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Es geht weiter: Der Trachtenverein Mittenwald mit seinem Vorsitzenden Franz Lipp (r. neben dem Taferlbua) bereitet das Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung für den 31. Mai 2015 vor – ein anderer Termin ist nicht möglich.

Gezerre um Termine

G7-Gipfel stört die Peißenberger Trachtler

Mittenwald/Peißenberg - Alles nur wegen des G7- Gipfels. Eine Woche früher als zunächst vorgesehen laden die Mittenwalder 2015 zum Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung ein. Doch dieser Termin wirft die Planungen des Vereins "Markt Peißenberg" über den Haufen.

Der Termin für das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aus den sieben führenden Industrienationen der Welt war fixiert. Sie wollten sich am 4. und 5. Juni 2015 im Schloss Elmau zu ihren Beratungen treffen. Darauf zielten alle Planungen ab: natürlich in den Stäben der Bundes- und der Staatsregierungen sowie bei den Sicherheitsbehörden. Und natürlich bei den Kommunen und Gastgebern in der Region. Bis Regierungssprecher Steffen Seibert kürzlich verkündete: Der Gipfel werde auf den 7. und 8. Juni verschoben, jener Sonntag und Montag würden allen Teilnehmern besser passen. Eine Ankündigung, die Franz Lipp gar nicht passte – sondern dem Vorsitzenden des Trachtenvereins Mittenwald einen kräftigen Strich durch alle Rechnungen machte. Er wollte am 7. Juni zum Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung einladen. Bei der Gauherbstversammlung am Samstag in der Garmisch-Partenkirchner Bayernhalle gab Lipp nun den neuen offiziellen Termin bekannt: der 31. Mai. Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen.

„Es tut mir wirklich leid, aber es geht sich leider kein anderer Termin aus“, erklärte Lipp den Vertretern der 31 Vereine in der Trachtenvereinigung. Entschuldigt hat er sich deshalb, weil an diesem Tag eine Terminkollision mit den Kameraden in Peißenberg entsteht. Der dortige Verein plante nämlich seine Fahnenweihe.

„Ich kann die Mittenwalder zwar gut verstehen, leider ist es aber auch für uns fast unmöglich, den Termin zu verschieben“, erwiderte Anton Höck, der Vorsitzende des Vereins „Markt Peißenberg“. Für ihn war die Nachricht ein Schlag in die Magengrube. „Wir haben die Fahnenweihe auch seit über einem Jahr in Planung. Die Fahne ist außerdem schon seit sechs Monaten bei uns.“ In der Tiefstollenhalle sollte die Neuanschaffung am 31. Mai feierlich gesegnet werden. „Wir werden jetzt im Vorstand unseres Vereins in den nächsten Wochen zusammenkommen und um einen neuen Termin schauen.“

Die Suche gestaltet sich offensichtlich schwierig. „Unsere Terminalternative wäre der 5. Juni 2015 gewesen. Allerdings ist da Fronleichnam“, schildert Höck. „Plan B war Ende April, aber da ist leider Kommunion bei uns. Ein Fixtermin, der ebenfalls nicht verschoben werden kann. Plan C wäre Anfang August. Doch da ist an fast jedem Wochenende schon ein Musikfest et cetera.“ Somit wird der Spielraum für einen neuen Tag klein. „Ich bin aber dennoch optimistisch, dass wir eine Lösung finden“, sagt Höck gegenüber dem Tagblatt.

Vor G7-Gipfel: Bedenken zu neuem Gaufest-Termin

Aus seinen großen Bedenken zu dem neuen Gaufest-Termin machte er auch in der Bayernhalle keinen Hehl. „Ich kann mir vorstellen, dass wenige Tage vor dem Gipfel bereits die ersten Demonstranten vor Ort sein werden. Dann könnte es doch passieren, dass sie das Fest als öffentliche Plattform für sich nutzen und es zu stören versuchen“, meinte er. Lipp entgegnete: „Wir haben uns jetzt viele Male mit der Gemeindeführung und mit dem Polizeipräsidium Oberbayern an einen Tisch gesetzt. Die Vertreter beider Seiten versicherten mir, dass das Fest frei von jeglichen Ruhestörern sein wird. Auch die Verkehrsanbindung sollte reibungslos funktionieren.“

Dabei gibt es allerdings eine Unbekannte: die Bilderberg-Konferenz. Dieses Treffen von hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Adel und Medien soll wenige Tage vor dem G7-Gipfel im Hotel Interalpen bei Buchen in Tirol stattfinden. Das Datum der geheimnisumwitterten Beratungen ist bisher nicht bekannt. Doch durch die Nähe zum Gipfelort Elmau ist mit höchster Sicherheitsstufe in der Region zu rechnen – und Demonstrationen gegen die Bilderberg-Konferenz sind im Isar- und im Loisachtal nicht auszuschließen.

Höck wäre es also lieber gewesen, „das Gaufest im Spätsommer oder im Herbst zu machen“, da die Mittenwalder Trachtler dadurch „aus dem Schussfeld der Politik wären“. Eine weitere Alternative gibt es für Lipp aber nicht mehr: „Der Festwirt hat leider an keinem anderen Tag mehr Zeit.“ Und ohne diesen gehe gar nichts. „Wer schon mal ein Gaufest organisiert hat, weiß, wie viel Planungsarbeit dahinter steckt.“

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

Josef Hornsteiner und Matthias Holzapfel

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