Anwohner in Mittenwald schlagen Alarm

Gerüchte um FlixBus-Haltestelle sorgen für Beschwerden

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Fernbus-Reisen sind beliebt. FlixBus hat auf die Nachfrage reagiert und bietet ab Garmisch-Partenkirchen fünf neue Italien-Ziele an. Auch in Mittenwald könnte der Bus auf seinem Weg in den Süden künftig halten. Nur sind Anwohner davon aktuell wenig begeistert. Zumal Gerüchte kursieren - gegen die sich die Gemeinde wehrt.

Mittenwald – Bozen, Trient, Verona, Padua und Venedig – diese fünf neuen Ziele in Italien fährt der FlixBus nun an. Täglich, ab Garmisch-Partenkirchen. Möglicherweise steigen in Mittenwald Passagiere künftig zu oder aus. Die Marktgemeinde führt derzeit Gespräche mit dem Unternehmen, ob man eine Haltestelle errichten könnte. Doch schon jetzt formiert sich Widerstand.

Zu einigen Bürgern ist die Nachricht durchgesickert, dass der Stopp samt Wendeplatz an der Ausfahrt Mittenwald Mitte an der Bundesstraße 2 entstehen soll – inklusive Abholzung eines Waldes. Das passt den Anwohnern des nahen Wohngebiets an der Alpenkorps- und Gebirgsjägerstraße sowie am Raineck nicht in den Kram. Sie befürchten eine zusätzliche Lärmbelästigung und Verkehrsbelastung. Ihren Unmut taten sie bereits in einem Schreiben an die Kommune kund – ein Beschwerdebrief samt Alternativ-Vorschlag (siehe unten).

Kritik: Bevölkerung werde nicht einbezogen

Einer der Betroffenen ist Carsten Schmid. Der Stuttgarter besitzt eine Immobilie an der Alpenkorpsstraße und hält nicht nur den Standort für ungeeignet, sondern bemängelt auch, dass die Bevölkerung nicht einbezogen werden soll. Er wandte sich selbst mit Emails an die Gemeindeverwaltung, in denen er seinen Bedenken äußert. Im Verteiler: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Im Rathaus zeigen sich die Zuständigen überrascht von den Reaktionen. Josef Stieglmeier, Leiter des Ordnungsamtes, das neben dem Bauamt und der Alpenwelt Karwendel in die Sache involviert ist, kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Zumal es sich zum Beispiel bei der Abholzung lediglich um ein Gerücht handle. „Wer das gestreut hat“, sagt er, „weiß ich nicht.“ Stieglmeier legt die Fakten auf den Tisch. Demnach geht es nicht speziell um eine Haltestelle für den FlixBus, sondern um einen Stopp für einen Fernbus. Dafür wurde vorsorglich ein fünfstelliger Betrag in den Haushalt eingestellt (einstimmiger Beschluss). Trotzdem: „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, betont der Ordnungsamtsleiter.

Verwaltung prüft derzeit Varianten

Aktuell werden verwaltungsintern lediglich verschiedene Varianten geprüft, mitunter der Standort an der besagten Ausfahrt. So teilte man es auch dem Wahlkreisbüro von Dobrindt mit.

Im nächsten Schritt beschäftigen sich die politischen Gremien mit dem Thema. Voraussichtlich nach der Sommerpause in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 26. September, die jeder Interessierte besuchen kann, was Stieglmeier extra hervorhebt. Vorwürfe, die Planungen laufen hinter verschlossenen Türen ab, weisen sowohl er als auch Adolf Hornsteiner (CSU) von sich. Mittenwalds Bürgermeister schlägt den üblichen Weg bei solchen Projekten ein. Erst Beratung im Gemeinderat, dann werden die Betroffenen ins Boot geholt. „Noch ist das zu früh“, sagt er. Jetzt muss sich die Kommune selbst erst einmal Informationen einholen, Vor- und Nachteile abwägen. Jemanden zu übergehen, das betont er explizit, liegt ihm absolut fern.

Alternativer Vorschlag

Die betroffenen Anwohner haben in ihrem Schreiben an die Marktgemeinde Mittenwald einen Vorschlag unterbreitet für einen anderen, in ihren Augen besser geeigneten Standort. Sie würden eine Haltestelle am südlichen Ortsausgang Mittenwalds aus folgenden Gründen bevorzugen: 

- Ausfahrten aus der B2 durch die Abbiegespur überschaubarer
- Einfahrt in die B2 aufgrund der Sichtverhältnisse sicherer
- gesamte Anlage außerhalb von Wohngebieten
- Gehsteige bis zur Anlage
- im Winter mit Skibus erreichbar
- kein Höhenunterschied: besser für ältere Menschen oder Personen mit Gepäck
- naheliegende Parkplätze an der Sportanlage oder der Innsbrucker Straße -minimal erhöhter Zeitaufwand für das Busunternehmen
- geringerer Kostenaufwand für die Anlage

Rubriklistenbild: © dpa

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