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Vorbilder in Uniform: (ab 3. v. l.) Klaus Singer und Hubert Klotz nehmen die Glückwünsche von (v. l.) Kreisbrandrat Johann Eitzenberger, Kreisbrandinspektor Peter Gaus, Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Zweitem Kommandanten Josef Witting und Stefan Witting (Zweiter Vorsitzender Feuerwehrverein) entgegen. 

Brandbekämpfer ziehen Bilanz 

Feuerwehr muss 87 Mal ausrücken

Ein ordentliches Pensum hat die Freiwillige Feuerwehr Mittenwald abgeleistet. Beim traditionellen Jahrtag in der TSV-Halle gab es für drei altgediente Mitglieder besonderen Applaus: Hubert Klotz, Klaus Singer und Gerhard Dietzel.

Mittenwald – Bürgermeister Adolf Hornsteiner konnte sich bei seinem Grußwort die Frage nicht verkneifen: „Sind Gießkannen ein neues Löschmittel?“ Falls ja: „Wieviele braucht Ihr davon?“ Die Lacher hatte der Mous’n-Adi bei der 143. Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mittenwald damit jedenfalls auf seiner Seite. Hornsteiners Gedanken haben einen durchaus ernsthaften Hintergrund, wie aus dem vorangegangenen Bericht des Kommandanten hervorgegangen war. Hubert Klotz („Basch“) schilderte in seiner Bilanz seinen Zuhörern nämlich einen ungewöhnlichen Einsatz. Im September hatte ein mit Heuballen beladener Lastwagen an der Grenze Feuer gefangen. „Wir wurden alarmiert und sahen den Lkw im Vollbrand an der Tunnelbaustelle in Scharnitz stehen“, berichtete Klotz. „Dort kamen uns zwei Kollegen mit Gießkannen entgegen, wobei sie sich das Wasser bei den Anwohnern holten.“ Mit welchen Hilfsmitteln auch immer – der spektakuläre Fahrzeugbrand konnte eingedämmt werden.

Doch die Mittenwalder Brandbekämpfer waren in den zurückliegenden zwölf Monaten weitaus öfter gefragt: Insgesamt mussten die 106 Aktiven 87 Mal ausrücken – zu 15 Bränden, 58 Technischen Hilfeleistungen und 10 Sicherheitswachen. Nicht zu vergessen die 21 Übungen sowie vier Fehlalarme, die ebenfalls ausgelöst worden waren.

Ein Lob verteilte Klotz an die Bundeswehr. Denn die in Mittenwald stationierten Gebirgsjäger haben – aus gutem Grund – auf dem Hohen Brendten eine 200 Kubikmeter Wasser fassende Zisterne errichten lassen. In regelmäßigen Abständen verursachen Truppenteile auf dem weitläufigen Übungsgelände Flächenbrände. Ein Bekämpfen gestaltete sich bislang schwierig, zumal „der vor fünf Jahren gebaute Löschteich mittlerweile zu einem Biotop geworden“ sei. „Daher mussten wir das benötigte Wasser mehrfach mit einer 1500 Meter langen Schlauchleitung vom Luttensee holen oder einen Pendelverkehr mit Tankwagen einrichten.“

Applaus gab es auch für den Finanzbericht von Kassier Anton Schober. Dieser vermeldete, „dass wir durch die Haupteinnahmen Gartenfest und Haussammlung sowie der großzügigen Spender trotz fünfstelliger Ausgaben unseren Kontostand erhöhen konnten“. Respekt für die Arbeit der Wehrmänner zollte selbstredend der Bürgermeister. „Ihr seid 24 Stunden zur Stelle. Diese Hilfe ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich“, verdeutlichte Hornsteiner. „Daher subventioniert der Gemeinderat auch alle notwendigen Ausrüstungsnachkäufe.“ Lobende Worte fand auch Kreisbrandrat Johann Eitzenberger. „Vergelt’s Gott, dass ihr Euch jeden Tag weiterbildet und die Kameradschaft pflegt, die für dieses Ehrenamt so wichtig ist.“ In Sachen Funk gab der Partenkirchner bekannt, „dass wir teilweise kostenlose Digitalpiepser bekommen und bis zur Beschaffung 2019 eine Handy-App als Ergänzung genutzt werden kann“.

Als Höhepunkt wurden zahlreiche Wehrmänner befördert und ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung gab es für Klaus Singer und Hubert Klotz. Für jeweils 40 Jahre im aktiven Dienst erhielten sie eine von Bayerns Innenminister Joachim Hermann signierte Urkunde und das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Freistaats. Zusätzlich erhielt Klotz von der Gemeinde die Silberne Bürgermedaille. Obendrein ernannte man Gerhard Dietzel zum Ehrenmitglied.

Wolfgang Kunz

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