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Rumms hat’s g’macht: Beim Tragatsch-Rennen im Frühjahr 2011 in der Mittenwalder Puit hat es den einen oder anderen Zwischenfall gegeben. 

Maschkera-Endspurt 

Fasching-Freiluft-Spaß im Isartal diesmal Mangelware

Skispringen, Bettelhochzeit, Weibermühle – nichts dergleichen gibt es diesmal am Faschingssonntag im Oberen Isartal. Geschweige denn einen Gaudiwurm. Dieser schlängelte sich zuletzt 2012 durch Mittenwald. Immerhin wagen sich dort die Narren in vier Tagen ins Freie – beim Tragatsch-Rennen.

Oberes IsartalNatürlich scheuen die Mittenwalder Maschkera nicht das Tageslicht. Spätestens am Donnerstag Schlag 12 Uhr beim Auftritt der Schellenrührer wird im Obermarkt wieder der Teufel los sein. Dennoch ist heuer in der fünften Jahreszeit eines geradezu augenfällig: Es gibt, abgesehen vom traditionellen, alpenländischen Maschkeratreiben, keine Freiluftveranstaltungen. Einen klassischen Faschingsumzug hat man in Mittenwald zuletzt 2012 bewundern können.

Diesmal gönnt man sich obendrein in den Isartaler Nachbarorten Krün und Wallgau am Faschingssonntag ebenfalls eine Auszeit. „Es muss ja nicht jedes Jahr etwas Großes sein“, meint Sebastian Kramer, der 2016 in seiner Heimatgemeinde Krün zum Organisationskomitee der publikumsträchtigen Bettelhochzeit gehörte. Doch diesmal sei aus vielerlei Gründen nichts zusammengegangen.

Tote Hose in Wallgau

Tote Hose oder so gut wie herrscht auch in Wallgau, wo 2017 der Zirkus Ronzahli in die Manege gebeten hatte. Im Dorf lässt man’s nun ruhiger angehen – kein Umzug, kein Zirkus, gar nichts. Lediglich das Zunftschießen am Faschingssamstag wird mit einem Maschkera-Umzug samt Musik zum Haus des Gastes eingeläutet. Das war’s auch schon im schönen Wallgau.

Vergleichsweise unspektakulär läuft’s ebenso in Mittenwald ab. Sorgten 2013 das Skispringen im Krausegarten, die „Puppenkiste“ 2015, die historische Fosnochts-Parade 2016 und die Weibermühle 2017 in der Puit für Furore, will man’s am Faschingssonntag weniger aufwändig. Das liegt unter anderem daran, dass man sich unterm Karwendel schon jetzt auf den Starkbier-Anstich am 10. März im Postkeller vorbereitet.

Im Dunstkreis der Trachtler 

Doch die Narren brauchen keine Angst haben, am kommenden Wochenende durch menschenleere Straßen ziehen zu müssen. In Mittenwald veranstalten nämlich die hiesigen Plattler zum wiederholten Male ein Tragatsch-Rennen im Obermarkt. Das steigt offenbar immer dann, wenn es die Ober-Maschkera im Ort aus dem Dunstkreis des Trachtenvereins ein bisserl kommoder möchten – wie zuletzt 2011 in der Kuranlage Puit.

Das Prozedere ist schnell erklärt: Mit einem schubkarren-ähnlichen Gefährt rauschen Gestalten im Faschingskostüm durch den Obermarkt. Klingt nach Spaß und ist auch einer. Nicht nur bei den Teilnehmern, sondern auch bei den Zuschauern bleibt kein Auge trocken, wenn sich wagemutige Bruchpiloten in enge Kurven und über hohe Hügel stürzen. Aber was für die Veranstalter des Rennens fast noch besser ist: Die Gaudi-Veranstaltung kann mit geringem Aufwand organisiert werden. Getreu dem Motto: Größere Veranstaltungen lieber rar sähen, dafür aber richtig machen, wie auch Matthias Wurmer weiß. Der Schmitzer-Hias ist heuer federführend beim traditionellen Derblecken im Postkeller. Auch diese Veranstaltung wechselt sich alle zwei Jahre mit dem „Fasnachtseingraben“ ab. „Beides in einem Jahr zu machen, wäre zu viel“, weiß Wurmer.

Tragatsch-Rennen

Damit der Fasnachtssonntag dennoch nicht langweilig wird, organisieren die Mittenwalder Plattler nun kurzerhand das Tragatsch-Rennen. Auf Höhe der Alpenrose werden jeweils ein paar Maskierte versuchen, so schnell wie möglich mit der Schubkarre ins Ziel zu kommen. „Gewinner ist aber nicht der Schnellste“, verrät Hannes Hornsteiner (Hofschmid) vom Organisationsteam. Welche Kriterien für den Sieg erfüllt werden müssen, „verraten wir noch nicht“.

Im Anschluss wird im Hotel Alpenrose gefeiert, für die musikalische Umrahmung sorgen die „Drei Einigen“. Meldung ist um 12.30 Uhr, Beginn der Gaudi ist um 13.30 Uhr. Mitmachen dürfen alle Maskierten ab 16 Jahre, die Einlage pro Mannschaft beträgt zehn Euro.

Josef Hornsteiner & Christof Schnürer

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