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O’zapft is: Franz Fütterer (grüne Weste) bringt sich am Bierfass in Position. Der Kameramann hat ihn im Fokus, jetzt kann’s losgehen.
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Der Ton macht’s: Hermann Baier (r.) von der Oimsumma-Musi lässt das Hackbrett erklingen.
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Alles im Blick: Im Regie-Raum bleibt dem Experten nichts verborgen.
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Die Maschkera sind da: Moderatorin Susanne Wiesner tanzt und jodelt mit ihnen.

...und dann tauchen Maschkera auf

Fernsehteam dreht im Mittenwalder Postkeller: Hinter den Kulissen geht‘s rund

In Sachen Volksmusik ist der Geigenbauort beim Bayerischen Fernsehen die erste Adresse. Für die Sendung „Zsammg’spuit“ dient Mittenwald nun als perfekte Kulisse. 

Mittenwald – Die Hauptdarstellerin hat’s drauf: Selbst als Bedienung macht die fesche Susanne Wiesner in ihrem alt-rosa-farbenen Dirndl eine gute Figur. Als sie die durstigen Mannsbilder der Oimsumma-Musi eine Halbe bringt, staunen sie nicht schlecht. Auf diese Art schnappt die 28-jährige Moderatorin quasi im Vorbeigehen noch viel Interessantes und Wissenswertes für die spätere Gesprächsrunde auf.

Und die sind genauso wichtig bei der Fernsehsendung „Zsammg’spuit“ wie die Musik. Diesmal hat das Bayerische Fernsehen den Fremdenverkehrsort Mittenwald, wo bekanntlich der Himmel voller Geigen hängt, als Kulisse auserkoren. „Wir suchen uns immer Regionen mit besonderen Musikern und Bräuchen aus“, verrät Wiesner, die trotz ihres noch jungen Alters bereits über einschlägige Erfahrung in der Unterhaltungsbranche verfügt. Seit ihrem vierten Lebensjahr spielt sie Theater – unter anderem bei den Salzburger Festspielen. Ebenso beherrscht die zierliche, blonde Frau aus dem Chiemgau Geige und Gesang – sie ist sozusagen ein Multitalent.

Gemeinsam mit dem bekannten BR-Radio-Moderator Stefan Frühbeis wartet Wiesner im Postkeller auf die von der Redaktion „Unter unserm Himmel“ ausgewählten und geladenen Volksmusikanten (siehe „Die Mitwirkenden“) – unter anderem die fernseh- und radio-erprobten Lokalmatadoren von der Zithermusi Hornsteiner. „Über die einzelnen Gruppen haben wir uns seit Oktober 2018 ausführlich informiert“, plaudert Wiesner aus dem Nähkästchen. Denn an entsprechendem Tiefgang beim TV-Plausch soll’s nicht fehlen, unterstreicht Frühbeis. „Wir versuchen, die Musiker zum Reden zu bringen, die manchmal nur das Musizieren gewohnt sind.“ Da kommt natürlich der Charme der Moderatorin ins Spiel. Bei Susanne Wiesner bricht das Eis. Das wird schon nach den ersten Einstellungen sonnenklar.

Nach gut sechs Stunden ist alles im Kasten

Bis es im Postkeller allerdings heißt „Kamera läuft“, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Die BR-Mannschaft rückt mit 25 Mitarbeitern in sechs Kleinbussen an. „Sie waren ganztägig bei uns“, teilt Wirtin Marile Jungkunz mit. „Der hintere Teil der Gaststätte wird dabei in ein Studio umgewandelt. Da müssen Lichtleisten an der Decke angebracht und die Standorte für Mikrofone und Kameras festgelegt werden. In einem zum Regie-Raum umfunktionierten Nebenzimmer stehen die Monitore, auf denen die Sendung verfolgt wird. Nichts entgeht dem geschulten Auge.

Bereits um 16 Uhr trudeln im schmucken Saal der Brauerei-Gaststätte die ersten Besucher ein. Auch sie saugen Studio-Atmosphäre auf. „Alle Musiker bekommen ein Ansteckmikrofon“, informiert Tontechnikerin Carola Heine. Sie muss mit Kamera-Assistentin Tanja Ganser immer wieder den Drehplan studieren, „damit ich die Mikrofone rechtzeitig umbauen kann“. Auf der Bühne stimmt derweil die Oimsumma-Musi das Publikum ein. Vor der Bühne wartet Postkeller-Mitarbeiter Franz Fütterer am Bierfass – natürlich nicht ohne Grund. Denn die Sendung soll mit einem zünftigen „O’zapft is“ beginnen.

Dann gibt Redakteur Felix Kempter – beim BR für das Ressort Heimat und Volkstheater zuständig – das Startzeichen für die fünf Kameramänner und die im Saal verteilten Tontechniker. Nacheinander werden die einzelnen Gruppen im Interview und danach musikalisch vorgestellt. Dazwischen taucht immer wieder Nadine Jüsche auf. Sie sitzt in der Maske und hat einen klaren Auftrag: der Moderatorin das perfekte Aussehen verleihen. „Ich überprüfe alle paar Minuten ihre Haare und ihr Make up – und bessere bei Bedarf aus“, erzählt sie. „Das würde ich, falls nötig, auch bei den Musikanten machen.“

Ausstrahlung erst 2020

Nach gut sechs Stunden ist alles im Kasten. Plötzlich tauchen im Postkeller einige Maschkera auf. Eine gute Gelegenheit für Moderatorin Wiesner – weil vom Fernsehen unbeobachtet – mit den Faschingsfreunden noch eine ganze Weile gemeinsam zu tanzen und zu jodeln.

„Es war ein hochspannender Abend mit einem ausgesprochen charmanten Finale“, lautet nach dem Dreh Stefan Frühbeis’ erste Analyse. Die spürbar aufgekratzte Wiesner ergänzt, dass man noch einige Zeit unterm Karwendel bleiben werde – selbstverständlich zum Arbeiten. Das Fernseh-Team dreht noch in der Korbinianshütte mit der Oimsumma-Musi und dem Duo Hornsteiner/Kriner, auf dem Gletscherschliff mit dem Middawoida Almag’sang, der Wognrale-Musi sowie mit der Tiroler Gruppe Hoamat Gfüh. Laut Drehplan sollen auch der Geigenbauer Hannes Karner und ein Larvenschnitzer besucht werden – das ganze Mittenwald-Paket eben.

Ausgestrahlt wird die Sendung – weil noch Sequenzen vom Unsinnigen Donnerstag in Mittenwald eingebaut werden sollen – allerdings erst im Fasching 2020. Bis dahin müssen sich die Volksmusikfreunde noch gedulden, welch nette Geschichten die fesche Fernsehmoderatorin ihren Gesprächspartnern entlockt hat.

Die Mitwirkenden:

Die Vielsaitigen aus Innsbruck: die Geschwister Sabrina (Gitarre), Anna (Hackbrett), Lisa(Bass/Querflöte) und Theresa (Hackbrett und Harfe) – Die Fruahdirndl aus Brunnthal mit Eva (1. Stimme), Veronika (2. Stimme), Magdalena (3. Stimme und Harfe) – Oimsumma-Musi aus Mittenwald mit Hermann Baier (Hackbrett), Girgl Neuner (Bass), Sepp Frank (Posaune), Stefan Jais und Hansi Hornsteiner (beide Flügelhorn), Florian Zunterer Akkordeon) und Toni Sprenger (Gitarre). Zithermusi Hornsteiner aus Mittenwald mit Anton („Krapf“), Hans („Danzer“), Anton („Jonas“) und Adolf Hornsteiner („Mous’n“) – Mittenwalder Soatnklang mit Regina und Hannes Karner (beide Geige), Georg Brennauer junior (Ziehorgel), Toni Kriner (Gitarre) und Franz Hornsteiner (Bass).

Wolfgang Kunz

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