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Ratlos: Wahlleiter Franz Großhauser (l.) und der Vorstand mit (ab 2. v. l.) Wasserwart Franz Okelmann, Vorsitzender und Sportwart Christian Wocher, Kassier Thomas Pokorny und Zweiter Vorsitzender Matthias Zirngibl.

Erster Wahlgang gescheitert 

Fischereiverein: Vorstand dringend gesucht

Mittenwald - Führungskrise beim Fischereiverein Mittenwald: Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden hat sich kein Nachfolger gefunden. Ein weiterer Wahlversuch soll nun in einem Monat stattfinden. Klappt dieser auch nicht, droht die Auflösung.

Welt verkehrt beim Fischereiverein Mittenwald: Nachdem die Vorstandsmitglieder bei der Jahresversammlung in der Brauereigaststätte Postkeller ihre mit viel Beifall aufgenommenen Rechenschaftsberichte vorgelegt hatten, stellte sich bei den Wahlen keiner als Vorsitzender, Schriftführer, Sportwart und Zweiter Beisitzer zur Verfügung.

Den Stein ins Rollen hatte Christian Wocher gebracht. Der Vorsitzende, der nach dem Rücktritt von Sportwart Christian Nessizius auch noch 18 Monate dessen Amt ausgeübt hatte, erklärte den 44 anwesenden Mitgliedern die Gründe seiner Amtsmüdigkeit. „Bei uns wird alles in Frage gestellt, und bei Aktivitäten gibt es nur wenige Teilnehmer.“ Was den rührigen Vorsitzenden besonders ärgert, ist die Tatsache, dass er zwar einen Nachfolger für Schriftführer Ingo Schlebusch gefunden hatte, dieser aber intern abgelehnt wurde, weil er als Fördermitglied keinen Vorstandsposten annehmen darf. „Schade, dass diese Chance vertan wurde“, monierte der als Wahlleiter fungierende Rechtsanwalt Franz Großhauser. „Eure Satzung ist missverständlich, wir hätten den Bewerber auch wählen können.“

Dann beendete der Jurist die Sitzung und stellte eines dabei klar: „Wenn bei der nächsten Wahl wieder keine Vorstandschaft gefunden wird, dann muss ein Rechtsanwalt als Notvorstand den Verein auflösen, und wir können dann den Münchner Anglern beim Fischen in unseren Gewässern zuschauen.“

Nachdem ein Mitglied die Führungsmannschaft fragte, wer in einem Monat beim zweiten Wahlversuch kandidieren würde, erklärten sich alle außer dem Vorsitzenden Wocher und Beisitzer Josef Kriner unter gewissen Voraussetzungen bereit.

Dabei hatte das Treffen mit vielen Erfolgsmeldungen begonnen. So konnte Wocher in Zusammenarbeit mit Marion Neuner, Vertreterin der Brauerei-Erbengemeinschaft, die Pachtverträge für den Lauter- und Schmalensee ab Januar 2017 um weitere zehn Jahre verlängern. Daneben erreichte Wocher beim Kreisfischereiverein Garmisch-Partenkirchen und dem Forstbetrieb Bad Tölz die Verlängerung der Pachtverträge ebenfalls über weitere zehn Jahre für die Bereiche Isar-Mittenwald und Isar-Krün. „Auch für den Fischweiher, dessen Pachtvertrag bereits 1971 ausgelaufen war, habe ich mit Bürgermeister Adolf Hornsteiner einen neuen Pachtvertrag bis zum 30. April 2026 abschließen können.“

Eigentlich gute Voraussetzungen für einen neuen Vorstand, der immerhin auf 73 Aktive, vier Fördermitglieder und neun Jugendliche zählen kann.

Wolfgang Kunz

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