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Ein starke Mannschaft: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (vorne 3. v. r.) feiert mit dem Bautrupp im Ortsteil Gries Hebauf. Auf dem Foto unter anderem zu sehen: Bauleiter Toni Schönach (r.), Polier Egon Kleinlechner (vorne 4. v. r.), Gemeindewerke-Chef Matthias Pöll (3. Reihe l.) und Marktbaumeister Ralf Bues (3. Reihe 5. v. l.).

Finale beim Hochwasserschutz in Mittenwald

Gezähmter Lainbach: Logistische Meisterleistung

Rund 8,7 Millionen kostet der Hochwasserschutz am Lainbach. Bald haben die Mittenwalder den Baulärm und die Strapazen hinter sich.

MittenwaldDie Zähmung des Lainbachs, die vor über zwei Jahren in Mittenwald begonnen hatte, steuert mit großen Schritten ihrem Finale entgegen. Mit Fug und Recht kann dieser Hochwasserschutz auf 1,6 Kilometer Länge mitten durch Mittenwald als Meilenstein der Ortshistorie betrachtet werden – nicht nur wegen der immensen Kosten (8,7 Millionen Euro – gefördert mit 70 Prozent Staatszuschüssen), sondern vor allem wegen der logistischen Meisterleistung der beteiligten Bautrupps.

Nicht zuletzt deshalb hat der Initiator des Ganzen, Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), zu einer verspäteten Hebauf-Feier im Ortsteil Gries geladen. „Uns war es nach all der Zeit intensiver Zusammenarbeit wichtig, das Engagement aller zu würdigen“, unterstrich der Rathauschef in seiner kurzen Dankesrede. Sie ist an Bauleiter Toni Schönach ebenso adressiert wie an die Gemeindewerke/KEW, das Marktbauamt, die Gemeindegärtnerei, das Architektur-Büro Kokei sowie die Mitarbeiter der Firmen Schwind und Porr (Tirol).

Einen großen Anteil am Gelingen hat auch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA). Die Experten um Horst Hofmann hatten mit der Fertigstellung einer Geschiebe-Rückhaltesperre im Laintal-Eingangsbereich dafür gesorgt, dass bei Starkregen und Murenabgängen kein Geröll und Schwemmholz mehr in den Lainbach gespült werden kann.

Die sogenannte Hochwasser-Freilegung, wie es in der Fachsprache heißt, hatte im April 2016 begonnen. Bis Dezember wurde der Lainbach vom Eingang Laintal über 450 Meter Länge bis zur Kuranlage Puit mit Fertigbauteilen eingekleidet. 2017 ließen Kleinlechner und Co. aus logistischen Gründen den anspruchvollsten Abschnitt im Ortsteil Gries aus und zügelten den Lainbach – eigentlich ein Rinnsal – zunächst ab April 2017 zwischen Anger und evangelischer Kirche und daraufhin zwischen Bahnviadukt und Penny-Markt (nördliches Ortsende).

Zum Finale sorgte man in diesem Jahr von März bis jetzt für den Lückenschluss zwischen Gries und Anger. Viel Schweiß und Geld wurden investiert. Der Einsatz hat sich gelohnt – nicht zuletzt im Hinblick auf den Tourismus, findet der Bürgermeister „Damit schaffen wir eine weitere Aufenthaltsqualität für unsere Bürger und Gäste“, betonte Hornsteiner. „Wenn uns der Wettergott so wie bisher gnädig ist, werden diese Arbeiten bis Dezember und die komplette Sanierung im Juni 2019 abgeschlossen sein.“

Flankierend dazu soll ab Oktober im westlichen Gries noch die Straße ab Fernseh Fichtl bis zum Gröblweg/Ecke Goethestraße asphaltiert werden. Über diese Arbeiten hatte man die Betroffenen vor wenigen Tagen im Rahmen einer Anliegerversammlung im Rathaus informiert. „Es entwickelte sich ein reger Austausch“, berichtet Hornsteiner. „Mein Lob gilt den Anwohnern für ihre Rücksichtnahme und Verständnis.“ Erfreut ist der Bürgermeister auch in finanzieller Hinsicht. „Der Kostenrahmen wurde bis jetzt eingehalten. Das ist aufgrund der Komplexität mit Erneuerung der kompletten Infrastruktur wie Abwasser, Gas, Strom und Glasfaserverlegung absolut positiv.“
Wolfgang Kunz 

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