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Stolze Retter: Markus Mannes (l.) und Valentin Pfisterer in einer Mittenwalder Tierarztpraxis. Das Küken fanden sie geschwächt am Gassellahnbach.
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Planschen, bis die Mama kommt: Die Wartezeit bis zur Abholung verbringt das Küken in einer Regentonne.
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„Lottis“ Retter: In einer Kiste bringen diese drei Geigenbauschülerinnen (v.l.) Lea, Line und Linnea das Küken zum Weiher.

Neues Zuhause gefunden

Ente gut, fast alles gut: So wurde im Isartal Küken „Lotti“ vor dem Tod gerettet

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Da watschelt und quakt es aus der Regentonne: Sechs junge Menschen haben im Isartal Entenküken gerettet. Eine Adoptiv-Mama wurde im Weiher der Kuranlage Puit bereits gefunden.

Mittenwald – Es sind jene Geschichten, die einfach „liab san“. Kleine Taten machen die großen Helden des Alltags aus. Wie die von Valentin Pfisterer und Markus Mannes. Die beiden Burschen haben am Mittenwalder Gassellahnbach ein kleines, verwaistes Entenküken gefunden. Es war sehr geschwächt, dem Tod nah, wie die beiden erzählen. „Es konnte sich nicht einmal aufrecht halten“, sagt Christine Sprenger, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie freut sich, dass die beiden jungen Männer so besonnen gehandelt haben. Sie haben eben „ein großes Herz für kleine Tiere“. Die Zwei versuchten, das Tierchen aufzupäppeln – leider vergebens. Es verstarb noch am selben Tag.

Stolze Retter: Markus Mannes (l.) und Valentin Pfisterer in einer Mittenwalder Tierarztpraxis. Das Küken fanden sie geschwächt am Gassellahnbach.

Mit verwaistem Geflügel-Nachwuchs hat Sprenger zur Zeit öfters zu tun. Erst kürzlich paddelte sie zu einem Bootshaus am Walchensee. Darin schwamm eine junge Ente, die zwar rein, aber anscheinend nicht mehr heraus gekommen ist. Tagelang schaute sie nach dem Kleinen, fütterte es durch die Eisenstäbe hindurch, bis es sich doch eines Tages selbst befreien konnte.

Auch der Mittenwalder Philippe Schober hat kürzlich ein einsames Entenküken bei einer Fahrradtour zum Walchensee aufgelesen. Das kleine Federvieh war völlig alleine auf der Bundesstraße 2 in Richtung Krüner Stausee unterwegs. „Er suchte zuerst die Gegend am See ab, ob er die dazugehörige Familie findet“, berichtet Sprenger. Aber erfolglos. Schober radelte daraufhin mit dem Küken nach Mittenwald und „drückte es drei Geigenbauschülerinnen in die Hand mit der Bitte, uns zu verständigen“, erzählt die Tierschutzverein-Chefin.

Die Wartezeit bis zum Eintreffen der Helfer wussten die drei Damen sinnvoll zu nutzen: Sie ließen das kleine Federknäuel in eine Regentonne gleiten, wo es sofort fröhlich herumplätscherte, und tauften das Tierchen „Lotti“. Doch wohin nun mit der kleinen Dame? „Im Kurpark sind immer Entenfamilien“, kam es Sprenger in den Sinn.

In einem Karton brachten die vier das Entlein zum Weiher in die Kuranlage Puit. Wird die Familienzusammenführung klappen? Und wie: Die Enten-Mama, eine Mutter von sechs Küken, hat sich dem fremden Ausreißer sofort angenommen. „Das Kleine war sichtlich glücklich.“ Das belegt auch ein Video von der Aktion, das Sprenger auf die Facebook-Seite ihres Vereins gestellt hat.

„Lottis“ Retter: In einer Kiste bringen diese drei Geigenbauschülerinnen (v.l.) Lea, Line und Linnea das Küken zum Weiher.

Ein Entenleben zu retten, ist natürlich was Schönes. Aber Experten warnen vor überstürzten Rettungsaktionen. Denn eine gut gemeinte Tat kann auch das Gegenteil bewirken. „Findet man ein Entenküken, sollte immer zuerst abgewartet werden“, heißt es aus Expertenkreisen. Denn wenn ein Nesthäkchen von seiner Familie getrennt wird, finden sie sich „eigentlich in 90 Prozent der Fälle wieder“. Ist man sich nicht sicher, sollte das Küken aus sicherer Entfernung zuerst eine Zeit lang beobachtet werden. „Sonst kann es sein, dass sich die Mutter nicht rantraut“, erklärt Sprenger. Erst wenn sich der Finder hundertprozentig sicher sein kann, dass die Angehörigen nicht mehr in der Nähe sind, sollte der Tierschutzverein eingeschaltet werden.

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