beauftragen den Vorstand damit, in puncto Verkauf ihrer Heimstätte samt Grundstück mit der Gemeinde nun offiziell in Verhandlungen zu treten.

Mittenwald – Die historische Abstimmung hat an geschichtsträchtiger Stätte stattgefunden: nämlich in der altehrwürdigen TSV-Halle. Das bald 100-jährige Gebäude soll samt dazu gehörigem Grundstück an die Marktgemeinde Mittenwald veräußert werden. Das war das beinahe einheillige Votum der TSV-Mitglieder bei der Jahresversammlung. Mit 76 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme segneten sie das zugrundeliegende Eckpunkte-Papier ab.

Ausgehandelt hatten dieses zukunftsweisende Dokument TSV-Vorsitzender Georg Hornsteiner und dessen Stellvertreter Andreas Knilling sowie Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Darin heißt es in der Präambel: „Der Markt beabsichtigt zur Förderung des Vereins-, Breiten- und Schulsports auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule eine Mehrfachturnhalle (zweieinhalbfach) und zur Förderung des Tourismus’ die Turnhalle an der Klammstraße als zeitgemäßen Veranstaltungssaal zu entwickeln.“

Die Vertragspartner hatten sich im Vorfeld in diesem Zusammenhang auf bestimmte Konditionen geeinigt. So erwirbt die Kommune das TSV-Areal für den von einem Landkreis-Gutachter-Ausschuss ermittelten festgeschriebenen Verkehrswert von 1,03 Millionen Euro. „Der Eigentumsübergang erfolgt aber erst zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Mehrfachturnhalle“, versicherte Georg Hornsteiner. „Sollte der Markt Mittenwald das Grundstück innerhalb von 15 Jahren ganz oder teilweise weiter veräußern, muss er den über einen Betrag von 401 Euro pro Quadratmeter übersteigenden Mehrerlös teilweise an uns weitergeben.“

Hände in die Höhe: Die TSV-Mitglieder setzen mit ihrer Grundsatz-Entscheidung ein deutliches Zeichen. 

Der Kaufpreis wird nicht ausbezahlt, sondern bei einer Hallennutzung mit 15 Euro pro Stunde angerechnet. „Wir gehen von einer jährlichen Nutzung von 3000 Stunden aus“, kalkulierte der TSV-Chef, seines Zeichens auch Raiffeisenbank-Vorstandsmitglied. „Somit wird diese Regelung nach Abschluss des Pachtvertrags voraussichtlich rund 25 Jahre gelten.“

Zudem erhält der Turn- und Sportverein (1300 Mitglieder) Sonderrechte und kann auf eigene Kosten einen Anbau mit Besprechungszimmer und einen Carport errichten. Der Markt wiederum sicherte zu, die Versorgungsleitungen (Wärme, Wasser, Strom) zur Verfügung zu stellen – die Kosten für den über Zähler abgerechneten Unterhalt gehen zu Lasten des TSV.

„Sollte eines der beiden Bauvorhaben nicht realisiert werden können, werden alle Regelungen hinfällig“, ergänzte Hornsteiner. „Bei Verzögerungen über zwei Jahre hat jede Partei ein Sonderkündigungsrecht.“

Da der TSV Mittenwald beim Bau der Mehrfachturnhalle vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) einen Zuschuss in Höhe von 200 000 Euro erwarten darf, muss ein Vertrag aufgesetzt werden, bei dem der Verein als Bauherr auftritt und der Markt die erhaltenen Fördergelder als Baukostenzuschuss an den Klub weiterreicht.

Ein Arrangement, mit dem offenbar alle gut leben können, wie das klare Votum beweist. „Heute ist Bemerkenswertes auf den Weg gebracht worden“, schlussfolgerte auch Bürgermeister Hornsteiner. Der TSV sei mit 425 betreuten Jugendlichen „ein wesentlicher Eckpfeiler“ im Mittenwalder Gesellschaftsleben. „Deshalb war es für mich seit Beginn der 2012 aufgenommenen Verhandlungen wichtig, diesen Vertrag in vertrauensvoller Atmosphäre zielgerichtet zu entwickeln und zum Abschluss zu bringen.“

Wie die Marktgemeinde allerdings die Projekte Hallenbad und Mehrfachturnhalle gleichzeitig angehen will, wird möglicherweise am Dienstagabend bei der Haushaltssitzung gelüftet. Bei dieser Gelegenheit stimmt der Gemeinderat auch über das Eckpunktepapier ab.

Wolfgang Kunz

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